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20.09.2010

Über 70 Menschen auf Nord- und Ostsee in Schwierigkeiten

Seenotretter im Wochenendeinsatz

Bei kräftigen bis zeitweise starken Winden aus westlichen Richtungen sind die Seenotretter der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS) am Wochenende, 17. bis 19. September 2010, über 70 Menschen vornehmlich in den Ostseerevieren vor Schleswig-Holstein (46) und Mecklenburg-Vorpommern (25), darunter zwei Mal vor Darßer Ort, zu Hilfe gekommen. Für fünf Personen wurden die Besatzungen der Seenotkreuzer und Seenotrettungsboote in der Nordsee aktiv.

Navigationsprobleme, Motor- und Ruderschäden sowie Mastbruch waren die häufigsten Ein-satzursachen. Oft verhinderten die Seenotretter durch ihr frühzeitiges Eingreifen Seenotfälle bereits im Vorfeld.

Die ehrenamtliche Besatzung des Seenotrettungsbootes WERNER KUNTZE/Station Langballigau kam am Samstagnachmittag 16 Menschen auf einer 18 Meter langen norwegi-schen Segelyacht zu Hilfe. In Höhe des Leuchtturms Kalkgrund hatte der starke Wind von sechs bis sieben Beaufort (bis 61 km/h) mit stürmischen Schauerböen den aus mehreren Teilen bestehenden Mast des Bootes derart zusammengestaucht, dass sich die Segler nicht mehr selbst helfen konnten. Die Seenotretter brachten Schiff und Besatzung, die an einer Regatta auf der Flensburger Förde teilgenommen hatten, sicher in den Hafen des dänischen Ortes Sonder¬burg.

Wenige Stunden später fuhr der Seenotkreuzer HERMANN HELMS/Station Cuxhaven dem Bagger „Josef Möbius“ vor Cuxhaven entgegen. An Bord des Arbeitsschiffes hatte sich ein Besatzungsmitglied eine stark blutende Kopfverletzung zugezogen. Die See¬notretter bargen den Mann ab, versorgten die Platzwunde im Bordhospital der HERMANN HELMS und über-gaben ihn kurze Zeit später an Land an einen zwischen¬zeitlich alarmierten Rettungswagen.

Bereits am Freitagabend rettete die ehrenamtliche Besatzung des Seenotrettungs¬bootes WALTER MERZ/Station Schleswig zwei Jollensegler aus der Schlei vor Fahrdorf. Eine Windbö hatte das Boot der beiden auf die Seite gedrückt. Dabei waren die Segler über Bord gegangen. Der Kapitän eines Ausflugsdampfers hatte die Notlage beobachtet und die Seenotretter alarmiert. Die WALTER MERZ nahm die beiden Segler, die sich selbst nicht mehr helfen konnten, an Bord. Die Seenotretter versorgten sie und brachten auch die Jolle sicher an Land.