Norddeutsch schlemmen für die Seenotretter

Einmal im Jahr findet im niedersächsischen Munster das traditionelle Labskausessen zugunsten der DGzRS statt – ausgerichtet von Johannes Thierjung. Im März 2026 landeten 425,83 Euro im Sammelschiffchen.

Auf einem rund zusammengelegten schweren Tau liegt ein Sammelschiffchen der Seenotretter. Es wird angestrahlt vom Suchscheinwerfer eines Seenotrettungskreuzers, der sich dahinter von See kommend nähert.

Seit 1875 trägt das bekannte Sammelschiffchen nicht unerheblich zur Finanzierung der DGzRS bei.

Seit 1995 organisiert Johannes Thierjung die Veranstaltung für Wassersportbegeisterte und Freunde der DGzRS in der Region Lüneburger Heide. Die Geschichte des maritimen Abends reicht allerdings noch weiter zurück: Bereits in den 1970er-Jahren rief Walter Erbes das Benefizessen ins Leben. Nach dessen Tod übernahm Johannes Thierjung das Ruder, genauso wie dessen Sportbootführerschein-Kurse in der Außenstelle Munster der Volkshochschule Heidekreis. Der passionierte Motorbootfahrer selbst hatte die notwendige Fahrerlaubnis 1989 bei Walter Erbes erworben. 

Am 20. März waren erneut annähernd 100 Gäste in das munstersche Restaurant „Oase – Zum Oertzetal“ gekommen, um sich beim klassischen norddeutschen Gericht über die zurückliegende Saison und anstehende Törns zu unterhalten. Daneben hatte Johannes Thierjung erneut einen Referenten eingeladen: An diesem Abend berichtete der ehemalige Vormann Michael Müller über seine Zeit als aktiver Seenotretter auf der Station Laboe an der Kieler Förde. Unter anderem zeigte der Kapitän einen DGzRS-Film über das Unglück der „Jan Heweliusz“, bei dem nur neun der 64 Menschen an Bord der Fähre überlebten. Es war ein eindrückliches Beispiel für die Gefahren auf See und den bedingungslosen Einsatz der Seenotretter. 

In gefährliche Situationen kann jeder auf See kommen. Dies wurde an diesem Abend ebenfalls deutlich: Sowohl Michael Müller als auch Johannes Thierjung wiesen darauf hin, dass selbst bei bester Vorbereitung auf See immer etwas Unvorhergesehenes passieren kann. Umso wichtiger ist auch für Freizeitkapitäne eine gute Ausbildung, dazu gehört der Sportbootführerschein. Denn umfassendes Wissen hilft dabei, selbst in unerwarteten Situationen besonnen und umsichtig zu handeln. 

Wie lange Johannes Thierjung das Labskausessen noch organisieren wird, vermag der 77-Jährige nicht zu sagen. Nur so viel: Er schaue sich schon nach einem Nachfolger um. Schließlich soll das Sammelschiffchen in den kommenden Jahren beim Treffen der Wassersportfreunde in Munster weiterhin gut gefüllt werden.

Drei Personen stehen bei einer Spendenübergabe in einem Saal zusammen und halten gemeinsam ein Seenotretter-Sammelschiffchen vor sich. Die Person links im Bild trägt eine dunkle Uniform, Herr rechts ein dunkles Jackett und die Person in der Mitte eine rote Seenotretterjacke.
Rund 100 Gäste folgten der Einladung von Johannes Thierjung (r.) zum traditionellen Labskausessen zugunsten der DGzRS, darunter Seenotretter Michael Müller (M.) und Dr. Benedikt Spangardt, Pressesprecher des Havariekommandos. | Foto: Privat

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