Seenotretter nehmen Auto auf den Haken – Amphibienfahrzeug mit Motorschaden

Ungewöhnlicher Einsatz für die freiwilligen Seenotretter der Station Maasholm: Mit dem Seenotrettungsboot HELLMUT MANTHEY der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS) haben sie am Sonntagnachmittag, 24. Mai 2026, auf der Schlei ein manövrierunfähiges Amphibienfahrzeug eingeschleppt.

Ein Seenotrettungsboot der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger auf bewegter See, von dessen Heck eine Leine zu einem kleinen roten Amphibienfahrzeug im Wasser führt; in dem Fahrzeug sitzen zwei Personen. Im Vordergrund sind Deck, Reling und orangefarbene Aufbauten des Seenotrettungsbootes sichtbar, im Hintergrund eine Küstenlinie mit Bäumen und einzelnen Gebäuden unter blauem Himmel.

Mit dem Seenotrettungsboot HELLMUT MANTHEY schleppen die freiwilligen Seenotretter der DGzRS-Station Maasholm ein Amphibienfahrzeug in Richtung Land.
 

Foto: Die Seenotretter – DGzRS

Gegen 13 Uhr hatte sich der Fahrer bei der von der DGzRS betriebenen deutschen Rettungsleitstelle See, dem Maritime Rescue Co-ordination Centre (MRCC) Bremen, gemeldet: Vor dem Schleswiger Stadtteil Holm hatte sein Amphibienfahrzeug einen Motorschaden erlitten. Aus eigener Kraft konnten er und seine Mitfahrerin das Ufer nicht mehr erreichen und benötigten dringend Hilfe. 

Da das Seenotrettungsboot HERWIL GÖTSCH der Freiwilligenstation Schleswig derzeit in der Werft ist, alarmierte die Rettungsleitstelle See der DGzRS die freiwilligen Seenotretter aus Maasholm. Für die Rettungsleute war es eine Premiere: „Ein Auto im Schlepp hatten wir noch nie“, sagte Rettungsmann Sebastian Petersen. Die besondere Herausforderung: Das Amphibienfahrzeug verfügt weder über Klampen noch Poller zum Belegen einer Schleppleine. 

Glücklicherweise hatte der Mann vor Fahrtantritt eine Leine an der unter Wasser befindlichen Schleppöse seines Autos angebracht. Mit dieser belegten die Seenotretter eine Klampe auf dem Seenotrettungsboot HELLMUT MANTHEY. Anschließend schleppten sie das Amphibienfahrzeug langsam nach Haddeby. 

Aufgrund der geringen Wassertiefe kurz vor dem Strand musste allerdings ein Seenotretter noch in einem Überlebensanzug ins Wasser steigen, um das Auto per Muskelkraft ein paar Meter zum Ufer zu ziehen. Erst dann reichte die Leine bis zu einem an Land stehenden Fahrzeug, das schließlich das Amphibienauto aus dem Wasser zog. 

Anschließend liefen die freiwilligen Seenotretter sofort zum nächsten Einsatz weiter: Eine Segelyacht hatte auf der Schlei ebenfalls einen Maschinenschaden erlitten. In diesem Fall war das Schleppen reine Routine: Denn Yachten sind dafür vorgesehen, mit Leinen gesichert zu werden.

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