Für die Seenotretter war das Wochenende vom 18. bis 20. September 2026 besonders einsatzreich. Die Seenotrettungskreuzer und -boote der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS) waren in ihren Revieren auf Nord- und Ostsee bis Sonntagabend insgesamt 32-mal im Einsatz. Zeitgleich trainierten zahlreiche Einheiten der DGzRS bei einer groß angelegten Such- und Rettungsübung.
Helgoland. Für eine stark unterkühlte Seglerin sind die Seenotretter am Freitagmittag, 18. September 2026, in der Deutschen Bucht im Einsatz gewesen.
Der Seenotrettungskreuzer HERMANN MARWEDE der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS) brachte die Frau sicher an Land. Gemeinsam mit den Seenotrettern war ein Rettungshubschrauber von NHC Northern Helicopter vor Helgoland im Einsatz.
Details zum Einsatz in unserer Pressemitteilung vom 18.9.2026.
Eckernförde. Während der groß angelegten Such- und Rettungsübung SAREx der Seenotretter ist es am Freitagnachmittag, 18. September 2026, zum Ernstfall gekommen.
Unter anderem neun Seenotrettungskreuzer und -Boote trainierten realitätsnahe und komplexe Einsatzlagen in der Eckernförder Bucht. Gegen 16.10 Uhr meldete sich plötzlich eine Segelyacht über Seefunk bei der Rettungsleitstelle See der DGzRS: Die zweiköpfige Besatzung hatte am Ausgang der Eckernförder Bucht Mastbruch erlitten. Umgehend alarmierte die Rettungsleitstelle See die noch an der Übung beteiligten Seenotrettungsboote ECKERNFÖRDE und KONRAD-OTTO/Station Kühlungsborn zu dem Realeinsatz. Die Seenotretter brachen das Training ab und nahmen Kurs auf den Havaristen. Von der KONRAD-OTTO stiegen zwei Rettungsleute auf die Segelyacht über. Sie bargen den gebrochenen Mast samt Rigg aus dem Wasser und sicherten die Teile an Bord des Havaristen. Anschließend brachten die Seenotretter das Boot samt Besatzung sicher in den Hafen von Damp. Die beiden Segler waren unverletzt geblieben.
Mehr Informationen zur SAREx 2026 in Eckernförde.
Fehmarnbelt. Die Rettungsleitstelle See der DGzRS hat am Freitagabend, 18. September 2026, die Abbergung einer schwer erkrankten Patientin von einem Kreuzfahrtschiff koordiniert.
Die „Artania“ meldete sich gegen 19.20 Uhr beim von der DGzRS betriebenen Maritime Rescue Co-ordination Centre (MRCC) Bremen: An Bord des 231 Meter langen Kreuzfahrtschiffes benötigte eine Seniorin dringend medizinische Hilfe. Die „Artania“ befand sich zu dem Zeitpunkt im Fehmarnbelt zwischen Fehmarn und der dänischen Insel Falster und war unterwegs nach Aarhus. Während die Einsatzleiter einen Rettungshubschrauber von NHC Northern Helicopter alarmierten und einen geeigneten Treffpunkt mit dem Kreuzfahrtschiff koordinierten, holte ein Notfallsanitäter am medizinischen Arbeitsplatz in der Rettungsleitstelle See bei einem Arzt an Bord der „Artania“ Informationen über den Gesundheitszustand der Patientin ein, um diese an die Hubschrauberbesatzung und ein Zielkrankenhaus weiterzuleiten. Der Rettungshubschrauber barg die Patientin von dem Kreuzfahrtschiff ab und flog sie ins Krankenhaus.
Born a. Darß. Ebenfalls am Freitagabend, 18. September 2026, haben die Seenotretter der DGzRS-Station Prerow/Wieck ein festgekommenes Zeesenboot auf dem Koppelstrom vor Born a. Darß freigeschleppt.
Der Alleinsegler meldete sich gegen 19.30 Uhr bei der Rettungsleitstelle See der DGzRS: Er war bei einsetzender Dunkelheit und bis zu 1,5 Meter hohen Wellen auf dem Koppelstrom festgekommen. Die Einsatzleiter alarmierten das Seenotrettungsboot PUG der Station Prerow/Wieck. Die freiwilligen Seenotretter schleppten den Havaristen frei, woraufhin dieser seinen Weg aus eigener Kraft fortsetzen konnte.
Borkum. Medizinische Hilfe haben die Seenotretter der DGzRS-Station Borkum am Freitagabend, 18. September 2026, geleistet, nachdem eine Seniorin im Hafen gestürzt war.
Gegen 21.45 Uhr bat die regional zuständige Landrettungsleitstelle die Seenotretter um Unterstützung bei einem medizinischen Notfall im Borkumer Hafen. Zwei Besatzungsmitglieder des Seenotrettungskreuzers HAMBURG machten sich daraufhin zu Fuß auf den Weg zum Einsatzort. Dort angekommen, übernahmen sie die medizinische Erstversorgung der Patientin. Diese war vor einer Gaststätte gestürzt und konnte sich auch mit Hilfe ihrer Begleitung nicht wieder aufrichten. Die Seenotretter stabilisierten die Frau und übergaben sie wenig später einer zwischenzeitlich eingetroffenen Rettungswagenbesatzung.
Gelting. Am Samstagmittag, 19. September 2026, hat ein Besatzungsmitglied des Seenotrettungsbootes URSULA DETTMANN/DGzRS-Station Gelting von Land aus beobachtet, wie ein Kiter auf der Ostsee abtreibt.
Um kurz nach 12 Uhr fiel dem freiwilligen Seenotretter der Kitesurfer auf, der zwischen Wackerballig und Gelting abtrieb. Bereits kurz darauf liefen er und seine Kollegen mit dem Seenotrettungsboot aus Gelting aus und nahmen Kurs auf den Wassersportler. Die Seenotretter nahmen den erschöpften Kiter durch die Bergungspforte der URSULA DETTMANN an Bord und brachten ihn sicher nach Wackerballig. Medizinische Behandlung benötigte der Mann nicht.
Schilksee. Die freiwilligen Seenotretter der Station Schilksee sind am Samstagmittag, 19. September 2026, einer Frau auf der Kieler Außenförde zur Hilfe gekommen, die sich bei einem Segelmanöver mutmaßlich den Arm gebrochen hatte.
Gegen 13 Uhr meldete sich der Skipper einer Segelyacht über den international einheitlichen UKW-Sprechfunk-Not- und Anrufkanal 16 bei der Seenotküstenfunkstelle Bremen Rescue Radio in der deutschen Rettungsleitstelle See der DGzRS, dem Maritime Rescue Co-ordination Centre (MRCC) Bremen: Eine etwa 40 Jahre alte Mitseglerin hatte sich mutmaßlich den Arm gebrochen und klagte über starke Schmerzen. Zu dem Zeitpunkt befand sich das rund zwölf Meter lange Boot etwa 1,8 Seemeilen (ca. 3,4 Kilometer) vor Wendtorf. Die Rettungsleitstelle See alarmierte umgehend das Seenotrettungsboot JÜRGEN HORST/Station Schilksee. Kurze Zeit später lief die 38 Knoten (ca. 70 km/h) schnelle Einheit aus und nahm Kurs auf die Segelyacht. Dort angekommen, stieg ein Rettungsmann über und übernahm die medizinische Erstversorgung der Frau. Da die Patientin nicht in der Lage war, eigenständig auf das Seenotrettungsboot überzusteigen, übernahmen die Seenotretter sie mit Hilfe einer Schleifkorbtrage auf die JÜRGEN HORST und brachten sie sicher in den Hafen von Laboe. Dort übergab die Besatzung des Seenotrettungsbootes die Frau an den Rettungsdienst an Land, der sie in ein Krankenhaus transportierte.