Teams & Stationen


Zinnowitz

Die Freiwilligen-Station liegt im Norden der Ostseeinsel Usedom auf einer schmalen Landzunge zwischen dem Achterwasser und der Pommerschen Bucht. Das Revier reicht in der offenen Ostsee vom Peenemünder Haken im Nordwesten bis zur polnischen Grenze im Osten. An der rückwärtigen Seite umfasst es das Achterwasser sowie den Peenestrom von Wolgast bis zur Zecherin-Brücke. Ihr Einsatzgebiet sichern die 20 freiwilligen Seenotretter um Vormann Michael Hackenschmid mit dem 7-Meter-Seenotrettungsboot HECHT und dem 8,5-Meter-Seenotrettungsboot OTTO BEHR.

Seenotrettungsboot HECHT in seinem Revier

Die HECHT ist ein sogenanntes Boddenboot ohne festen Liegeplatz, das die Besatzung mit einer Zugmaschine (Traktor John Deere) auf einem Trailer sowohl zum Achterwassser als auch zur offenen Ostsee transportieren kann. Dadurch ist das Seenotrettungsboot flexibel und schnell einsetzbar. Auch können es die Seenotretter im Hafen ohne Slipanlage zu Wasser lassen: Dazu wird es vom Trailer einfach ins Wasser „gekippt“. Untergebracht ist die HECHT im bereits 1897 errichteten massiven Rettungsschuppen an der Dünenstraße. Benannt ist das 1993 auf der Fassmer-Werft gebaute Boot nach einem Brack- und Süßwasserraubfisch. Seit Frühjahr 2019 verstärkt das Seenotrettungsboot OTTO BEHR von Zinnowitz aus den Rettungsdienst auf Achterwasser und Stettiner Haff.

Das Revier der Zinnowitzer Seenotretter ist geprägt von der Ausflugs- und Freizeitschifffahrt. In dem engen und flachen Fahrwasser vor allem des Peenestroms ist die Navigation sehr anspruchsvoll. Oft unterschätzen Skipper auch das geschützte Flachwassergebiet des Achterwassers, in dem sich schnell eine kurze steile Welle aufbauen kann.

Die Zusammenarbeit mit der Wasserwacht und den polnischen Kollegen ist eng. In regelmäßigen, grenzüberschreitenden Übungen werden daher Einsatzabläufe trainiert und gefestigt.


Aus dem Stationsbuch




Karte


Geschichte der Station


1882 Zur Stationsgründung werden ein 6,7-Meter-Ruderrettungsboot mit Transportwagen und ein Raketenapparat stationiert.

1897 Im Mai wird ein neuer, massiver Rettungsschuppen fertig (12,50 Meter lang, 7,50 Meter breit). Er ist heute noch vorhanden und in Betrieb. Ein neues 7,5-Meter-Boot mit dem Namen ANIELA kommt zur Station.

1911 Im März erhält die Station zwei neue Wagen mit Raketenapparat und -gerät. Seit den 1980er Jahren ist diese Ausrüstung im Heimatmuseum Wolgast ausgestellt.

1969 Das Ruderrettungsboot ANIELA geht außer Dienst.

1970 Das staatliche Seefahrtsamt der DDR schafft Amphibienfahrzeuge an.

1990 Die DDR stationiert das Festrumpfschlauchboot RESCUE 4 auf Trailer hinter einem geländegängigen Lkw. Die DGzRS kehrt auf ihre angestammte Station zurück.

1993 Das neue Seenotrettungsboot (Boddenboot) HECHT mit Trailer und Zugmaschine (Unimog) kommt nach Zinnowitz.

1999 Als zweites Seenotrettungsboot erhält die Station die sieben Meter lange MAX CARSTENSEN. Sie liegt am Anleger im Achterwasser.

2002 Im Mai ersetzt das Seenotrettungsboot BUTT die MAX CARSTENSEN, die außer Dienst geht.

2010 Im Herbst wird das Seenotrettungsboot BUTT nach Maasholm verlegt. Zinnowitz behält die HECHT.

2019 Das Seenotrettungsboot OTTO BEHR wird nach Zinnowitz verlegt. Es verstärkt den Rettungsdienst auf Achterwasser und Stettiner Haff.


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