03.10.2021

Seenotretter bringen unterkühlten Katamaransegler sicher an Land

Für einen Katamaransegler ist der sonntägliche Ausflug auf die Lübecker Bucht an Bord des Seenotrettungsbootes ERICH KOSCHUBS der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS) zu Ende gegangen. Nachdem sein Boot gekentert war, trieb der 58-jährige Mann schiffbrüchig in der Ostsee. Die Travemünder Seenotretter brachten ihn unterkühlt, aber sicher an Land.

Seenotrettungsboot entfernt sich mit hohem Tempo von der Küste

Seenotrettungsboot ERICH KOSCHUBS/Station Travemünde
(Archivfoto)

Gegen 13.40 Uhr erfuhren die Seenotretter von der Notlage zweier Segler auf der Ostsee zwischen Sierksdorf und Haffkrug. Ein Katamaran, besetzt mit Vater und Sohn, die gemeinsam unterwegs waren, war gekentert. Zwei Beobachter an Land hatten unabhängig voneinander die Notlage der beiden Männer gemeldet.

Dem Sohn gelang es zwar, das Boot wieder aufzurichten, nicht aber, auch den Vater wieder an Bord zu nehmen. Wind und Strömung trieben den Katamaran weiter unter Land und schließlich an den Strand von Haffkrug, aber den 58-jährigen Vater immer weiter ab.

Der Seenotrettungskreuzer FELIX SAND/Station Grömitz koordinierte die Suche nach dem Vermissten. An ihr beteiligten sich auch die beiden mit Freiwilligen besetzten Seenotrettungsboote HENRICH WUPPESAHL/Station Neustadt und ERICH KOSCHUBS/Station Travemünde sowie ein Hubschrauber der Bundespolizei und mehrere Segelyachten.

Der Bundespolizei-Hubschrauber fand den Schiffbrüchigen in Höhe der Haffkruger Seebrücke. Zeitgleich war ein Schlauchboot des Yachtclubs Scharbeutz Ostsee (YCSO) vor Ort und nahm den Schiffbrüchigen an Bord. Vier Minuten später ging die ERICH KOSCHUBS längsseits des Schlauchbootes und übernahm den Verunglückten. Er trug einen Neoprenanzug und eine Rettungsweste. Trotzdem war seine Körpertemperatur bereits auf 34,5 Grad Celsius abgesunken. An Bord des Seenotrettungsbootes erhielt er wärmende Decken.

Die Seenotretter legten mit dem Geretteten an Bord an der Haffkruger Seebrücke an. Dort übernahm der Landrettungsdienst die weitere Versorgung. Ein Rettungswagen brachte den Mann ins Krankenhaus.

Zur Unglückszeit herrschten in der Lübecker Bucht südliche Winde um fünf Beaufort und 16 Grad Celsius Wassertemperatur.

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