Die Seenotretter der Station Sassnitz der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS) sind am späten Mittwochabend, 19. August 2026, für eine Segelyacht mit starkem Wassereinbruch im Einsatz gewesen. Das zwölf Meter lange Boot drohte rund drei Seemeilen (etwa 5,5 Kilometer) nördlich von Sassnitz zu sinken. Mit dem Tochterboot NOTARIUS des Seenotrettungskreuzers HARRO KOEBKE gelang es den Seenotrettern, das havarierte Boot mit sechs Menschen an Bord sicher in den Hafen von Sassnitz zu schleppen.
Mit dem Tochterboot NOTARIUS des Seenotrettungskreuzers HARRO KOEBKE befreiten die Seenotretter der DGzRS-Station Sassnitz eine fünfköpfige Familie und den Skipper der Yacht aus Lebensgefahr.
Archivfoto: Die Seenotretter – DGzRS
Gegen 20.50 Uhr fing Bremen Rescue Radio, die Seenotküstenfunkstelle der von der DGzRS betriebenen deutschen Rettungsleitstelle See, des Maritime Rescue Co-ordination Centres (MRCC) Bremen, einen schwer verständlichen „Mayday“-Ruf auf – den internationalen Ausdruck auf See für unmittelbare Lebensgefahr.
Der Notruf stammte von einer zwölf Meter langen polnischen Segelyacht mit sechs Menschen an Bord – einer Familie mit drei Kindern und dem Skipper des Bootes. Sie befanden sich nahe der Steilküste des Nationalparks Jasmund, was die Kommunikation per Seefunk erschwerte. Schließlich konnten die Segler ihre Notlage präzisieren: Aus ungeklärter Ursache drang viel Seewasser in ihr Boot ein. Die Segelyacht drohte zu sinken.
Umgehend alarmierte die Rettungsleitstelle See den in Sassnitz stationierten Seenotrettungskreuzer HARRO KOEBKE, der sofort Kurs auf den Havaristen nahm. Die Segler waren noch in der Lage, der HARRO KOEBKE entgegenzulaufen. Die Seenotretter trafen etwa zehn Minuten später bei der Yacht ein und gingen mit dem Tochterboot NOTARIUS bei ihr längsseits. Zu diesem Zeitpunkt standen die Menschen an Bord des Havaristen bereits bis zu den Schienbeinen im Wasser.
Die Seenotretter setzten eine leistungsstarke Lenzpumpe ein. Damit gelang es ihnen, zumindest so viel Wasser außenbords zu pumpen, dass sich die Lage an Bord nicht weiter verschlimmerte. Die NOTARIUS schleppte die Yacht sicher in den nahen Stadthafen von Sassnitz. Dort übernahmen die Feuerwehren Sassnitz, Sagard und Glowe die weiteren Maßnahmen, um das Boot im Hafen zu sichern. Die sechs Menschen an Bord der Yacht blieben unverletzt.
Zur Unglückszeit herrschten schwache Winde aus südwestlicher Richtung und eine ruhige See.