Aus vielen Cent werden 1.000 Euro für die Seenotretter

Die Betriebssportgruppe (BSG) TeXins des US-amerikanischen Technologieunternehmens Texas Instruments hat die DGzRS im Juli erstmals mit 1.000 Euro unterstützt. Maßgeblich initiiert wurde dies von dem leidenschaftlichen Segler Stephan C. Hartmann.

Vier Personen stehen im Steuerhaus eines historischen Schiffes. Zwei Personen halten ein Seenotretter-Sammelschiffchen vor sich, die zweite Person von links hingegen hält eine Art Dokument in die Kamera. Im Hintergrund sind Schiffsfenster, nautische Instrumente und das Steuerrad zu sehen.

An Bord des ehemaligen Seenotrettungskreuzers THEODOR HEUSS übergeben Stephan C. Hartmann (l.) und Jörg Kirchner (2. v. r.) von der Segelabteilung der BSG TeXins im Beisein der Kuratorin für Schifffahrt und Meeresforschung am Deutschen Museum, Daniela Menge, das Sammelschiffchen an den DGzRS-Ehrenamtlichen Andreas Vohberger. 

Foto: Deutsches Museum

Für die Segelabteilung der BSG TeXins ist das Engagement weit mehr als eine reine Spende. Besonders für deren Mitglied Stephan C. Hartmann sind die Seenotretter eine Herzenssache, seit er bei einer Atlantiküberquerung einen ihrer Einsätze hautnah miterlebte: Im März 2019 war er gemeinsam mit fünf weiteren Seglern in der Karibik unterwegs, einige Wochen später wollten sie in Europa ankommen. Doch ihre sorgfältig geplante Reise nahm eine dramatische Wendung: Etwa 175 Seemeilen (rund 325 Kilometer) nordwestlich von Puerto Rico wurde ein Crewmitglied plötzlich ohnmächtig und stürzte schwer. Dabei brach sich der Mann mehrere Rippen und benötigte dringend medizinische Hilfe. An Bord der 16,5 Meter langen Segelyacht „Meltemi“ des Deutschen Hochseesportverbandes Hansa konnte er nicht angemessen versorgt werden. 

Sofort informierte der Skipper die Rettungsleitstelle See der DGzRS über den Notfall. Die Seenotretter alarmierten über das Joint Rescue Sub-Centre (JRSC) San Juan die US-amerikanische Küstenwache, da Puerto Rico zu den Vereinigten Staaten gehört. Bald hörten die Segler das erlösende Geräusch eines Rettungshubschraubers. Dessen Besatzung nahm den Schwerverletzten auf und brachte ihn sicher an Land. „Die professionelle, schnelle und außergewöhnliche Hilfe der Rettungsleitstelle See war für uns von unschätzbarem Wert“, erinnert sich Hartmann. „Das Erlebnis hat mir eindrucksvoll gezeigt, wie unverzichtbar die Seenotretter sind. Es ist beruhigend zu wissen, dass sie im Notfall jederzeit bereitstehen und helfen.“ 

Einige Jahre später setzte Hartmann dann eine Idee in die Tat um: Im Betriebsratsbüro am europäischen Hauptsitz von Texas Instruments im oberbayerischen Freising stellte das Betriebsratsmitglied vor einigen Monaten ein Sammelschiffchen der Seenotretter auf. Seither befrachten es seine Kolleginnen und Kollegen, aber auch externe Gäste mit Münzen und Scheinen. Ob wenige Cent oder mehrere Euro, jeder Beitrag zählt. Die vielen kleinen Spenden summierten sich schließlich zu einer beachtlichen Summe, die der Konzern noch großzügig auf insgesamt 1.000 Euro aufstockte. „Gemeinsam haben wir gezeigt, dass viele kleine Beiträge etwas Großes bewirken können“, sagt Hartmann. 

Die Spende überreichte er gemeinsam mit dem Segelabteilungsleiter Jörg Kirchner am 25. Juli im Deutschen Museum in München an den DGzRS-Ehrenamtlichen Andreas Vohberger. „Das Sammelschiffchen steht weiterhin im Betriebsratsbüro“, sagt Hartmann an Bord des ehemaligen Seenotrettungskreuzers THEODOR HEUSS. „Wir wollen damit auch künftig einen kleinen Beitrag für die großartige Arbeit der Seenotretter leisten.“

Blick von unten auf einen Rettungshubschrauber, der vor klarem blauen Himmel fliegt. An einem Seil wird eine Person unter dem Hubschrauber hängend nach oben gezogen.
Rettung aus der Luft: Von einem Hubschrauber der US-amerikanischen Küstenwache wird zunächst ein Besatzungsmitglied heruntergelassen, ehe der schwerverletzte Segler aufgenommen werden kann. | Foto: Privat

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