Kiter engagieren sich für die Seenotretter: Nikolett Nemeth (v. r.), Jan Lüthje und Henrik Zecha von den „Kitebuddies Nord“ überreichen einen symbolischen Spendenscheck in Höhe von 2.000 Euro an Vormann Jörg Lüdtke (3. v. l.) sowie die Seenotretter José Andrés García González (l.) und Sebastian Witt.
Wenn Jan Lüthje einen Satz nennen soll, den er am häufigsten gehört hat, als er mit dem Kiten begonnen hat, ist es dieser: „Geh niemals allein aufs Wasser.“ Um diesen Leitgedanken stets einhalten zu können, gründete der gebürtige Pinneberger 2023 auf einem Messenger-Dienst die Gruppe „Kitebuddies Nord“. Schnell fand er in Ulf Marquardt einen Mitstreiter, der damals ebenfalls Anfänger in dem rasanten Wassersport war.
Mittlerweile können sich nahezu 400 Gleichgesinnte über das Netzwerk mit anderen verabreden, um gemeinsam vor der Nord- oder Ostseeküste auf den Wellen zu reiten – und aufeinander zu achten. Auf diese Weise hat jeder immer einen „Buddy“ an seiner Seite, der sofort eingreifen kann, wenn der andere ein Problem mit Schirm, Leinen oder Board haben sollte. Ein schöner Nebeneffekt: Aus Bekanntschaften sind teils enge Freundschaften geworden.
Und passieren kann immer etwas, selbst bei bester Vorbereitung: So hat sich Jan Lüthje mal nach einem Sprung das Kreuzband gerissen. Der 50-Jährige war damals froh, dass sofort jemand zur Stelle war und ihm geholfen hat. Wie sich Kiter in solchen oder ähnlichen Situationen verhalten sollten, haben knapp 30 Gruppenmitglieder Anfang Juni bei der ersten selbst organisierten Sicherheitsschulung „Kite Safety Day“ auf Fehmarn erfahren.
Das eintägige Training hatte drei Schwerpunkte: An Land erläuterte der erfahrene Notarzt Henrik Zecha, wie ein Defibrillator funktioniert – und auch, wie Menschen im Notfall ohne dessen Hilfe reanimiert werden können. Auf dem Wasser zeigte Kitelehrerin Simone Fuchs verschiedene Tipps und Tricks, beispielsweise wie verhedderte Leinen sich lösen lassen und wie aus einem Schirm eine provisorische Rettungsinsel wird. Rettungsschwimmerin Steffi Müller machte deutlich, wie wichtig die eigene Sicherheit bei Rettungsversuchen ist, und demonstrierte, wie gefährlich es sein kann, sich einem Ertrinkenden zu nähern.
Da die drei Fachleute für ihre praxisnahen Vorträge kein Honorar verlangten, entstand bei den Teilnehmerinnen und Teilnehmern die Idee, stattdessen Geld für die Seenotretter zu sammeln. „Sie sind es, die uns im schlimmsten Fall aus dem Wasser ziehen“, begründet Jan Lüthje den Entschluss. In einem für alle „Kitebuddies“ offenen Spendenpool landeten schließlich 2.000 Euro. Gemeinsam mit Henrik Zecha und Nikolett Nemeth überreichte er das Geld am 20. September auf der DGzRS-Station Büsum an die Besatzung der THEODOR STORM – ganz in der Nähe eines seiner Lieblingsspots, der Meldorfer Bucht.
Und die Gemeinschaft will ihre Unterstützung fortsetzen: Vor und nach dem bereits geplanten zweiten „Kite Safety Day“ will sie erneut für die Seenotretter sammeln.
Sie wollen die Seenotretter auch unterstützen?
Dann spenden Sie online oder per Überweisung auf unser Spendenkonto: Sparkasse Bremen, BIC: SBREDE22, IBAN: DE36 2905 0101 0001 0720 16.