Maschinenraumbrand auf Windparkschiff nordwestlich von Helgoland | DGzRS Die Seenotretter

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15.11.2017

Maschinenraumbrand auf Windparkschiff nordwestlich von Helgoland

Auf einem Windparkschiff ist am Mittwochmorgen, 15. November 2017, nordwestlich der Insel Helgoland ein Brand im Maschinenraum ausgebrochen. Er ist inzwischen unter Kontrolle. Der Seenotrettungskreuzer HERMANN MARWEDE der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS) übernahm acht Windparktechniker von Bord des Crew Transfer Vessels (CTV). Die Seenotretter schleppen den Havaristen derzeit nach Helgoland.

Mit dem Tochterboot VERENA des Seenotrettungskreuzers HERMANN MARWEDE übernehmen die Seenotretter acht Windparktechniker vom Havaristen „World Calima“.

Gegen 8.20 Uhr erreichte die SEENOTLEITUNG BREMEN der DGzRS über Seefunk ein automatischer Seenotruf der „World Calima“. Die auf Helgoland stationierte HERMANN MARWEDE lief sofort aus und nahm Kurs auf den Havaristen. Die Besatzung des Seenotrettungskreuzers hatte den Notruf ebenfalls mitgehört.

Die unter dänischer Flagge fahrende „World Calima“ befand sich zu dieser Zeit etwa 18 Seemeilen (ca. 33 Kilometer) nordwestlich der Insel Helgoland im Windpark „Nordsee Ost“. An Bord des gut 31 Meter langen Schiffes befanden sich acht Windparktechniker und fünf Besatzungsmitglieder. Alle blieben unverletzt.

Im Maschinenraum des Trimarans hatte die Besatzung starke Rauchentwicklung bemerkt. Sie brachte den Brand mit Bordmitteln unter Kontrolle, indem sie den Maschinenraum verschloss und ihn mit Kohlendioxid flutete. Zur Unglückszeit herrschten im Seegebiet nordwestlich von Helgoland nordwestliche Winde zwischen drei und vier Beaufort (bis 28 km/h Windgeschwindigkeit).

An Bord der „World Calima“ hatte die Besatzung starke Rauchentwicklung im Maschinenraum festgestellt, als sich das Crew Transfer Vessel in einem Windpark befand.

Das in der Nähe fahrende Windparkschiff „Windea Two“ stellte eine erste Leinenverbindung zur „World Calima“ her, um den manövrierunfähigen Havaristen aus dem Windpark zu schleppen und eine Kollision mit Windkraftanlagen zu vermeiden.

Die HERMANN MARWEDE traf gegen 9.40 Uhr vor Ort ein. Etwa 15 Minuten später folgte ein aus vier Schiffen bestehender Nato-Marineverband. Die Seenotretter bestimmten das deutsche Minenjagdboot „Sulzbach-Rosenberg“ zum Einsatzleiter vor Ort (On-Scene Co-ordinator). Das Tochterboot VERENA der HERMANN MARWEDE übernahm die acht Windparktechniker und brachte sie auf den Seenotrettungskreuzer.

Die Besatzung der „World Calima“ blieb an Bord. Die Seenotretter stellten eine stärkere Schleppverbindung her und nahmen den Havaristen auf den Haken. Begleitet von der „Sulzbach-Rosenberg“ ist der Schleppverband derzeit unterwegs nach Helgoland. Dort soll er gegen 15 Uhr eintreffen.

Der Seenotrettungskreuzer ANNELIESE KRAMER/Station Cuxhaven bringt derzeit eine Brandbekämpfungseinheit der Berufsfeuerwehr Cuxhaven nach Helgoland. Die Experten für Schiffsbrandbekämpfung sollen gemeinsam mit der Freiwilligen Feuerwehr Helgoland im Inselhafen die weiteren Maßnahmen übernehmen.

Nachtrag 15. November, 18.30 Uhr:
Gegen 16.45 Uhr hat der Schleppverband sicher Helgoland erreicht. Die Experten der Feuerwehr haben kein Feuer mehr feststellen können, sind aber derzeit noch vor Ort.

Der Seenotrettungskreuzer HERMANN MARWEDE schleppt den Havaristen in den Hafen von Helgoland ein.