Medizinischer Notfall östlich der Ostseeinsel Rügen

Die Seenotretter der Station Sassnitz sind gemeinsam mit der Besatzung eines Rettungshubschraubers von NHC Northern Helicopter und eines Minenjagdbootes der Deutschen Marine am Donnerstag, 6. August 2026, im Einsatz für einen stark seekranken Segler gewesen. Das Tochterboot NOTARIUS des Seenotrettungskreuzers HARRO KOEBKE der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS) brachte den Patienten sicher an Land.

Ein rot-weißes Seenotrettungsboot fährt mit hoher Geschwindigkeit über eine aufgewühlte See und wirbelt dabei Gischt auf. Im Hintergrund ist ein größerer rot-weißer Seenotrettungskreuzer zu sehen. Dunkle, schwere Gewitterwolken hängen über dem Meer und verleihen der Szene eine dramatische Atmosphäre.

Mit dem Tochterboot NOTARIUS des Seenotrettungskreuzers HARRO KOEBKE der DGzRS haben die Seenotretter einen stark seekranken Segler sicher in den Hafen gebracht. 

Archivfoto: Die Seenotretter – DGzRS

Gegen 16.30 Uhr empfing die Seenotküstenfunkstelle Bremen Rescue Radio der DGzRS auf dem international einheitlichen UKW-Sprechfunk-Not- und Anrufkanal 16 einen sehr schwachen Notruf östlich der Insel Rügen. Bremen Rescue Radio ist Teil der deutschen Rettungsleitstelle See der DGzRS, des Maritime Rescue Co-ordination Centres (MRCC) Bremen. Sie überwacht die Notfunkkanäle und wickelt den kompletten Not- und Dringlichkeitsfunkverkehr auf See ab. 

Die lediglich bruchstückhaft zu vernehmende Nachricht deutete auf einen medizinischen Notfall hin. Die genaue Position des aussendenden Schiffes war zunächst nicht zu ermitteln, da keine erneute Verbindung zustande kam. Erst die polnische Fähre „Polonia“ konnte diese in einem weiteren Funkspruch klar und deutlich hören: Die um Hilfe rufende Crew befand sich mit ihrem Fahrzeug etwa 20 Seemeilen (rund 37 Kilometer) östlich der Ostseeinsel. Zudem war klar: Die Besatzung benötigte dringend medizinische Unterstützung. 

Sofort alarmierte die Rettungsleitstelle See der DGzRS die Seenotretter der Station Sassnitz und einen Rettungshubschrauber von NHC Northern Helicopter. Außerdem nahm sie das in der Nähe der Unglücksstelle fahrende Minenjagdboot „Bad Bevensen“ der Deutschen Marine in den Einsatz auf. 

Der Rettungshubschrauber traf als erste Einheit am Einsatzort ein. Die Besatzung konnte allerdings den Notarzt und die Notfallsanitäterin bei westlichem Wind der Stärke 5 (bis zu 38 km/h) und bis zu zweieinhalb Metern Seegang nicht gefahrlos auf das 7,5 Meter lange Segelboot abwinschen. Deshalb entschied sie, die beiden per Seilwinde auf der HARRO KOEBKE abzusetzen. Für ein solches Manöver verfügt der Seenotrettungskreuzer über ein spezielles Hubschrauberarbeitsdeck. 

Mit dem Tochterboot NOTARIUS brachten die Seenotretter die medizinische Crew zum Havaristen, um die Erstversorgung des stark seekranken Mannes zu ermöglichen – schwere Seekrankheit ist auf See eine ernste Gefahr. Sie gingen bei dem Boot längsseits und übernahmen den Segler. Im geschlossenen Deckshaus der NOTARIUS stabilisierten Notarzt und Notfallsanitäterin den Patienten. Der andere Segler verblieb zunächst auf dem Boot, ehe ein Beiboot des Minenjagdbootes ihn übernahm. Zuvor war bereits ein Marinesoldat auf den Havaristen übergestiegen. 

Während der Rettungshubschrauber zum Auftanken nach Rügen flog, brachten die Seenotretter den Mann mit der NOTARIUS nach Sassnitz. Unterwegs kümmerte sich das medizinische Team weiter um den Patienten. Die „Bad Bevensen“ nahm das Segelboot auf den Haken und schleppte es in Richtung Rügen. Im Hafen von Sassnitz übergaben die Seenotretter den stark seekranken Mann gegen 20.15 Uhr an einen Rettungswagen. Anschließend übernahmen sie mit der NOTARIUS den zweiten Segler und das Boot von der „Bad Bevensen“, um sie in den Hafen zu bringen.

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