Teams & Stationen


Travemünde

Die Freiwilligen-Station Travemünde sichert die viel befahrene Zufahrt zum dortigen Fährhafen ebenso wie die stark genutzten Wassersportreviere vor der Küste und in den rückwärtigen Flachwassergebieten mit der Pötenitzer Wiek und dem Dassower See. Der Fährhafen Travemünde ist mit jährlich rund 17.000 Fahrten von Passagier-, Kombi- und Frachtfähren einer der bedeutendsten deutschen Fährhafen für den Verkehr mit Skandinavien und dem Baltikum.

Seenotrettungsboot HANS INGWERSEN

Das Revier der 20 freiwilligen Seenotretter um Vormann Horst-Dieter Eder umfasst vor allem die innere Lübecker Bucht bis zum Ostseebad Boltenhagen im Osten und bis zur Hafenstadt Neustadt in Holstein im Nordwesten. Vor allem die Neustädter Bucht ist bei Seglern, Sportbootfahrern und Surfern ein sehr beliebtes Seegebiet mit einem entsprechend hohen Verkehrsaufkommen. Einmal im Jahr findet zudem Ende Juli in der Lübecker Bucht mit den Segelregatten der Travemünder Woche die zweitgrößte Segelsportveranstaltung der Welt statt.

In der „schönsten Tochter“ der Hansestadt Lübeck ist das Seenotrettungsboot HANS INGWERSEN stationiert. Es wurde 2000 bei der Schweers-Werft in Bardenfleth gebaut und hat seinen Liegeplatz bei der Lotsenbrücke. Benannt ist es nach einem Freund der Seefahrt, dessen Witwe die DGzRS in ihrem Nachlass berücksichtigte.

Wenige Schritte vom Liegeplatz der HANS INGWERSEN entfernt ist der alte Rettungsschuppen erhalten. Er weist die für die damalige Zeit typische DGzRS-Architektur mit den beiden Doppeltoren auf. Sogar die Ablaufbahn für das Ruderrettungsboot ist erhalten. Heute nutzt der Lübecker Yachtclub das Gebäude.


Kontrollfahrt in der Lübecker Bucht: Plötzlich alarmiert die SEENOTLEITUNG BREMEN die freiwilligen Seenotretter aus Travemünde – Person im Wasser. Sofort nimmt die Besatzung der HANS INGWERSEN Kurs auf den Schiffbrüchigen. Zum Glück nur eine Übung. Die Seenotretter aus Travemünde gehören zu rund 800 Frauen und Männern, die sich ehrenamtlich auf Nord- und Ostsee engagieren, um Menschen aus Seenot zu retten. Sie sind bei einem Notfall jederzeit sofort einsatzbereit.


Aus dem Stationsbuch




Karte


Geschichte der Station


1865 Im Rettungsschuppen beim Leuchtturm ist ein Ruderrettungsboot untergebracht.

1867 Die Ausrüstung der Station umfasst ein 28'-Francis-Boot und einen Raketenapparat.

1873 Eine Sturmflut zerstört am 11. November den Rettungsschuppen. Die DGzRS gibt einen Neubau in Auftrag.

1893 Die Station erhält ein neues 8,5-Meter-Ruderrettungsboot.

1929 Das Motorrettungsboot LÜBECK, ex BREMEN (I), wird von Norderney nach Travemünde verlegt.

1936 Das Motorrettungsboot IRENE, bisher auf Helgoland im Einsatz, löst die LÜBECK ab. Sie wechselt nach Timmendorf auf Poel.

1943 Das Motorrettungsboot DR. JOHANNES RÖSING wird stationiert. Wenig später liegt das ungetaufte Motorrettungsboot KRC 302 (DGzRS-interne Registriernummer) in Travemünde.

1948
Die Station verfügt über das Motorrettungsboot ULLA.

1959
Die KRC 302 kehrt nach Travemünde zurück.

1970 Das Motorrettungsboot H. H. BUNJE gleichen Typs kommt zur Station.

1972 Die DGzRS stationiert den zwölf Meter langen Neubau EDUARD NEBELTHAU.

1975 Travemünde erhält die 16,8 Meter lange PAUL DENKER, bisher in Grömitz stationiert.

2000 Das neue 9,5 Meter lange Seenotrettungsboot HANS INGWERSEN wird im Februar in Travemünde getauft. Die PAUL DENKER wechselt zur Ausbildungsstation Neustadt. Seit 2005 ist sie als technisches Denkmal im Innenhof des Focke-Museums in Bremen zu sehen.