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10.06.2017

Schiffbrüchige harren zwölf Stunden lang auf gekentertem Boot in der Ostsee aus

Dramatische Situation in der Nacht zu Samstag, 10. Juni 2017, auf der Ostsee: Rund zwölf Stunden lang haben drei Segler auf ihrem gekenterten Katamaran bei Peenemünde in der Ostsee ausharren müssen. Die Seenotretter der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS) retteten den Vater, seine beiden Söhne sowie den Bordhund am Samstagmorgen und brachten die drei Schiffbrüchigen sicher an Land.

Seenotrettungsboot HEINZ ORTH

Gegen 20.30 Uhr am Freitagabend, 9. Juni 2017, war das acht Meter lange Boot in der Nähe des Freesendorfer Hakens zwischen Peenemünde und Lubmin gekentert. „Wir sahen ein aufziehendes Gewitter und wollten in einem Moment der Windstille das Segel reffen. Es dauerte keine Minute, da brachen mehrere Sturmböen über uns herein und warfen unseren Katamaran um“, berichtete einer der Segler den Seenotrettern nach der Rettung.

Dem 55-jährigen Vater und seinem 23 Jahre alten Sohn gelang es als erstes, unter dem gekenterten Katamaran wieder aufzutauchen. Kurz darauf folgten der 20 Jahre alte Sohn und der Bordercollie der Familie aus der Nähe von Neubrandenburg. Die drei Segler waren lediglich mit T-Shirts und kurzen Hosen bekleidet. „Wir haben es geschafft, bei etwa anderthalb Metern Seegang auf das gekenterte Boot zu klettern. Eine Reisetasche trieb auf mit einem Pullover, zwei Jacken und einem Schlafsack. Damit haben wir uns notdürftig zugedeckt“, schilderte der 23-Jährige.

Der gekenterte Katamaran im Schlepp der HEINZ ORTH

Die mitgeführten Seenotsignalmittel und das Mobiltelefon hingegen waren verloren. Die Segler versuchten, mit Signalpfeifen auf sich aufmerksam zu machen – vergeblich. Erst gegen 7.30 Uhr am Samstagmorgen, 10. Juni 2017, entdeckte die Besatzung einer Segelyacht die Schiffbrüchigen in der Nähe der Knaackrückenrinne an der Mündung des Peenestroms. Sie alarmierte über den internationalen Sprechfunk-Notrufkanal 16 die Seenotretter. Wegen des eigenen Tiefgangs konnte die Segelyacht nicht näher an die Schiffbrüchigen heranfahren.

Das Seenotrettungsboot HEINZ ORTH/Station Freest traf als erste Rettungseinheit vor Ort ein. Die Freiwilligen-Besatzung barg die unterkühlten und übermüdeten Segler ab und übergab sie zur medizinischen Versorgung an den wenige Minuten später eintreffenden Seenotrettungskreuzer EUGEN/Station Greifswalder Oie. Die Besatzung der EUGEN teilte warme Getränke und trockene Kleidung an die Schiffbrüchigen aus.

Die Seenotretter erbaten Notarzt und Rettungswagen in den Fischereihafen von Freest. Im Freester Stationsgebäude der Seenotretter wurden die Schiffbrüchigen durch den Landrettungsdienst versorgt. Allen dreien geht es den Umständen entsprechend gut. Glücklich nahm die Mutter der Familie ihren Mann und die beiden Söhne in Empfang. Die HEINZ ORTH schleppte den gekenterten Katamaran nach Kröslin.