Punkrocker engagieren sich für die Seenotretter

Wenn auf Helgoland Menschen Pogo tanzen, hat die Rock’n’Roll-Butterfahrt angelegt. Drei Tage lang tummeln sich Lederjackenträgerinnen, Punkrock-Jünger und musikalische Minimalisten auf der Nordseeinsel. So direkt die Musik auch aus den Lautsprechern dröhnt, ihrer gesellschaftlichen Verantwortung sind sich die Festivalmacher und Fans bewusst: Seit vielen Jahren unterstützen sie regionale Organisationen, darunter die Seenotretter.

 

Menschenmenge bei einem Open-Air-Konzert auf einem Sandgelände, im Hintergrund eine kleine Bühne mit Band unter einem Zeltdach. Im Vordergrund stehen mehrere Personen dicht beieinander und halten eine grün‑weiß‑rote Flagge mit Krone und der Aufschrift „Helgoland“. Um sie herum weitere Besucher mit Getränken, Jacken und Mützen; dahinter Dünen und ein weiter Himmel.

Für 600 Euro ersteigert Festivalbesucherin Kerstin Duhme die einige Male auf der HERMANN MARWEDE mitgefahrene Helgoland-Flagge. Anschließend legt sie zur großen Freude des DGzRS-Ehrenamtlichen Ulf Gutberlet weitere 400 Euro obendrauf.

Foto: Die Seenotretter – DGzRS

„In den vergangenen Jahren haben wir mehr als 40.000 Euro an Spenden gesammelt“, sagt Festivalleiter Claus „Fabsi“ Fabian stolz. Angefangen hat alles 2011: Damals unterstützten die Organisatoren gemeinsam mit den Besucherinnen und Besuchern erstmals den auf Helgoland tätigen Naturschutzverein Jordsand mit 150 Euro. Nach und nach kamen weitere regionale Organisationen und Projekte hinzu: „Wir versteigern auf der Bühne allerlei Kurioses für den guten Zweck – von Güllegummihandschuhen bis zu Flaggen“, erzählt der einstige Schlagzeuger der Düsseldorfer Kult-Punkband „ZK“ – deren ehemalige Mitglieder Campino und Andreas „Kuddel“ von Holst später „Die Toten Hosen“ gründeten.

Die DGzRS profitiert mittlerweile ebenfalls von den Aktionen. Den Anstoß gab 2023 der Helgoländer Hummerhändler Sven Lurz. Bei einer Auktion erwarb er zwei identische, vom ihm selbstironisch als „hässlich“ bezeichnete Totenkopfbilder. „Als Insulaner fühle ich mich mit den Seenotrettern eng verbunden“, betont er. „Sie sind unsere Lebensversicherung, vor allem wenn der Hubschrauber nicht mehr fliegen kann. Der Seenotrettungskreuzer fährt immer.“ Einmal mussten die Rettungsleute den passionierten Segler vor Warnemünde schon selbst „aus der Klemme“ befreien. Seit 2023 wird eines der beiden Gemälde – das sogenannte „Wanderschädel-Bild“ – jedes Jahr zugunsten der DGzRS versteigert.

Wie wichtig die Seenotretter sind, haben die Organisatoren ebenfalls persönlich miterlebt: Das Festivalboot geriet vor Helgoland nach einem Maschinenschaden in Schwierigkeiten. Die Besatzung der HERMANN MARWEDE schleppte die manövrierunfähige „Kapitän Moped“ in den sicheren Hafen und half anschließend sogar bei der Reparatur. „Seitdem wissen wir, wie unverzichtbar die Gesellschaft für alle auf See und an der Küste ist“, sagt Claus „Fabsi“ Fabian. Für ihn ist die ARD-Reportagereihe „Die Seenotretter“ sowieso „spannender als jeder Tatort“.

Darum gab es bei der jüngsten Auflage der Rock’n’Roll-Butterfahrt vom 30. April bis 2. Mai nicht nur gepflegten Punkrock, Post-Punk oder New Wave von Bands wie „Gute Katze, Böse Katze“, „Kochkraft durch KMA“ und „Torpedo Mayer“, sondern abermals verschiedene Aktionen zugunsten der Seenotretter: Das 20 mal 20 Zentimeter große „Wanderschädel-Bild“ kam für 500 Euro unter den Hammer, eine einige Male auf der HERMANN MARWEDE mitgefahrene Helgoland-Flagge für 600 Euro. Zusätzlich verloste Sven Lurz zwei Hummer unter denjenigen, die vorher für einen selbst gewählten Betrag eine der 100 Lotterie-Postkarten erworben hatten. Dadurch kamen weitere 750 Euro zusammen.

Außerdem waren viele der rund 1.000 Musikfans äußerst spendabel: Am kleinen DGzRS-Infostand steckten sie reichlich Münzen und Scheine ins Sammelschiffchen. Am Ende summierte sich der Gesamtbetrag auf beinahe 3.000 Euro.

Über die Veranstaltung

Das Punkrock-Festival „Rock’n’Roll-Butterfahrt“ gibt es seit 2003. Im ersten Jahr fand es in der Nordseehalle auf Helgoland statt, bevor es bei der zweiten Auflage 2006 auf die vorgelagerte Düneninsel verlegt wurde. Eine Besonderheit: Die Organisatoren geben die auftretenden Bands erst bekannt, wenn alle Karten verkauft sind. Dennoch ist das Open-Air seit Jahren mit 1.000 Besucherinnen und Besuchern regelmäßig ausverkauft.

Drei Personen stehen am Strand vor einem Strandkorb und präsentieren an einem kleinen Stand Informationsmaterial und Spendenartikel der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger. Auf dem Tisch liegen Broschüren und kleine Figuren, davor ist ein Plakat mit einem Seenotrettungskreuzer und dem Text: „Ohne Deine Spende geht’s nicht. Bei jedem Wetter. Auf Nord- und Ostsee. Seit 1865.“ Im Hintergrund sind Sand, Dünen, ein rot-weißer Leuchtturm und das Meer bei Sonnenuntergang zu sehen.
Hummer für die Seenotretter: Sven Lurz (M.) sowie die DGzRS-Ehrenamtlichen Ulf Gutberlet (l.) und Peter Langbein am Seenotretter-Infostand | Foto: Die Seenotretter – DGzRS

„Als Insulaner fühle ich mich mit den Seenotrettern eng verbunden.“

Sven Lurz

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AKTUELLE DANKMELDUNGEN

Mehrere Menschen stehen fröhlich hinter einem blauen Banner in einem Hafen und präsentieren ein rot-weißes Sammelschiffchen der DGzRS. Zur Seite: Krabben pulen, Seenotretter unterstützen

Die Krabbenpul-Schule der Ditzumer Fischereibetriebe hat mehr als 1.000 Euro für die Arbeit der DGzRS eingebracht.

Zwei Personen stehen auf der Brücke eines Seenotrettungskreuzers vor den Navigationsgeräten. Eine Person sitzt und zeigt auf einen Bildschirm, während die andere neben ihr steht und aufmerksam auf die Anzeige blickt. Durch die Fenster ist ruhiges Wasser und eine Küstenlandschaft im Hintergrund zu sehen.. Zur Seite: Wetterprognosen helfen Seenotrettern auf See

Wertvolle Spende von Kieler Firma windfinder.com fließt in hochmoderne Ausrüstung der Seenotretter

Vier Personen stehen an Deck eines Seenotrettungskreuzers. Drei davon tragen Uniformen, der zweite von links eine rote Diensthose sowie ein weißes Seenotretter-T-Shirt. Dieser schüttelt dem links neben ihm stehenden Herrn die Hand, welcher einen symbolischen Spendenscheck über den Betrag von 1056,11 Euro vor sich hält. Im Hintergrund sind ein Hafen mit Segelbooten, Masten und Uferbebauung sowie strahlend blauer Himmel zu sehen.. Zur Seite: Maritime Handarbeit bringt Bares für die Seenotretter

Voll beladenes Sammelschiffchen in Unna dank der Reservisten-Arbeitsgemeinschaft Marine (RAG)

Eine junge Seenotretterin steuert von einem Außenfahrstand ein Tochterboot. Sie blickt nach hinten und spricht dabei in einen Funkhörer.

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