23.04.2020

Drei Verletzte nach Schiffskollision in Windpark

Neuer Borkumer Seenotrettungskreuzer SK 40 erstmals im Einsatz.
Bereits einen Tag nach seiner Stationierung auf Borkum ist der neue Seenotrettungskreuzer SK 40 der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS) erstmals im Einsatz gewesen. Am Donnerstagabend, 23. April 2020, nahmen die Borkumer Seenotretter Kurs auf ein Windparkschiff auf der Nordsee. Es war im Offshore-Windpark Borkum Riffgrund 1 mit einer Windkraftanlage kollidiert. Dabei wurden drei Besatzungsmitglieder verletzt. Der Havarist schlug leck, Wasser drang ein.

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Der neue Seenotrettungskreuzer SK 40, die künftige HAMBURG, hat sich bereits einen Tag nach der Stationierung auf Borkum im Einsatz bewährt. (Fotos: Flying Focus/Herman IJsseling)

SK 40 an der Unglücksstelle, voraus der Offshore-Versorger „Siem Barracuda“

Begrüßung auf Borkum am Abend des 22. April: SK 40 wird von seinem Vorgänger ALFRIED KRUPP in den Hafen begleitet.

Gegen 18.25 Uhr meldete sich die unter britischer Flagge fahrende „Njord Forseti“ nach der Kollision über Funk bei den Seenotrettern. Das 26 Meter lange Crew Transfer Vessel (CTV) für 24 Passagiere befand sich etwa 24 Seemeilen (rund 45 Kilometer) nördlich von Borkum. Bei der Kollision waren drei Menschen an Bord verletzt worden, einer von ihnen schwer.

Die Seenotretter sprachen den in der Nähe fahrenden Offshore-Versorger „Siem Barracuda“ an. „Wir wussten aus einem früheren Einsatz, dass dort ein Notfallsanitäter an Bord ist. Er hat nur wenige Minuten später mit der Erstversorgung der Verletzten begonnen“, berichtet Dirk Lindemann, Wachleiter in der SEENOTLEITUNG BREMEN der DGzRS.

Der noch ungetaufte neue Seenotrettungskreuzer SK 40, die künftige HAMBURG der DGzRS-Station Borkum, nahm Kurs auf den Unglücksort. Die Seenotretter alarmierten außerdem einen mit Notarzt besetzten Rettungshubschrauber von Northern HeliCopter. Der Havarist meldete unterdessen Schäden am Bug. Durch einen etwa halbmeterlangen Riss drang Wasser ein. Auch das Zollschiff „Helgoland“ und das Mehrzweckschiff „Mellum“ fuhren zur Unglücksstelle.

Der Rettungshubschrauber flog den Schwerverletzten von der „Siem Barracuda“ ins Universitätsklinikum Groningen/Niederlande und anschließend einen leichter Verletzten nach Westerstede. Das CTV „Njord Zephyr“ übernahm einen weiteren Leichtverletzten.

Der Besatzung des beschädigten Havaristen gelang es, den Wassereinbruch mit Bordmitteln unter Kontrolle zu halten. SK 40 begleitete ihn sicherheitshalber auf seiner Reise Richtung Lauwersoog/Niederlande.

Der neue Seenotrettungskreuzer war erst am Mittwochabend unter großer Anteilnahme der Insulaner auf Borkum begrüßt worden. Sein Vorgänger ALFRIED KRUPP, die EUGEN/Station Norderney und das niederländische Seenotrettungsboot JAN EN TITIA VISSER/Station Eemshaven liefen gemeinsam mit SK 40 in den Hafen ein. Die Borkumer Feuerwehr bereitete den Seenotrettern mit Martinshorn und Wasserfontänen einen unvergesslichen Empfang.

Nach gut einjähriger Bauzeit und sehr zufriedenstellender Erprobung „auf Herz und Nieren“ hat SK 40 die ALFRIED KRUPP nach 32 Einsatzjahren abgelöst. Sie soll am 24. April Borkum verlassen, noch eine kurze Vertretung auf Amrum übernehmen und wird dann verkauft. Wann SK 40 und sein Tochterboot TB 44 ihre Namen erhalten, steht noch nicht fest. Die für den 19. April an der Elbphilharmonie in Hamburg geplante Taufe konnte Coronavirus-bedingt nicht stattfinden.

Ergänzung 24. April:

Der Havarist hat in der Nacht sicher den Hafen Eemshaven erreicht.

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