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06.09.2019

Seenotretter befreien zwei Segler aus misslicher Lage

Zwei Segler sind am Donnerstag, 5. September 2019, im Greifswalder Bodden in Seenot geraten. Bei starkem Seegang und Windböen bis sechs Beaufort (bis zu 49 km/h) hatte ihre Segelyacht Wassereinbruch. Gleichzeitig zog sich einer der beiden Männer eine schwere Gesichtsverletzung zu. Die Seenotretter der Stationen Greifswalder Oie und Stralsund sowie ein Hubschrauber kamen ihnen zu Hilfe.

Bei ruppiger See schleppen die freiwilligen Seenotretter aus Stralsund mit dem Seenotrettungsbootes HERTHA JEEP das havarierte Segelboot nach Stahlbrode.

Der Notruf erreichte die SEENOTLEITUNG BREMEN der DGzRS gegen 15 Uhr: Auf dem Segelboot „Inger“ hatte ein Segler eine stark blutende Wunde im Gesicht. Er benötigte umgehend ärztliche Hilfe. Außerdem meldete der Skipper Wassereinbruch, der jedoch mit Bordmitteln unter Kontrolle zu halten war. Weder per Handy noch per Funk konnte eine stabile Kommunikationsverbindung mit dem Havaristen aufgebaut werden, auch eine genaue Position war nicht zu ermitteln. Sicher war lediglich: Die Segler befanden sich im westlichen Teil des Greifswalder Boddens.

Die Wachleiter alarmierten sowohl den Seenotrettungskreuzer BERTHOLD BEITZ/Station Greifswalder Oie als auch das Seenotrettungsboot HERTHA JEEP/Station Stralsund. Aufgrund des dringenden medizinischen Notfalls zogen sie auch den Hubschrauber „Northern Rescue 02“ von Northern HeliCopter (NHC) hinzu.

Die Seenotküstenfunkstelle BREMEN RESCUE RADIO der DGzRS sendete ein „Mayday Relay“ aus, um die gesamte Schifffahrt in dem Seegebiet um erhöhte Aufmerksamkeit zu bitten. Auf diese Weise gelang es schließlich, die genaue Position zu ermitteln: Die Segler befanden sich etwa eineinhalb Seemeilen (etwa drei Kilometer) östlich von Palmer Ort – dem südlichsten Punkt der Insel Rügen am Strelasund.

Als erstes war gegen 15.45 Uhr der Hubschrauber vor Ort. Die Besatzung setzte per Seilwinde einen Arzt auf dem Havaristen ab, der den verletzten Mann medizinisch versorgte. Wenig später trafen die Seenotretter mit der BERTOLD BEITZ ein, und gingen trotz schwieriger Bedingungen bei dem neun Meter langen Segelboot längsseits: „Wir mussten bei der ruppigen See mit einer steilen und kurzen Welle von bis zu eineinhalb Metern gut abfendern“, beschreibt Vormann Hartmut Trademann die Situation vor Ort. Die Seenotretter übernahmen den Verletzten und den Arzt. Vom Seenotrettungskreuzer wurden die beiden aufgewinscht und in ein nahe gelegenes Krankenhaus gebracht. Das direkte Aufwinschen vom Segelboot war nicht möglich.

Der zweite Segler blieb auf dem Boot, und wurde von den freiwilligen Seenotrettern aus Stralsund mit der HERTHA JEEP unterstützt. Sie nahmen den Havaristen auf den Haken und schleppten ihn nach Stahlbrode. Während der rund zweistündigen Schleppreise schöpfte der Skipper fast ununterbrochen Wasser aus seinem Boot: „Wir haben den Schleppanhang immer gut im Blick gehabt und hätten sofort eingegriffen, wenn sich die Lage verschlimmert hätte“, so Vormann Joachim Venghaus.

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