Ralf Baur

Ralf Baur

Manche Lebensgeschichten beginnen an außergewöhnlichen Orten: Im Fall von Gideon Adolph ist es der Seenotrettungskreuzer VORMANN LEISS. Nahezu 15 Jahre nach seiner Geburt an Bord hat der Schüler gemeinsam mit seiner Mutter erstmals die Zentrale der DGzRS in Bremen besucht.

Heute wohnt Gideon Adolph mit seiner Familie weit weg von der Küste im Ostallgäu, im bayerischen Marktoberdorf nahe Augsburg. Doch immer wieder zieht es ihn an die Nordsee. Mindestens einmal im Jahr verbringt der 14-Jährige ein paar Wochen auf Amrum – er besucht dort seine ehemaligen Erzieherinnen oder spürt im Seewind auf dem Kniepsand ein Stück Heimat. Auf der Insel hat er fast die Hälfte seines bisherigen Lebens verbracht. In dieser Zeit ist er auch ein bisschen mit Strand, Dünen und Watt verwachsen. „Ich vermisse vor allem diese Landschaft“, sagt der Schüler.

Gideon Adolph auf dem Seenotrettungskreuzer Vormann Leiss
Gideon auf dem oberen Fahrstand des Museumskreuzers H.-J. KRATSCHKE | Foto: Privat

„Die Seenotretter sind Gideon nach wie vor ein großes Anliegen.“

Nicole Adolph

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Amrum wird immer ein wichtiger Teil der Familiengeschichte bleiben, genauso wie Gideons Geburtsort: Er ist am 28. Oktober 2011 auf dem Seenotrettungskreuzer VORMANN LEISS zur Welt gekommen. Damit gehört er zu einem sehr kleinen Kreis: Etwa 15 Kinder haben bislang an Bord einer Rettungseinheit der DGzRS das Licht der Welt erblickt. „Die Seenotretter sind Gideon nach wie vor ein großes Anliegen“, betont seine Mutter Nicole Adolph. Deshalb nutzen die beiden ihre Reise zu einem Auswärtsspiel seines Lieblingsfußballvereins FC Augsburg im Bremer Weserstadion am 2. Mai für einen Abstecher in die DGzRS-Zentrale.

Seenotrettungskreuzer Vormann Leiss bei der Kontrollfahrt
Die Zentrale der Deutschen Gesellschafft zur Rettung Schiffbrüchiger in Bremen

An Bord der VORMANN LEISS ist Gideon Adolph zur Welt gekommen – fast 15 Jahre später besucht er die Zentrale der Seenotretter in Bremen. Fotos: Die Seenotretter – DGzRS

„Es war wirklich ein sehr schönes Erlebnis“, erzählt Gideon begeistert. Fast zwei Stunden führt der Ehrenamtliche Martin Sempf Mutter und Sohn durch die Gebäude an der Weser. In der Werfthalle wird den beiden noch einmal sehr bewusst, welch enorme Leistung es ist, sämtliche Einsätze, Schiffe und letztlich die gesamte Arbeit ausschließlich durch freiwillige Zuwendungen zu finanzieren. „Das hat uns tief beeindruckt“, sagt Nicole Adolph.

Darum will die Familie die Seenotretter selbst noch aktiver unterstützen: Neben ihrer regelmäßigen Spende möchte sie in den kommenden Wochen ein Sammelschiffchen in der Kinderarztpraxis von Gideons Vater aufstellen – passend zu den Amrumfotos an den Wänden und der Sehnsucht des 14-Jährigen nach jenem besonderen Ort in Nordfriesland, an dem für ihn alles begonnen hat.

Familie Adolph in der Zentrale der Seenotretter in Bremen
Gideon und seine Mutter Nicole Adolph im Foyer der DGzRS-Zentrale | Foto: Die Seenotretter – DGzRS
Besucher an Bord eines Seenotrettungskreuzers. Zur Seite: Besichtigung

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