14.06.2021

Zwei Segler nach Kenterung aus Flensburger Förde gerettet – Segler auf Ausbildungstörn retten Schiffbrüchige aus dem Wasser

Nur durch einen Zufall sind zwei Segler gestern, 13. Juni 2021, nach der Kenterung ihres Bootes in der Flensburger Förde entdeckt und von den Teilnehmern eines Ausbildungslehrgangs aus dem Wasser gerettet worden. Die freiwilligen Seenotretter der Station Langballigau der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS) brachten die beiden Männer sicher an Land.

Die freiwilligen Seenotretter der Station Langballigau sind in Überlebensanzügen im Flachwasser über Bord gestiegen und lenzen längsseits des Seenotrettungsbootes WERNER KUNTZE das gekenterte Boot

Im Schlepp der WERNER KUNTZE

Offenbar in einer starken Windböe war ein etwa sieben Meter langes Segelboot gekentert und die beiden Segler waren ins Wasser gestürzt. Sie befanden sich zu diesem Zeitpunkt zwischen Holnis und Marina Minde in einem Gebiet, wo in diesem Moment kaum Schiffsverkehr herrschte. Bei dem Älteren der beiden öffnete sich zudem die Rettungsweste nicht.

Einem aufmerksamen Kitesurfer entging das Unglück jedoch nicht. Da er selbst nicht helfen konnte, surfte er zu einer Segelyacht und berichtete von dem Unglück. Die Segelyacht „Skiathos“ befand sich zu diesem Zeitpunkt auf dem Rückweg von einem mehrtägigen Ausbildungstörn mit acht Seglern an Bord, einer davon der Skipper und Ausbildungsleiter.

Sofort nahm die „Skiathos“ Kurs auf die angegebene Stelle und alarmierte die Seenotretter. „Wir konnten erst etwas sehen, als wir bereits ganz dicht herangekommen waren!“ berichtete Skipper Peter Weese (60).

Die Crew warf der Besatzung Leinen zu und zog sie durchs Wasser zu sich ans Boot heran. Über die Badeplattform am Heck des Schiffes gelangten die beiden Schiffbrüchigen an Bord. Sie wurden von den Seglern mit trockener Bekleidung versorgt.

Das Seenotrettungsboot WERNER KUNTZE war sofort nach der Alarmierung von Langballigau ausgelaufen. Vor Ort übernahm es die beiden Schiffbrüchigen von der „Skiathos“. Die beiden hatten sich bereits so gut erholt, dass die Seenotretter sich auch um das gekenterte Boot kümmern konnten. Sie stellten eine Leinenverbindung her und schleppten es in den Flachwasserbereich. Dort stiegen drei Seenotretter in Überlebensanzügen über Bord und richteten das Holzboot mit vereinten Kräften wieder auf. Durch die starke Pumpe des Seenotrettungsbootes konnte es schließlich erfolgreich gelenzt werden. Sowohl die Segler wie auch ihr Boot überstanden die Kenterung somit unbeschadet.

Peter Weese von der „Skiathos“, der selbst aus Baden-Württemberg kommt, hätte zu gern seinen Segelschülern die heutige Prüfung erlassen: Eigentlich haben sie alle doch gestern bereits ihre Prüfung abgelegt“, meinte er – „die erfolgreiche Rettung bei einem Seenotfall!“

Warum die regelmäßige Wartung von Rettungswesten unabdingbar ist, konnte er seinen Segelschülern übrigens an diesem Beispiel ebenfalls demonstrieren: Die Weste, die sich nicht geöffnet hatte, war seit mehreren Jahren nicht gewartet worden.

AKTUELLE SEENOTFÄLLE

Ein Seenotrettungskreuzer fährt bei grauem, bewölktem Wetter durch eine aufgewühlte See und schleppt über ein Tau einen Krabbenkutter hinter sich her. Im Vordergrund sind Teile des Seenotrettungskreuzers zu sehen, wie die roten Feuerlöschmonitore und mit das huckepack mitgeführte Tochterboot mit der Kennung „DJ 4122“. Die Wellen sind schaumig, und am Horizont sind weitere Schiffe erkennbar.. Zur Seite: Seenotretter in den Morgenstunden für drei Fischer im Einsatz

Die Seenotretter der Station Cuxhaven haben drei Fischer vor der niedersächsischen Küste aus einer gefährlichen Lage befreit: Mit dem Seenotrettungskreuzer HANS HACKMACK befreiten sie deren festgekommenen Kutter von einer Sandbank

Mit dem Leinenwurfgerät stellen die Seenotretter eine Leinenverbindung zwischen dem Seenotrettungskreuzer HERMANN MARWEDE und dem manövrierunfähigen Seebäderschiff „Funny Girl“ her.. Zur Seite: Seebäderschiff manövrierunfähig vor Helgoland – Seenotretter und weitere Schiffe im Einsatz

Für rund 70 Menschen an Bord eines Seebäderschiffes auf dem Weg von Büsum nach Helgoland ist ihre Seereise mit einem Schleppeinsatz der Seenotretter und weiterer Schiffe zu Ende gegangen.

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Nach einer Kollision zwischen einem Segelboot und einem Museumsfeuerschiff vor Helgoland sicherten Seenotretter das beschädigte Boot und schleppen es sicher in den Hafen.

Seenotretterin in Uniform schaut durch Fernglas auf hoher See
Das Seenotretter-Logbuch

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