Hans-Hermann Trost wartet auf Gäste, die das ehemalige Motorrettungsboot LANGEOOG besichtigen möchten.
Foto: Privat
Obwohl die Frühlingssonne über Langeoog scheint, hat sich Hans-Hermann Trost aus Fuldatal einen Pullover und eine Jacke angezogen. Es ist kalt, doch die niedrigen Temperaturen halten den 82-Jährigen auch am 13. Mai nicht davon ab, wie schon an den Tagen zuvor auf einer kleinen Bank an Bord des Motorrettungsboots LANGEOOG Platz zu nehmen. Das Museumsschiff steht vor dem „Haus der Insel“. Von 1945 bis 1980 war es auf der ostfriesischen Insel stationiert und erinnert heute an die lange Geschichte der Seenotretter.
Neben sich hat Hans-Hermann Trost ein Sammelschiffchen platziert, aus einem Stoffbeutel ragt Informationsmaterial über die DGzRS hervor. Heute ist einer von zehn Einsatztagen im Mai, an denen der Ruheständler jeweils zwei bis drei Stunden auf der LANGEOOG ist, um Gästen von den Seenotrettern zu berichten. „Das Interesse ist wieder recht hoch“, sagt er. „Die Spendenfreude allerdings erkennbar geringer als im Vorjahr.“ Am Ende sind 162,21 Euro im Bauch der markanten rot-weißen Spendendose gelandet. Dennoch zieht er ein positives Fazit: „Das tägliche Ansitzen hat mir wieder Spaß gemacht und mir zahlreiche neue Eindrücke ermöglicht“, betont der ehemalige Studiendirektor.
Hans-Hermann Trost selbst ist seit Jahrzehnten Förderer der Seenotretter – noch länger kennt er ihre Arbeit. Angefangen hat alles 1956 mit einem Jahrbuch, das der damalige Schüler in wenigen Tagen durchliest und ihn begeistert zurücklässt. Später hält er zugunsten der DGzRS auf Langeoog Lichtbildervorträge, kommentiert im Sommer für die Gäste verschiedene Rettungsübungen vor der Insel. Im August 1997 ist er nach einem Herzinfarkt beim Schwimmen in der Nordsee selbst auf die Hilfe der Seenotretter angewiesen. Auch deshalb ist es ihm bei seinen Urlauben auf Langeoog immer ein großes Bedürfnis, anderen Menschen von den Einsätzen auf Nord- und Ostsee zu erzählen.
Sie wollen die Seenotretter auch unterstützen?
Dann spenden Sie online oder per Überweisung auf unser Spendenkonto: Sparkasse Bremen, BIC: SBREDE22, IBAN: DE36 2905 0101 0001 0720 16.