Seenotretter gemeinsam mit Zoll im Einsatz für Seemann von Windpark-Errichterschiff

Die Seenotretter der Station Borkum der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS) waren in der vergangenen Nacht (9./10. März 2026) für einen schwer erkrankten Seemann im Einsatz. In Zusammenarbeit mit dem Zollschiff „Borkum“ und einem Offshore-Versorgungsschiff holten die Seenotretter den Mann von einem norwegischen Windpark-Errichterschiff, damit er in ein Krankenhaus gebracht werden konnte.

Ein Seenotrettungskreuzer bei Nacht in dichtem Nebel auf der Nordsee

Der Seenotrettungskreuzer HAMBURG (DGzRS-Station Borkum) bei Nebel vor dem Längsseitsgehen zur Übernahme eines verletzten Seemannes 

Quelle: Die Seenotretter – DGzRS/Zoll

Über Funk hatte der Kapitän des Windpark-Errichterschiffes Kontakt mit der von der DGzRS betriebenen Rettungsleitstelle See, dem Maritime Rescue Coordination Centre (MRCC) Bremen aufgenommen. Ein schottischer Seemann (57) an Bord litt unter starken Bauchschmerzen. Der Mann wurde auf dem 88 Meter langen Errichterschiff vom bordeigenen Sanitäter behandelt, benötigte aufgrund seines Gesundheitszustandes jedoch dringend eine Weiterbehandlung in einem Krankenhaus.

Dichter Seenebel in weiten Teilen der Nordsee mit einer Sichtweite zum Teil unter 150 Metern verhinderte den Einsatz von Hubschraubern. Die Rettungsleitstelle See alarmierte deshalb den Seenotrettungskreuzer HAMBURG der Station Borkum, der sich kurz vor 22 Uhr auf die etwa zweieinhalb Stunden lange Anfahrt machte. Das Zollschiff „Borkum“, das einen Sanitäter an Bord hatte, bot von See seine Unterstützung an.

Das Zollschiff traf gegen 23.30 Uhr vor Ort ein. Schnell wurde klar, dass aufgrund der Bauweise ein Längsseitsgehen beim Windpark-Errichterschiff nicht in Frage kam. Um den Transport des Erkrankten zu beschleunigen wurden der Patient, der Sanitäter des Zollschiffes, eine Begleitperson und ein weiteres Crewmitglied zunächst per Zoll-Tochterboot auf den wesentlich kleineren, 33 Meter langen Offshore-Versorger „Improver“ gebracht, der daraufhin dem Seenotrettungskreuzer entgegen lief. Die Sicht hatte sich auf See zu diesem Zeitpunkt durch zunehmenden Seenebel weiter verringert.

Bei seinem Eintreffen konnte der Seenotrettungskreuzer HAMBURG an der „Improver“ direkt längsseits gehen und die vier Personen problemlos übernehmen.

Etwa zweieinhalb Stunden später übergaben die Seenotretter den erkrankten Schotten und ein ihn begleitendes Crewmitglied im niederländischen Eemshaven an einen Rettungswagen. 

Erst in der Nacht zuvor war das Zollschiff ebenfalls mit den Seenotrettern unterstützend im Einsatz gewesen. 75 Seemeilen (135 Kilometer) nördlich von Helgoland war ein nigerianischer Seemann nach einer schweren allergischen Reaktion von einem Offshore-Versorger geholt worden. Vom Helgoländer Seenotrettungskreuzer HERMANN MARWEDE war er nach Helgoland und dort ins Klinikum gebracht worden. Auch in dem Fall hatte die Besatzung des Zollschiffes den Einsatz mit ihrem Tochterboot unterstützt.

Ohne Deine Spende geht’s nicht!

Seenotrettungskreuzer EUGEN der DGzRS und Rettungshubschrauber „Northern Rescue 03“ von NHC gemeinsam im Einsatz vor Juist. Zur Seite: Seekajakfahrer vor Juist in Seenot – Seenotretter und Hubschrauber im Einsatz

Zwei Seekajakfahrer sind am Sonntagmittag, 6. September 2026, vor dem Ostende der Insel Juist in der Brandung in Seenot geraten. Die Seenotretter und weitere Kräfte waren gemeinsam im Einsatz.

Zur Seite: Seenotretter, Bundespolizei und Hubschrauber für schwer erkrankten Einhandsegler im Einsatz

Die Seenotretter der Stationen Helgoland und Hooksiel waren am 27. August 2026 gemeinsam mit der Bundespolizei See und einem Hubschrauber von NHC Northern Helicopter im Einsatz für einen schwer erkrankten Einhandsegler.

Ein Seenotrettungskreuzer auf der Nordsee vor Büsum. Zur Seite: Seenotretter im Einsatz für drei Schiffbrüchige vor Büsum

Die Seenotretter der Station Büsum sind am Samstag, 22. August 2026, für drei Schiffbrüchige im Einsatz gewesen. Die Segler – ein Ehepaar und der erwachsene Sohn – waren mit ihrem Jollenkreuzer gekentert.

Eine junge Seenotretterin steuert von einem Außenfahrstand ein Tochterboot. Sie blickt nach hinten und spricht dabei in einen Funkhörer.

Das Seenotretter-Logbuch

Unsere Informationen kommen per Funk.
Ihre mit einem Newsletter.

Wir informieren Sie monatlich über Neuigkeiten aus unserer Arbeit. Dazu zählen Einsatzberichte, Veranstaltungstermine und Geschichten aus dem Bordalltag.