Wasser im Schiff und Seekrankheit: Seenotretter für Zweimaster vor Rügen im Einsatz

Einem polnischen Zweimaster in schwerer See mit Wasser im Schiff sind die Seenotretter am Montagabend, 23. Juni 2025, nördlich der Insel Rügen zu Hilfe gekommen. Zwei Rettungseinheiten der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS) und weitere Schiffe waren im Einsatz. Die Seenotretter versorgten einen seekranken, unterkühlten Segler und brachten den Havaristen sicher nach Glowe.

Der Seenotrettungskreuzer HARRO KOEBKE/DGzRS-Station Sassnitz mit Tochterboot NOTARIUS war am späten Montagabend, 23. Juni 2025, im Einsatz für einen Zweimaster, der in schwerer See Wasser nahm. Ein Crewmitglied benötigte zudem medizinische Hilfe. Archivfoto: DGzRS / ypscollection.de

Gegen 20.15 Uhr erhielt die von der DGzRS betriebene Rettungsleitstelle See, das Maritime Rescue Co-ordination Centre (MRCC) Bremen, eine Meldung über einen rund 16 Meter langen Zweimaster mit Problemen an Bord vor der Nordküste Rügens. Zu der achtköpfigen Besatzung des Seglers, darunter mehrere Kinder, bestand lediglich eine schwache Mobilfunkverbindung, die immer wieder abbrach.

Bei nordwestlichem Wind bis acht Beaufort (bis 74 km/h) und mehr als zwei Metern Seegang übernahm der Zweimaster ständig Wasser, das die Besatzung mit Bordmitteln nicht wieder außenbords befördern konnte. Da zudem die Maschine ausgefallen war, versuchte die Crew, unter Segeln Rügen anzulaufen.

Die Seenotretter ermittelten eine ungefähre Position zwei Seemeilen (ca. 3,7 Kilometer) nördlich des Kaps Arkona. Das Seenotrettungsboot KURT HOFFMANN/Station Glowe und der Seenotrettungskreuzer HARRO KOEBKE/Station Sassnitz nahmen Kurs auf den Havaristen. Die Seenotretter baten zudem mehrere im Revier laufende Schiffe, nach dem Havaristen Ausschau zu halten, darunter das Forschungsschiff „Elisabeth Mann Borgese“ des Leibniz-Instituts für Ostseeforschung Warnemünde, das Einsatzschiff „Bamberg“ der Bundespolizei See sowie das Mehrzweckschiff „Arkona“ des Wasserstraßen- und Schifffahrtsamts Ostsee. 

Die „Elisabeth Mann Borgese“ sichtete den Segelkutter. Wenige Minuten später erreichte der Seenotrettungskreuzer HARRO KOEBKE den Zweimaster. Mit dem Tochterboot NOTARIUS gingen die Seenotretter längsseits, während die zwischenzeitlich eingetroffene, deutlich größere, „Arkona“ Windschutz gab. Die Seenotretter lenzten das übergekommene Wasser aus dem Segelkutter und versorgten einen jungen Mann, der leicht unterkühlt und offenbar seekrank war.

Anschließend brachten die Seenotretter den Patienten nach Glowe und übergaben ihn dort an einen zuvor angeforderten Rettungswagen zur weiteren Versorgung. Die HARRO KOEBKE begleitete die polnische Segelyacht bis etwa zwei Seemeilen vor Glowe. Dort nahmen die NOTARIUS sowie das Seenotrettungsboot KURT HOFFMANN den Havaristen unter schwierigen Seegangsbedingungen in Schlepp und brachten ihn sicher in den Hafen, wo er gegen 1.30 Uhr festmachte.
 

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ein Seenotrettungskreuzers geht bei einem Kreuzfahrtschiff in der Dunkelheit längsseits. Zur Seite: Nächtlicher medizinischer Notfall

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