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14.12.2016

Vermisster Fischer vor Rerik gefunden: Boot trieb stundenlang auf der Ostsee

Ein vermisster Nebenerwerbsfischer aus Timmendorf auf Poel wurde heute, Dienstag, den 13. Dezember 2016, am späten Abend durch die Besatzung des Frachtschiffes „André W.“ etwa in Höhe von Rerik in seinem Boot auf der Ostsee aufgefunden und wurde von der Crew des Fischereischutzschiffes „Seeadler“ bis zum Eintreffen der Seenotretter gesichert.

Seenotrettungsboot GÜNTHER SCHÖPS (Archivbild)

Die SEENOTLEITUNG BREMEN der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS) hatte eine großangelegte Suche ausgelöst, nachdem der Mann in den frühen Abendstunden von einem Familienangehörigen als überfällig gemeldet worden war. Es war lediglich bekannt, dass der Fischer häufig in der Höhe von Rerik auf der Ostsee unterwegs war.
Die SEENOTLEITUNG BREMEN alarmierte umgehend über Funk die Schifffahrt im entsprechenden Seegebiet sowie ihre Seenotrettungseinheiten GÜNTHER SCHÖPS / Station Timmendorf auf Poel, HANS HACKMACK / Station Grömitz sowie ARKONA / Station Warnemünde. Auch die Bundespolizeischiffe „Eschwege“ sowie „Altmark“ wurden in die Suche einbezogen. Die Wasserschutzpolizei Wismar suchte landseitig nach dem Mann.
Um 19.20 Uhr meldete der Frachter „André W.“ auf der Ostsee in Höhe des Naturschutzgebietes Wustrow ein auffälliges Radarecho und reduzierte die Fahrt. Aufgrund seines Tiefgangs konnte er sich der Position jedoch nicht weiter nähern. Das Fischereischutzschiff „Seeadler“ der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) nahm Kurs auf die angegebene Position und setzte vor Ort sein Beiboot aus. Wenig später kam die gute Nachricht, dass der Fischer mit seinem Boot gefunden wurde.
Um 19.45 Uhr nahmen die freiwilligen Seenotretter mit ihrem Seenotrettungsboot GÜNTHER SCHÖPS den Fischer von seinem havarierten Fahrzeug  an Bord. Dem Mann geht es den Umständen entsprechend gut. Sein Fischerboot nahm die GÜNTHER SCHÖPS im Schlepp mit nach Timmendorf, wo die freiwilligen Seenotretter um 21.40 Uhr wieder eintrafen.
Der Fischer war bereits am Mittag ausgelaufen. Am Nachmittag fielen sowohl die Maschine als auch die Bordelektronik seines Bootes aus. Seitdem war das Boot auf der Ostsee umhergetrieben. In der Dunkelheit hatte der Mann versucht, sich der Schifffahrt durch Signale mit einer Taschenlampe bemerkbar zu machen.
Die Wassertemperatur der Ostsee beträgt zurzeit etwa acht Grad Celsius, die Lufttemperatur lag am Abend bei etwa fünf Grad.