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03.09.2011

Fahrgastschiff im Watt bei Amrum festgekommen: Seenotretter bergen Passagiere ab

Ein Teil der Passagiere verbringt die Nacht vor Amrum an Bord Erneut ist ein Fahrgastschiff in den Wattengebieten der Nordsee bei ablaufendem Wasser festgekommen. 59 Passagiere wurden von zwei Einheiten der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS) an der Nordspitze Amrums übernommen und an ein anderes Fahrgastschiff übergeben. 89 weitere Passagiere mussten die Nacht unvorhergesehen an Bord des Ausflugsschiffes verbringen.

In den frühen Abendstunden vom Freitag, den 2. September 2011, war das Fahrgastschiff „Adler IV“ bei einer Ausflugsfahrt an der Nordspitze Amrums festgekommen. Bei ablaufendem Wasser bestand keine Möglichkeit für das Schiff, sich aus eigener Kraft zu befreien. Der Kapitän der „Adler IV“ alarmierte die Seenotretter, die sofort mit dem Seenotrettungsboot HORST HEINER KNETEN der Freiwilligen-Station Hörnum und dem Seenotkreuzer VORMANN LEISS / Station Amrum ausliefen.

Bei Eintreffen der Rettungseinheiten war das Wasser bei dem festgekommenen Schiff jedoch bereits so flach, dass nur noch das Tochterboot JAPSAND des Seenotkreuzers mit seinem extrem geringen Tiefgang längsseits gehen konnte. Die Seenotretter übernahmen bei zahlreichen Anläufen 59 der insgesamt 148 Passagiere und übergaben sie an das Seenotrettungsboot HORST HEINER KNETEN und ein weiteres, zu Hilfe gekommenes Ausflugsschiff. Die letzten Anläufe waren nur noch mit einem Schlauchboot, das vom Sylter Katamaranclub zur Verfügung gestellt wurde, möglich. Nachdem die „Adler IV“ durch die Seenotretter mit Proviant versorgt worden war, blieben die 89 Passagiere mit fünf Besatzungsmitgliedern über Nacht im Watt an Bord. Ein Schiff der Wasserschutzpolizei befand sich in der Nähe auf Standby.

Erst gegen 5.30 Uhr morgens (Samstag, den 3.9.11) kam die „Adler IV“ mit Hilfe des Tochterbootes JAPSAND der Seenotretter bei auflaufendem Wasser frei und konnte das 3,5 Meilen (6 km) entfernte Hörnum anlaufen, wo die Passagiere endlich von Bord gehen konnten.

In der Nacht herrschten ruhige Wetterverhältnisse bei südlichen Winden mit zwei bis drei Beaufort (ca. 10 bis 20 km/h). Das Hochwasser war am Abend etwa 40 Zentimeter niedriger als normal aufgelaufen.

Erst vor wenigen Tagen war ein Fahrgastschiff im ostfriesischen Wattenmeer bei Hooksiel bei ablaufendem Wasser festgekommen. Auch dort hatten die Seenotretter die Passagiere von Bord geholt.

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