Seenotretter bringen plötzlich erkrankten Segler sicher an Land

Die Seenotretter der Freiwilligenstation Neustadt in Holstein der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS) sind am Sonntagnachmittag, 9. August 2026, in der Lübecker Bucht im Einsatz für einen Einhandsegler gewesen. Der plötzlich erkrankte Mann benötigte dringend medizinische Hilfe.

Seenotrettungsboot der Dgzrs fährt mit hoher Geschwindigkeit durch raue See, während Gischt über den Bug spritzt.

Das Seenotrettungsboot HENRICH WUPPESAHL ist für einen medizinischen Notfall im Einsatz gewesen.

Archivfoto: Die Seenotretter – DGzRS

Gegen 13.30 Uhr ging der telefonische Notruf einer Frau bei der von der DGzRS betriebenen deutschen Rettungsleitstelle See ein, dem Maritime Rescue Co-ordination Centre (MRCC) Bremen. Ihr Ehemann war mit seinem 8,5 Meter langen Segelboot allein in der Lübecker Bucht unterwegs. Er hatte einen medizinischen Notfall erlitten. Aufgrund dessen war der Einhandsegler desorientiert und konnte sich an die zurückliegenden Stunden nicht mehr erinnern – der Mann benötigte umgehend medizinische Hilfe. Zu diesem Zeitpunkt lag der 53-Jährige mit seinem Boot etwa fünf Seemeilen (rund neun Kilometer) nordöstlich von Travemünde in Höhe des Ortes Groß Schwansee vor Anker. 

Die Rettungsleitstelle See der DGzRS alarmierte sofort die Freiwilligenbesatzung des Seenotrettungsbootes HENRICH WUPPESAHL der Station Neustadt i. H. Diese war ohnehin bereits im Einsatz, sie hatte kurz zuvor ein Motorboot mit Maschinenschaden in die Baltic Marina in Travemünde geschleppt. Sie wollte gerade in Richtung Neustadt aufbrechen, als sie von dem medizinischen Notfall erfuhr. Sofort nahmen die Seenotretter stattdessen Kurs auf die genannte Position. 

Ebenfalls in den Einsatz aufgenommen wurden die Seenotretter der Freiwilligenstation Travemünde. Mit dem Seenotrettungsboot ERICH KOSCHUBS führten sie das medizinische Personal nach: die Besatzung eines Rettungswagens der Berufsfeuerwehr Lübeck sowie einen Notarzt und einen Notfallsanitäter. Letztere wurden mit dem Rettungshubschrauber „Christoph 12“ – einem Zivilschutz-Hubschrauber des Bundesinnenministeriums – zum Liegeplatz der ERICH KOSCHUBS gebracht. 

Vor Ort gingen die freiwilligen Seenotretter aus Neustadt mit der HENRICH WUPPESAHL beim Segelboot längsseits. Sie übernahmen den Patienten und versorgten ihn unter Deck medizinisch. Anschließend fuhren sie unter Höchstgeschwindigkeit in Richtung Travemünde. Unterwegs stieg das medizinische Team von der ERICH KOSCHUBS auf die HENRICH WUPPESAHL über und kümmerte sich weiter um den Mann. An Land übergaben die Seenotretter den Patienten an einen Rettungswagen, der ihn in ein nahegelegenes Krankenhaus brachte. 

In der Zwischenzeit hatte die Besatzung der ERICH KOSCHUBS das Segelboot auf den Haken genommen und wollte es nach Travemünde schleppen. Während der Schleppreise wurden die Seenotretter allerdings zu einem anderen Einsatz gerufen. Deshalb übernahm das Seenotrettungsboot HANS INGWERSEN/ohne feste Station den Anhang und brachte ihn in den Hafen. 

Zur Einsatzzeit herrschten Wind aus Südost der Stärke 3 bis 4 (bis 28 km/h) und ruhige See.

Redaktioneller Hinweis:
In einer ersten Version dieser Meldung haben wir berichtet, dass der Einhandsegler bewusstlos gewesen sei. Dies ist nicht korrekt. Vielmehr hatte er einen medizinischen Notfall erlitten. Aufgrund dessen war der Mann desorientiert und konnte sich an die zurückliegenden Stunden nicht mehr erinnern. Wir bitten darum, diesen Fehler zu entschuldigen.

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