Für eine stark unterkühlte Seglerin sind die Seenotretter am Freitagmittag, 18. September 2026, in der Deutschen Bucht im Einsatz gewesen. Der Seenotrettungskreuzer HERMANN MARWEDE der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS) brachte die Frau sicher an Land. Gemeinsam mit den Seenotrettern war ein Rettungshubschrauber von NHC Northern Helicopter vor Helgoland im Einsatz.
Tochterboot VERENA des Seenotrettungskreuzers HERMANN MARWEDE auf der aufgewühlten Nordsee im Einsatz für eine stark unterkühlte Frau an Bord einer Segelyacht
Foto: Die Seenotretter – DGzRS
Gegen 11.40 Uhr alarmierte die Besatzung der Segelyacht mit sechs Menschen an Bord über den international einheitlichen UKW-Sprechfunk-Not- und -Anrufkanal 16 die Seenotretter. Das knapp zwölf Meter lange Boot befand sich zu dieser Zeit rund neun Seemeilen nordöstlich von Helgoland. Drei Crewmitglieder litten unter starker Seekrankheit. Eine etwa 35-jährige Frau war besonders geschwächt und zeigte bereits Anzeichen von Dehydrierung.
Die von der DGzRS betriebene deutsche Rettungsleitstelle See, das Maritime Rescue Co-ordination Centre (MRCC) Bremen, alarmierte den Seenotrettungskreuzer HERMANN MARWEDE, der umgehend seinen Liegeplatz auf Helgoland verließ, und einen Rettungshubschrauber von NHC Northern Helicopter.
Kurz vor der HERMANN MARWEDE traf der Hubschrauber vor Ort ein. Bei westlichen Winden um sechs Beaufort (bis 49 km/h Windgeschwindigkeit) und Wellenhöhen von rund drei Metern war es nicht möglich, medizinisches Personal direkt vom Hubschrauber auf die sich stark im Seegang bewegende Segelyacht abzuwinschen. Der Hubschrauber setzte deshalb mit seiner Seilwinde Notarzt und Notfallsanitäter auf die HERMANN MARWEDE ab.
Unterdessen hatte sich der Zustand der 35-jährigen Patientin verschlechtert. Sie war stark unterkühlt, obwohl ihre Mitsegler sie bereits in Wärme- und Wolldecken eingehüllt hatten. Mit dem Tochterboot VERENA der HERMANN MARWEDE brachten die Seenotretter das medizinische Team zum Havaristen. Der vom Bundesverkehrsministerium gecharterte Notschlepper „Nordic“ machte Lee (gab Windschutz), was das Längsseitsgehen an der Segelyacht erheblich erleichterte.
Nach Sichtung übernahmen die Seenotretter die 35-Jährige auf die VERENA und brachten sie zur HERMANN MARWEDE – angesichts der herrschenden Seegangsverhältnisse kein leichtes Unterfangen. Im Bordhospital des Seenotrettungskreuzers setzte das medizinische Team die Versorgung fort. Auf Helgoland übernahm der Landrettungsdienst die Patientin und brachte sie ins Inselkrankenhaus.