Einsatzreiches langes Wochenende für die Seenotretter auf Nord- und Ostsee

Seeleute ebenso wie Wassersportler in vielen Revieren von Nord- und Ostsee waren am langen Wochenende, 28. April bis 1. Mai, auf die Hilfe der Seenotretter angewiesen. Zahlreiche Rettungseinheiten der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS) sind zwischen Freitag und Montag rund 40 Mal im Einsatz gewesen. Dabei halfen sie mehr als 80 Menschen. Allein zwei Mal wurden die Seenotretter wegen Feuer an Bord von Schiffen alarmiert.

Zwei Seenotretter beobachten von Bord ihres Bootes aus eine festgekommene Segelyacht.

Freiwillige Seenotretter der Station Wilhelmshaven am Maifeiertag 2023 im Einsatz für eine Segelyacht

Sassnitz. Die Feuerwehr Sassnitz bat die Seenotretter am Freitagabend, 28. April 2023, um Unterstützung. Im Hafen der Stadt auf Rügen hatte die Besatzung eines Crew-Transfer-Schiffes für Offshore-Windparks einen Brand im Maschinenraum gemeldet. Der in Sassnitz stationierte größte Seenotrettungskreuzer der DGzRS in der Ostsee HARRO KOEBKE verfügt über überfangreiche Feuerlöschausrüstung. Er verholte von seinem Liegeplatz im Westhafen zur Brücke 3, an der das Crew-Transfer-Schiff lag. Glücklicherweise mussten die Seenotretter jedoch nicht eingreifen. Nach Angaben der Wasserschutzpolizei hatte die automatische Feuerlöschanlage ausgelöst, aber es wurde kein Feuer festgestellt.

Deutsche Bucht/Helgoland. Auf dem Lotsenstationsschiff „Elbe“ in der Deutschen Bucht benötigte ein Lotse am Samstagnachmittag, 29. April 2023, dringend medizinische Hilfe. Über Funk rief die „Elbe“ den Seenotrettungskreuzer HERMANN MARWEDE. Die Seenotretter verließen ihre Station und nahmen Kurs auf das Lotsenstationsschiff. Es befand sich etwa 14 Seemeilen (rund 26 Kilometer) südöstlich von Helgoland. Zufällig flog ein Rettungshubschrauber von Northern Helicopter in der Nähe. Die Seenotretter leiteten ihn zur „Elbe“. Der Hubschrauber setzte Notarzt und Notfallsanitäter ab. Sie übernahmen an Bord des Schiffes die Erstversorgung des Patienten, bevor der Mann in ein Krankenhaus auf dem Festland geflogen wurde.

Amrum. Etwa zur gleichen Zeit am Samstag, 29. April 2023, geriet vor Nordfriesland ein Krabbenkutter in eine missliche Lage. Bei Westwinden um fünf Beaufort (bis 38 km/h) war dem gut 18 Meter langen Schiff das Netz in den Propeller geraten. Die drei Fischer an Bord baten die Seenotretter um Hilfe. Ein anderer Kutter schleppte den manövrierunfähigen Havaristen zunächst ein kurzes Stück, doch die Leine brach, kurz bevor der Seenotrettungskreuzer ERNST MEIER-HEDDE/Station Amrum eintraf. Die Seenotretter übernahmen den Kutter und schleppten ihn vom etwa 13 Seemeilen (rund 24 Kilometer) entfernten Einsatzort im Schmaltief am Anfang des Rummellochs zwischen Norder- und Süderoogsand nach Amrum.

Hooksiel/Wilhelmshaven. Zwei Mal kurz hintereinander im Einsatz waren die freiwilligen Seenotretter der Station Wilhelmshaven. Mit dem Seenotrettungsboot WILMA SIKORSKI kamen sie – gemeinsam mit dem Tochterboot JOHANN FIDI des Seenotrettungskreuzers BERNHARD GRUBEN/Station Hooksiel – am Sonntag, 30. April 2023, einer dänischen Motoryacht mit Wassereinbruch zu Hilfe. Dem Skipper gelang es noch, an einem Anleger der Wilhelmshavener Raffineriegesellschaft festzumachen. Dort pumpten die Seenotretter das eingedrungene Wasser außenbords. Sie nahmen den Havaristen auf den Haken und schleppten ihn und die zweiköpfige Besatzung sicher nach Wilhelmshaven. – Am späten Abend alarmierte die Crew einer im Vareler Tief festgekommenen Segelyacht die Seenotretter. In der Nacht war sie bei ablaufendem Wasser nicht mehr zu erreichen. Beim nächsten Hochwasser am Maifeiertag befreiten die Seenotretter das Boot samt alleinsegelndem Skipper und brachten beide sicher nach Varel.

Stralsund. Besonders arbeitsreich war das lange Wochenende für die Seenotretter der Freiwilligen-Station Stralsund. Am Nachmittag des Maifeiertages, 1. Mai 2023, gegen 14.35 Uhr brach an Bord eines Motorkajütbootes auf dem Strelasund vor Drigge Feuer aus. An Bord befanden sich die Eigner, ein älteres Ehepaar aus Stralsund, sowie etwa 460 Liter Dieselbrennstoff und fünf Gasflaschen. Das Seenotrettungsboot HERTHA JEEP war gemeinsam im Einsatz mit dem Wasserschutzpolizeiboot „Ummanz“, zwei kleineren Booten der Feuerwehr Stralsund sowie dem Bundespolizei-Kontroll- und -Streifenboot „Prignitz“. Als die Seenotretter eintrafen, hatte die „Ummanz“ die Eigner bereits übernommen. Die „Prignitz“ begann damit, das Deck des Havaristen zu kühlen. Während die Feuerwehr den Brand bekämpfte, übernahmen die Seenotretter das Ehepaar auf die HERTHA JEEP. Es war glücklicherweise unverletzt geblieben. Die Seenotretter schleppten den rund 14 Meter langen Havaristen schließlich sicher in den Hafen von Gustow und brachten dort Ölsperren der Feuerwehr aus.

Bereits am Freitagnachmittag, 28. April 2023, waren die Stralsunder Seenotretter gemeinsam mit einem Schlauchboot der Wasserschutzpolizei südöstlich von Stralsund einer Segelyacht mit Motorschaden zu Hilfe gekommen. Das Seenotrettungsboot HERTHA JEEP schleppte die Yacht mit zwei Menschen und zwei Hunden an Bord sicher nach Stralsund. – Wenig später waren die Seenotretter der Stationen Stralsund und Vitte/Hiddensee gemeinsam im Einsatz für eine Segelyacht mit Wassereinbruch im Hiddenseefahrwasser. Während sich die Seenotretter davon überzeugten, dass der Skipper die Situation mit Bordmitteln in den Griff bekam, sicherte ein Boot der Wasserschutzpolizei etwa zur selben Zeit ein treibendes Angelboot mit zwei Menschen an Bord nahe dem Rügendamm und schleppte es ein.

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Aktuelle Seenotfälle
Blick über eine bewegte See von einem Seenotrettungskreuzer aus. In der Bildmitte fährt ein Krabbenkutter durch die Wellen, begleitet von einem kleineren Tochterboot der Dgzrs. Rechts im Hintergrund ist ein größeres Schiff, ein Seenotrettungskreuzer, mit rot-weißer Brücke zu sehen. Der Himmel wirkt dunkel und bedeckt, während das Meer in kräftigen Blau- und Grautönen erscheint. Im rechten Vordergrund sind Teile der Reling und Aufbauten des Seenotrettungskreuzers sichtbar, von dem aus fotografiert wurde.. Zur Seite: Seenotretter im Einsatz für Kutter mit starkem Wassereinbruch

Im schleswig-holsteinischen Wattenmeer vor der Halbinsel Eiderstedt sind die Seenotretter einem Krabbenkutter mit starkem Wassereinbruch zu Hilfe gekommen. Zwei Seenotrettungskreuzer waren im Einsatz.

Blick vom Bug eines Seenotrettungsbootes bei Nacht auf eine Rettungsaktion auf dem Wasser. Im Scheinwerferlicht ist links eine schräg im Wasser liegende Segelyacht zu sehen, die offenbar auf Grund gelaufen ist. Vor der Yacht befindet sich ein weiteres Seenotrettungsboot mit eingeschaltetem Warnlicht. Die dunkle Umgebung wird nur durch die Beleuchtung der Boote und einen hellen Lichtstrahl in den Nachthimmel erhellt.. Zur Seite: Seenotretter befreien drei Segler aus lebensgefährlicher Lage

Drei Segler sind nördlich der Inseln Baltrum und Langeoog in der Brandungszone einer Sandbank festgekommen. Die Seenotretter brachten sie mit dem Seenotrettungsboot SECRETARIUS in den sicheren Hafen.

Drei Seenotrettungsboot liegen als Päckchen in einem Hafen, dahinter, leicht verdeckt, das havarierte Ausflugsschiff. Zur Seite: Brand auf Fahrgastschiff: Seenotretter unterstützen Einsatz auf der Greifswalder Oie

Im Nothafen der kleinen Ostseeinsel Greifswalder Oie ist am frühen Samstagnachmittag, 26. September 2026, auf einem Ausflugsschiff ein Brand ausgebrochen. Ein Besatzungsmitglied bekämpfte das Feuer erfolgreich. Die auf der Insel stationierten Seenotretter stellten den Verschlusszustand des Maschinenraums her, um ein Wiederaufflammen zu verhindern.

Seenotretterin in Uniform schaut durch Fernglas auf hoher See
Das Seenotretter-Logbuch

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