Zwei Seenotretter-Einsätze bei Wangerooge

Die Seenotretter sind in der Nacht zu Donnerstag, 10. September 2026, auf der Nordsee im Einsatz für eine Segelyacht mit einem Ausfall der Elektrik und Segelschäden gewesen. Sie befand sich nordwestlich der Insel Wangerooge in einem Großschifffahrtsweg. Bereits am Mittag waren die Seenotretter der Freiwilligenstation Wangerooge der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS) erneut im Einsatz: Ein Saug- und Hopperbagger war manövrierunfähig geworden und benötigte dringend Hilfe.

Ein Seenotrettungsboot der Dgzrs schleppt ein großes blaues Baggerschiff mit der Aufschrift „Anke“ durch ruhiges Hafenwasser. Ein straff gespanntes Schleppseil verbindet beide Fahrzeuge. Im Vordergrund sind Teile des Rettungsbootes mit weiß-orangefarbener Bordwand zu sehen, während dunkle Wolken den Himmel bedecken. Im Hintergrund markiert ein rotes Molenfeuer die Hafeneinfahrt.

Mit dem Seenotrettungsboot FRITZ THIEME schleppen die freiwilligen Seenotretter der DGzRS-Station Wangerooge einen Saug- und Hopperbagger mit Maschinenschaden ein.

Foto: Die Seenotretter – DGzRS

Gegen 0.15 Uhr empfing die Seenotküstenfunkstelle Bremen Rescue Radio der DGzRS auf dem internationalen einheitlichen UKW-Sprechfunk-Not- und Anrufkanal 16 einen schwachen „Mayday“-Ruf einer Segelyacht. Es ist das Signal für unmittelbare Lebensgefahr. Die beiden Männer an Bord meldeten mit einem Handfunkgerät bei Nordwest mit fünf Beaufort (bis 38 km/h) zerfetzte Segel sowie einen Ausfall fast aller Systeme an Bord, darunter auch die Positionsleuchten. Aufgrund dessen hatten sie etwa fünfeinhalb Seemeilen (rund zehn Kilometer) nordwestlich der Insel Wangerooge im Fahrwasser „Neue Weser“ die Orientierung verloren. Die in der Dunkelheit unsichtbare Segelyacht stellte in dem dicht befahrenen Schifffahrtsweg ein erhebliches Kollisionsrisiko dar. 

Die deutsche Rettungsleitstelle See der DGzRS, das Maritime Rescue Co-ordination Centre (MRCC) Bremen, alarmierte die Stationen Hooksiel, Wangerooge und Deutsche Bucht/Helgoland. Außerdem nahm sie das in der Nähe der Unglücksstelle befindliche Lotsenstationsschiff „Weser“ sowie den Lotsentender „Wangerooge“ in den Einsatz auf. Diese blieben bis zur Ankunft der Seenotretter auf Stand-by, um gegebenenfalls eingreifen zu können. 

Als erstes trafen die Freiwilligen der Station Wangerooge mit dem Seenotrettungsboot FRITZ THIEME vor Ort ein, wenig später auch die Seenotretter aus Hooksiel und Helgoland. Mittlerweile war es den beiden Männern – einem Franzosen und einem Belgier – gelungen, mit Navigationshilfe der Lotsen unter Motor ein Stück in Richtung Süden zu fahren. Sie befanden sich jetzt zwischen den Tonnen 6 und 8 des Jadefahrwassers. Bei schwerem Seegang mit Wellen bis zu drei Metern lotsten die Seenotretter die rund zehn Meter lange Segelyacht weiter aus dem Schifffahrtsweg. 

Nachdem die Kollisionsgefahr gebannt war, nahm die FRITZ THIEME wieder Kurs auf Wangerooge und die HERMANN MARWEDE fuhr zurück nach Helgoland. Mit der BERNHARD GRUBEN geleiteten die Seenotretter die Segelyacht auf möglichst sicherem Kurs durch die schwere See. Gegen 7 Uhr traf der Verband mit den stark erschöpften Seglern im Hafen von Hooksiel ein. 

Weiterer Einsatz am Mittag

Bei einem weiteren Einsatz am heutigen Donnerstag, 10. September, waren die freiwilligen Seenotretter von Wangerooge für ein manövrierunfähiges Baggerschiff im Einsatz. Vor der Hafeneinfahrt von Wangerooge hatte das Schiff einen Maschinenschaden erlitten. Zwar konnte es sich mit seinem Saugrohr einigermaßen auf Position halten. Dennoch benötigte es dringend Hilfe, um mit dem starken Ebbstrom nicht zu vertreiben und aufzulaufen. 

Die freiwilligen Seenotretter liefen erneut mit der FRITZ THIEME aus und nahmen mit dem rund zehn Meter langen Seenotrettungsboot das fast fünf Mal so lange Baggerschiff auf den Haken. Mit ihren 380 PS gelang es, die rund 550 Tonnen schwere „Anke“ in den Hafen zu schleppen und an die Pier zu legen. Für die Besatzung des Saug- und Hopperbaggers bestand zu keiner Zeit eine Gefahr.

Die Seenotretter nähern sich mit dem Seenotrettungsboot FRITZ THIEME und dem Seenotrettungskreuzer BERNHARD GRUBEN der Segelyacht.

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