Maschinenraumbrand auf Windparkschiff in der Ostsee – Seenotretter koordinieren Einsatz

Nach einem Brand im Maschinenraum hat ein deutsches Windparkschiff in der Ostsee am Karsamstag, 4. April 2026, sicher den dänischen Hafen Klintholm erreicht. Alle zehn Menschen an Bord blieben unverletzt. Die Deutsche Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS) koordinierte den Einsatz gemeinsam mit ihren dänischen Kollegen.

Seenotrettungskreuzer HARRO KOEBKE in voller Fahrt auf der Ostsee

Kurs auf den Havaristen nahm unter anderem der Seenotrettungskreuzer HARRO KOEBKE/Station Sassnitz.

Gegen 9.25 Uhr alarmierte ein unter deutscher Flagge fahrendes 18 Meter langes und neun Meter breites Crew Transfer Vessels (CTV) die Seenotretter. Über den international einheitlichen Sprechfunk-Not- und Anrufkanal 16 meldete es einen Brand im Maschinenraum. Der Havarist mit zehn Menschen an Bord befand sich zu diesem Zeitpunkt in der Nähe des Offshore-Windparks „Baltic 2“ östlich der dänischen Insel Møn und nordwestlich der deutschen Insel Rügen.

Die von der DGzRS betriebene deutsche Rettungsleitstelle See, das Maritime Rescue Co-ordination Centre (MRCC) Bremen, koordinierte den Einsatz. Der Seenotrettungskreuzer HARRO KOEBKE der DGzRS-Station Sassnitz, das in der Nähe fahrende Einsatzschiff der Bundespolizei „Neustadt“ und ein ebenfalls im Seegebiet befindliches weiteres Windparkschiff machten sich umgehend auf den Weg zum Havaristen.

Zur Unterstützung aus der Luft starteten ein dänischer SAR-Hubschrauber, ein deutscher SAR-Hubschrauber der Marineflieger und ein deutscher Offshore-Rettungshubschrauber von NHC Northern Helicopter.

Unterdessen stellte die CTV-Besatzung den Verschlusszustand her. Mit Bordmitteln gelang es der Crew, den Brand im Maschinenraum unter Kontrolle zu bringen. Mit seiner zweiten Maschine blieb der Havarist manövrierfähig. Alle zehn Menschen an Bord waren wohlauf. Unter Sicherungsbegleitung der „Neustadt“ nahm das CTV Kurs auf den Hafen von Klintholm.

Die Rettungsleitstelle See der DGzRS entließ die HARRO KOEBKE und die drei Hubschrauber aus dem Einsatz. MRCC Bremen übergab die Koordinierung der weiteren Maßnahmen an das dänische Joint Rescue Co-ordination Centre (JRCC) Karup. Gegen 13 Uhr machte das CTV sicher im Hafen von Klintholm fest.

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Am Rand zu erkennen: Ein Seenotrettungsboot. Im Hintergrund die Steilküste von Rügen, davor das Meer. Zur Seite: Seenotretter und Feuerwehr retten im Kreideschlamm eingesunkene Wanderer von Steilküste

Die Seenotretter der Station Sassnitz der DGzRS haben gemeinsam mit der Freiwilligen Feuerwehr Sassnitz einen Mann und eine Frau vom Strand unterhalb der Kreidefelsen des Nationalparks Jasmund gerettet.

Der Rücken eines Wals ist im Wasser sichtbar, im Hingergrund ein Seenotrettungskreuzer. Zur Seite: Seenotretter helfen bei Befreiung von gestrandetem Wal

Zuständige Gemeinde Timmendorfer Strand leitet Rettungsaktion und bittet DGzRS um Amtshilfe.

Nächtliche Szene auf dem Wasser: Im linken Vordergrund ist die Steuerbordseite des Tochterbootes Notarius zu sehen, dessen grünes Positionslicht sowie Hafenbeleuchtung auf dem rot-weißen Lack reflektiert. Die Lichter des Hafens spiegeln sich zudem farbig im dunklen Wasser. In der Bildmitte, etwa 50 Meter vor dem Tochterboot, sieht man das Heck eines nur spärlich durch Notbeleuchtung beleuchteten Schiffes – des Havaristen. Ganz schwach ist darauf der Schriftzug „Kalkgrund“ zu erkennen. Die Wellen kräuseln sich leicht hinter dem Havaristen, der auf den Hafen zusteuert.. Zur Seite: Seenotretter im Einsatz für Wachschiff mit Maschinenproblemen

In der Nacht zum Donnerstag, 19. März 2026, sind die Seenotretter einem Wachschiff der Offshore-Windindustrie mit Maschinenproblemen östlich von Rügen zu Hilfe gekommen.

Eine junge Seenotretterin steuert von einem Außenfahrstand ein Tochterboot. Sie blickt nach hinten und spricht dabei in einen Funkhörer.

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