Eine groß angelegte Suche nach einem vermissten Surfer vor Borkum hat am Freitagmorgen, 9. Oktober 2026, ein glückliches Ende genommen. Nach vielen Stunden nur mit seinem Surfbrett und ohne Segel auf See gelang es dem etwa 70-jährigen Insulaner, aus eigener Kraft wieder auf der Nordseeinsel an Land zu kommen. Die Deutsche Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS) hatte die nächtliche Suche nach dem Mann mit mehreren Schiffen und Hubschraubern koordiniert.
Der Seenotrettungskreuzer HAMBURG der DGzRS war bei einer groß angelegten Suche vor der Insel im Einsatz. Foto: Die Seenotretter – DGzRS/Alexander Krüger
Bereits am Donnerstagnachmittag, 8. Oktober 2026, hatte eine Frau am Borkumer Strand Kleidung eines Surfers gefunden. Gegen 14.20 Uhr informierte sie darüber, dass der etwa 70-jährige Insulaner mutmaßlich nicht wieder an Land zurückgekehrt sei. Der Seenotrettungskreuzer HAMBURG der DGzRS-Station Borkum, das Zollboot „Nesserland“ und der ADAC-Rettungshubschrauber „Christoph 26“ aus Sanderbusch suchten daraufhin das infrage kommende Seegebiet vor Borkum intensiv ab. Die Freiwillige Feuerwehr der Insel suchte am Strand. Am Spätnachmittag wurde die Suche ergebnislos eingestellt.
Gegen 21.40 Uhr meldete der Lotsentender „Borkum“ die vermeintliche Sichtung eines roten Segels – passend zur Ausrüstung des Vermissten – nordwestlich vor Borkum zwischen der Seehundsbank und der roten Fahrwassertonne 16. Die von der DGzRS betriebene deutsche Rettungsleitstelle See, das Maritime Rescue Co-ordination Centre (MRCC) Bremen, koordinierte darauf eine erneute Suche nach dem nur mit einem dunklen Neoprenanzug bekleideten Mann. Daran beteiligten sich neben der HAMBURG und der „Borkum“ das niederländische Seenotrettungsboot „Jan en Titia Visser“/Station Eemshaven, ein niederländischer Such- und Rettungshubschrauber sowie später ein deutscher Polizeihubschrauber.
Die Bedingungen bei Dunkelheit waren herausfordernd: Nordwestwind mit bis zu sechs Beaufort, Wind gegen Strom und etwa 16 Grad Celsius Wassertemperatur. Die zwischenzeitliche Sichtung eines Objektes – möglicherweise erneut des Segels – auf einer Sandbank bestätigte sich nicht. Um 1.45 Uhr in der Nacht stellte MRCC Bremen schließlich die Suche ein.
Gegen 9 Uhr am Freitagmorgen informierte die ursprüngliche Melderin darüber, dass sich der Vermisste bei Angehörigen auf Borkum befindet. Offenbar hatte er sich nach Problemen mit seiner Ausrüstung frühzeitig von seinem Surfsegel getrennt und war mit der Tide emsaufwärts und später in der Nacht wieder zurück Richtung Borkum getrieben. „Er hat großes Glück gehabt. Wir freuen uns sehr, dass dieser Einsatz ein glückliches Ende genommen hat“, sagte Tilman Hellberg, Vormann des Seenotrettungskreuzers HAMBURG.