Zwei Seekajakfahrer sind am Sonntagmittag, 6. September 2026, vor dem Ostende der Insel Juist in der Brandung in Seenot geraten. Weil einer der beiden stark seekrank war, gelang es ihnen nicht, aus eigener Kraft wieder den Strand zu erreichen. Die Deutsche Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS) koordinierte den Einsatz zahlreicher Kräfte. Ein Rettungshubschrauber von NHC Northern Helicopter nahm die Wassersportler mit der Seilwinde an Bord. Der Seenotrettungskreuzer EUGEN der DGzRS barg anschließend die beiden Seekajaks.
Seenotrettungskreuzer EUGEN der DGzRS und Rettungshubschrauber „Northern Rescue 03“ von NHC gemeinsam im Einsatz vor Juist
Gegen 12.15 Uhr alarmierte einer der beiden Seekajakfahrer über den international einheitlichen UKW-Sprechfunk- Not- und -Anrufkanal 16 die Seenotretter. Die beiden Wassersportler befanden sich zu dem Zeitpunkt etwa in Höhe der Juister Ostbake.
Der Seenotrettungskreuzer EUGEN der DGzRS-Station Norderney hörte den Notruf unmittelbar mit und legte unverzüglich ab. Die von der DGzRS betriebene deutsche Rettungsleitstelle See, das Maritime Rescue Co-ordination Centre (MRCC) Bremen, nahm den Rettungshubschrauber „Northern Rescue 03“ von NHC Northern Helicopter zusätzlich in den Einsatz auf.
Als die EUGEN am Unglücksort eintraf, hatte die Besatzung des Rettungshubschraubers die Wassersportler bereits entdeckt und winschte sie auf. Der Hubschrauber setzte sie kurz darauf am Strand von Juist ab. Dort waren bereits Kräfte des Rettungsdienstes an Land vor Ort, die die weitere Versorgung übernahmen. Die Seenotretter der EUGEN bargen die beiden Seekajaks.
Eine zwischenzeitlich gemeldete Notlage weiterer fünf bis sieben Seekajakfahrer im Bereich einer nahen Sandbank bestätigte sich glücklicherweise nicht. Andere Seekajakfahrer hatten diese Gruppe sicher an Land geleitet. Insgesamt sollen zur Unglückszeit etwa ein Dutzend Menschen mit Seekajaks vor Juist unterwegs gewesen sein. Der Rettungsdienst an Land versorgte nach der sicheren Rückkehr aller an den Strand weitere Menschen der Gruppe medizinisch, unterstützt von der Crew des Hubschraubers.
Am Einsatz beteiligt waren auch das Seenotrettungsboot OTTO DIERSCH der DGzRS-Station Norddeich, das DLRG-Boot „Kiek ut“ von Norderney und DLRG-Jetskis von Juist. Weitere Unterstützung boten das Zollschiff „Borkum“ sowie die Bundespolizei See mit einem Patrouillenhubschrauber und einer Aufklärungsdrohne an, brauchten aber nicht mehr einzugreifen.
Zur Unglückszeit herrschten süd- bis südwestliche Winde um vier Beaufort und 19 Grad Wassertemperatur sowie vor der Küste rund ein Meter Seegang.