Teams & Stationen


Juist

Juist ist eine der beiden ältesten Stationen des organisierten Seenotrettungswesens in Deutschland. Der erste regionale Vorläuferverein der DGzRS, gegründet 1861 in Emden für die ostfriesische Küste, richtete noch im gleichen Jahr auf Juist eine Rettungsstation ein. Einige Zeugnisse erinnern an die lange Geschichte der Seenotretter auf der Insel. Heute ist auf Juist die HANS DITTMER stationiert, ein Seenotrettungsboot der modernen 9,5-/10,1-Meter-Klasse.

Seenotrettungsboot HANS DITTMER Foto: NOUN

Rund zehn freiwillige Seenotretter um Vormann Hauke Janssen-Visser sind auf der Station Juist im Einsatz. Ihr Kernrevier ist das Wattenmeer zwischen der Insel und dem ostfriesischen Festland sowie der Nachbarinsel Norderney. Die tidenabhängigen Inselfähren, Ausflugsschiffe, Fischkutter sowie im Sommerhalbjahr einige Segel- und Motorboote bestimmen den Schiffsverkehr vor Juist.

Das Seenotrettungsboot HANS DITTMER gehört zur 9,5-/10,1-Meter-Klasse. Es wurde 2017 von der Fassmer-Werft in Berne an der Unterweser abgeliefert und im April 2017 auf Juist getauft. Benannt ist die HANS DITTMER nach einem Spender, aus dessen Nachlass die DGzRS den Bau finanziert hat.

Zwei ehemalige Stationsgebäude der Seenotretter sind auf Juist erhalten: In den Haakdünen steht der alte Rettungsschuppen der Weststation, er ist heute nicht mehr zugänglich. Im alten Rettungsschuppen im Ostdorf wiederum befindet sich heute ein Kutschenmuseum.


Vorfreude auf SRB 66

Am 1. April 2017 wird die Station auf Juist ein neues Seenotrettungsboot bekommen. Vormann Hauke Janssen-Visser stellt sein Ehrenamt als Seenotretter vor und lädt zur Taufe ein.


Panorama auf Google

Die WOLTERA an ihrem Liegeplatz auf Juist: Schauen Sie sich vor Ort um.


Aus dem Stationsbuch




Karte


Geschichte der Station


1861  Bei der Stationsgründung sind ein Rettungsschuppen und ein 20'-Francis-Boot vorhanden.

1866  Auf den Stationen Ostland und Westland sind je ein 26'-Francis-Boot des regionalen Emder Vereins für die Ostfriesische Küste vorhanden. Die Mörserstation wird aufgelöst.

1867  Im Westen der Insel wird ein neuer Rettungsschuppen aus Stein errichtet.

1868  Die DGzRS übernimmt die Station und stationiert als Ersatz für den Mörser einen modernen Raketenapparat im Ostland.

1870/71  Als Raum für Retter und Gerettete entsteht ein neuer Schuppen. Außerdem wird eine Telegrafenstation eingerichtet.

1880  Bootsname der Station Westland genannt: MAGDEBURG

1882  Bootsname der Station Ostland genannt: LEER

1883  Die Station Westland erhält ein neues Boot: Es ist 7,5 Meter lang, 2,46 Meter breit, hat 0,78 Meter Tiefgang, statt Kiel eine Kielsohle und zum Segeln ein Stahlschwert.

1894  Die Station Nord erhält ein 8,5-Meter-Boot nebst Transportwagen. Das alte Boot kommt nebst Wagen zur Station Ost.

1895  Bootsname der Station West genannt: FRANKFURT AM MAIN

1901  Im Juli erhält die Station ein neues 8-Meter-Boot.

1908  Die Station Ost erhält zwei neue Raketenwagen.

1911  Beim Dorf wird ein Ausguck errichtet.

1913  Im Januar wird ein neuer Schuppen für die Station West fertig und abgenommen.

1921  Das Rettungsboot FRANKFURT AM MAIN wird außer Dienst gestellt. Von der jetzt dänischen Station Juvre (Nordfriesland) kommt als Ersatz das Boot WALPODEN AUS MAINZ nach Juist.

1940  Juist erhält das erste Motorrettungsboot der Insel, die HEINRICH TIARKS (I).

1942  Das Motorrettungsboot AUGUST NEBELTHAU (II), ex HAMBURG (I), kommt zur Station.

1944  Die DGzRS stationiert das Motorrettungsboot AUGUST NEBELTHAU (III), ex BREMEN, und das Motorrettungsboot HEINRICH TIARKS (II) auf Juist.

1945  Das Motorrettungsboot HEINRICH TIARKS (III) wird am 1. Februar auf den Namen JUIST umgetauft.

1952  Das Motorrettungsboot JUIST wechselt nach Friedrichskoog, nach Juist kommt das Motorrettungsboot HANS HARTMANN.

1957  Die Station wird aufgelöst. Die HANS HARTMANN geht außer Dienst, die JUIST wird Reserveboot.

1985  Die DGzRS richtet die Station mit dem Seenotrettungsboot ILKA neu ein.

1993  Juist erhält das neue Seenotrettungsboot JUIST. Es wird am 21. Juni getauft und in Dienst gestellt. Die ILKA wechselt im Juli als MÖVENORT (III) zur Station Freest.

2002  Im Hafen von Juist nimmt die DGzRS ein neues Stationsgebäude in Betrieb.

2006  Im Dezember erhält Juist das 9,5-Meter-Seenotrettungsboot WOLTERA (zuvor in Kühlungsborn stationiert). Die JUIST wechselt nach Schleswig, wo sie später in WALTER MERZ umbenannt wird.

2017  Im April stationieren die Seenotretter das neue 10,1-Meter-Seenotrettungsboot HANS DITTMER auf Juist. Die WOLTERA wechselt voraussichtlich nach Lippe/Weißenhaus.

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