Im Nothafen der kleinen Ostseeinsel Greifswalder Oie südöstlich von Rügen ist am frühen Samstagnachmittag, 26. September 2026, auf einem Ausflugsschiff ein Brand ausgebrochen. Ein Besatzungsmitglied bekämpfte das Feuer erfolgreich. Die auf der Insel stationierten Seenotretter stellten den Verschlusszustand des Maschinenraums her, um ein Wiederaufflammen zu verhindern. Weitere Rettungseinheiten der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS) brachten sicherheitshalber Feuerwehrleute vom Festland auf die abgelegene Insel.
Nach dem Brand im Deckshaus eines Fahrgastschiffes (verdeckt im Hintergrund) bringen drei Seenotrettungsboote der DGzRS Feuerwehrleute auf die Insel Greifswalder Oie, in dessen Hafen das betroffene Schiff lag. Links im Bild zu sehen sind der auf der Insel stationiere Seenotrettungskreuzer BERTHOLD BEITZ der DGzRS sowie das Küstenstreifenboot „Damerow“ der Wasserschutzpolizei.
Gegen 14.20 Uhr meldete sich die Decksfrau des Ausflugsschiffes „Seeadler“ am Stationsgebäude der Seenotretter auf der Greifswalder Oie. Die kleine Ostseeinsel liegt rund sechs Seemeilen (ca. zehn Kilometer) entfernt vom Festland. Vermutlich durch einen Kurzschluss sei das Brückenpult der „Seeadler“ in Brand geraten, berichtete sie der Besatzung des auf der Oie stationierten Seenotrettungskreuzers BERTHOLD BEITZ der DGzRS. Mit einem Feuerlöscher habe sie die Lage zunächst unter Kontrolle bekommen, bat aber um Unterstützung für den Fall, dass das Feuer wieder aufflammt.
Das Fahrgastschiff hatte zuvor rund 50 Menschen für einen wenige Stunden dauernden Aufenthalt auf die Insel gebracht und lag im dortigen Nothafen, nur wenig entfernt vom Seenotrettungskreuzer. Die Besatzung der „Seeadler“ hatte die Gäste wie üblich selbst über die Greifswalder Oie geführt. Die Decksfrau war aber noch einmal zum Schiff zurückgekehrt und habe dabei Flammen auf der Brücke bemerkt.
Der Vormann des Seenotrettungskreuzers David Harder begab sich, ausgerüstet mit einem weiteren Feuerlöscher, umgehend per Fahrrad zum nahegelegenen Hafen. „Der vermutliche Kurzschluss hatte die Hauptmaschine des Fahrgastschiffes in Gang gesetzt. Um Schlimmeres zu verhindern, habe ich kurzerhand die Schnellschlussventile geschlossen, um die Brennstoffzufuhr zum Antrieb zu unterbrechen und so einem möglichen Feuer keine weitere Nahrung zu geben“, berichtet Seenotretter Harder. Gemeinsam mit den beiden weiteren Besatzungsmitgliedern der BERTHOLD BEITZ stellten die Seenotretter den Verschlusszustand des Maschinenraums her.
Wenige Minuten später traf ein inzwischen alarmierter Rettungshubschrauber der DRF Luftrettung auf der Insel ein. Da die Passagiere und der Kapitän beim Ausbruch des Brandes nicht an Bord gewesen waren, benötigten sie keine medizinische Versorgung. Die Decksfrau wurde allerdings vorsorglich in ein Krankenhaus geflogen, um eine Rauchgasvergiftung auszuschließen.
Die drei Seenotrettungsboote KLAUS-GEORG BUTENSCHÖN (DGzRS-Station Zinnowitz), GERHARD ELSNER (Station Lauterbach) und HEINZ ORTH (Station Freest) brachten insgesamt 17 Einsatzkräfte der Freiwilligen Feuerwehren Freest-Kröslin und Lubmin mitsamt Ausrüstung und Löschmittel auf die Greifswalder Oie. An Bord der „Seeadler“ überzeugten sich die Feuerwehrleute davon, dass der Brand tatsächlich gelöscht war und nicht wieder aufflammte.
Die Reederei des havarierten Fahrgastschiffes sandte ein Ersatzschiff zur Greifswalder Oie, um die Passagiere wieder an Land zu bringen.