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05.07.2015

Motorbootcrew zwischen Pier und Frachtschiff im Elbehafen Brunsbüttel gefangen

Erfolgreiche Suche nach orientierungsloser Floßbesatzung in der Ostsee

Nach Motorproblemen ist dieses Motorboot mit dem Ebbstrom zwischen Pier und Frachtschiff in eine gefährliche Lage geraten.

Nachdem das Glück zwei Motorbootfahrer zunächst verlassen hatte, kehrte es in Form der Seenotretter aus Brunsbüttel zurück: Die Freiwilligen-Mannschaft des Seenotrettungsbootes GILLIS GULLBRANSSON hat am Samstag, 4. Juli 2015, die zweiköpfige Besatzung der „Fortuna“ (lateinisch: „Glück“) aus einer gefährlichen Lage befreit. Nach Motorproblemen war das Boot im Brunsbütteler Elbehafen zwischen die Pier und ein großes Frachtschiff geraten. Ebenfalls glücklich ging ein Einsatz der Seenotretter aus Prerow/Wieck (Ostsee) für ein junges Paar in der nächsten Nacht zu Ende.

Brunsbüttel. Der Einsatz auf der Unterelbe sollte höchst ungewöhnlich enden, begann aber zunächst wie Routine: Gegen 10.35 Uhr meldete sich der Skipper mit Motorproblemen über den international einheitlichen UKW-Sprechfunk-Notrufkanal 16 bei der SEENOTLEITUNG BREMEN der DGzRS.

Während die Freiwilligen der Station Brunsbüttel das Seenotrettungsboot GILLIS GULLBRANSSON besetzten, spitzte sich die Situation zu: Das Ehepaar an Bord, unterwegs von Winsen/Luhe zur Ostsee, schaffte es zwar noch, die Massengutpier des Elbehafens anzusteuern. Doch aufgrund des starken Ebbstroms gelang es ihm nicht, dort festzumachen. Meter um Meter trieb sein Boot zwischen den 180 Meter langen Frachter „Atlantic Clover“ (Flagge: Panama) und die Pier.

Das Seenotrettungsboot GILLIS GULLBRANSSON hat angetaut und das Motorboot befreit.

Als die Seenotretter kurz darauf eintrafen, war das Paar in Gefahr: „Der Schwell eines vorbeifahrenden großen Schiffes hätte dazu führen können, dass der Frachter das kleine Boot zerdrückt“, schildert  Jochen Wilfarth, Bootsführer der GILLIS GULLBRANSSON. Er ließ das Seenotrettungsboot mit dem Ebbstrom auf den Havaristen zutreiben. Zügig und routiniert übergaben die Seenotretter eine Schleppleine. Zur Sicherheit übernahmen sie das Ehepaar, bevor die GILLIS GULLBRANSSON antaute und die „Fortuna“ glücklich befreite.

An Bord des Seenotrettungsbootes versorgte die Crew die Motorbootfahrer bei Außentemperaturen von mehr als 35 Grad Celsius zunächst mit reichlich Wasser. Im sicheren Schlepp der GILLIS GULLBRANSSON erreichte die „Fortuna“ den Brunsbütteler Yachthafen.

Prerow/Wieck. Ebenfalls glücklich ausgegangen ist eine Bootstour eines Paares im Bodstedter Bodden der Ostsee in der Nacht zu Sonntag, 5. Juli 2015. Die jungen Leute hatten ein Floß mit Deckshaus gechartert und vor Wieck über Nacht den Anker ausgebracht, der jedoch in starken Windböen eines Gewitterausläufers nicht hielt. Das Boot trieb über den Bodstedter Bodden.

Gegen 1.10 Uhr in der Nacht rief das verängstigte und orientierungslose Paar das Charterunternehmen an, das die DGzRS um Hilfe bat. Mit dem Seenotrettungsboot STRALSUND der Station Prerow/Wieck suchte eine Freiwilligen-Besatzung nach dem Floß. Eine Positionsangabe konnte das Paar nicht machen. „Wir haben die beiden deshalb telefonisch gebeten, mit einer Taschenlampe Lichtzeichen zu geben. So haben wir sie auf der anderen, südlichen Seite des Boddens zwischen Bodstedt und Pruchten gefunden“, berichtet Vormann Jens Pagel.

Das Floß lag sicher im dichten Schilfgürtel und war für die STRALSUND nicht mehr zu erreichen. Das junge Paar watete deshalb den Seenotrettern entgegen. Sie brachten die Urlauber sicher nach Wieck, wo sie den Rest der Nacht verbrachten.

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