Immer aktuell:
unsere Seenotfälle.

03.11.2010

Krankentransport bei drei Metern Wellenhöhe

Einsatz in der Kadetrinne für die Seenotretter

Bei starken südwestlichen Winden und ziemlich grober See mit Wellenhöhen um drei Meter hat die Besatzung des Seenotkreuzers THEO FISCHER der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS) in der Ostsee, zehn Seemeilen (ca. 19 Kilometer) vor Darßer Ort, am Mittwoch, dem 3. November 2010, von einer  Fähre ein akut erkranktes Besatzungsmitglied abgeborgen. Der Mann wurde in Schaprode an den Landrettungsdienst übergeben, der den Transport in fachärztliche Behandlung fortsetzte.


Der finnische Seemann aus der Stammbesatzung der 216 Meter langen schwedischen RoRo-Passagierfähre „Nordlink“ klagte am frühen Morgen über heftige Schmerzen im Bauch. Um 6.40 Uhr informierte die Schiffsführung zunächst die schwedische Seenotleitung in Göteborg. Die wiederum bat um 6.40 Uhr die SEENOTLEITUNG BREMEN um Unterstützung. Der zunächst angeforderte SAR-Hubschrauber kam wegen technischer Probleme nicht zum Einsatz, so dass umgehend der Seenotkreuzer THEO FISCHER alarmiert wurde.

Von der Station Darßer Ort aus dauerte der Anmarsch nur 90 Minuten trotz starker Winde um sechs Beaufort (bis zu 49 km/h Windgeschwindigkeit).
Gegen 08.30 Uhr wurde der Erkrankte auf einer Position östlich vom Ausgang der Kadetrinne bei drei Metern Wellenhöhe von den Seenotrettern abgeborgen.
Vormann Frank Weinhold: „Bei der sehr unruhigen See war das nicht gerade einfach. Der starke Südwestwind hatte die Ostsee ganz schön aufgewühlt. Im zweiten Anlauf hatten wir den Mann dann sicher übernommen.“ Im Bordhospital erfolgte die Erstbehandlung. Weinhold: „Wir sind dann durch etwas ruhigeres Fahrwasser nach Südosten abgelaufen und haben den Mann in Schaprode auf Rügen um 9.30 Uhr an Land übergeben.“


Die Seenotretter sind jährlich für rund 400 erkrankte oder verletzte Menschen im Einsatz, die von Seeschiffen, Inseln oder in der Nordsee von den Halligen zum Festland transportiert werden.


Die Kadetrinne gilt als eines der schwierigsten und gefährlichsten Gewässer der gesamten Ostsee. Unter anderem wegen des Gedser Riffs verringert sich an der schmalsten Stelle der schiffbare Bereich (je nach Tiefgang des Schiffes) auf 500 bis 1000 Meter und erfordert gleichzeitig einen Kurswechsel von etwa 90 Grad. Mit ca. 63.000 Durchfahrten jährlich ist die Kadetrinne einer der am stärksten befahrenen Seewege Europas.