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02.07.2018

Einsatzreiches Wochenende für die Seenotretter auf Nord- und Ostsee

Ein einsatzreiches Wochenende liegt hinter den Seenotrettern an Nord- und Ostseeküste. Die Besatzungen der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS) sind zum Monatswechsel 32 Mal für insgesamt rund 70 Menschen im Einsatz gewesen: Unter anderem gab es in der Lübecker Bucht nach einem Brand im Maschinenraum dramatische Minuten zu überstehen, vor Cuxhaven halfen die Seenotretter einem manövrierunfähigen Fischkutter mit Ruderschaden aus einer Notlage, vor Rügen waren sie im Einsatz für einen gekenterten Katamaran und auf der Außenjade schleppte sie mit dem Seenotrettungskreuzer BERNHARD GRUBEN zwei Havaristen gleichzeitig ein.

Noch einmal gut gegangen: Die HANS INGWERSEN hat das Motorboot mit Maschinenraumbrand an einen Notliegeplatz gebracht. Fotos: Die Seenotretter – DGzRS

Dramatische Minuten in der Lübecker Bucht

Travemünde | Der am Samstagnachmittag, 30. Juni 2018, gemeldete Maschinenausfall vor Travemünde wäre eigentlich ein Routineeinsatz für das Seenotrettungsboot HANS INGWERSEN gewesen. Von Dramatik ahnte die Freiwilligen-Besatzung nichts, als sie bei nordöstlichen Winden um fünf Beaufort und etwa einem halben Meter Seegang das neun Meter lange Stahlmotorboot auf den Haken nahm.

Doch die Schleppreise in den Hafen verlief alles andere als ruhig: Plötzlich bemerkten die Seenotretter Rauch, der aus dem Maschinenraum des Havaristen drang, und die Außenhaut des Bootes verfärbte sich bereits. Sofort übernahm die HANS INGWERSEN die zweiköpfige Besatzung samt Bordhund. Ihr war es noch gelungen, den Verschlusszustand herzustellen.

Am nördlichen Anleger der Priwallfähre, der als Notliegeplatz dient, brachten die Seenotretter die Wassersportler sicher an Land. Die Berufsfeuerwehr Lübeck übernahm die Brandkontrolle an Bord und gab Entwarnung: Feuer aus.

Die ANNELIESE KRAMER hat den Krabbenkutter „Hoffnung“ nach Maschinenausfall bis in die Grimmershörnbucht geschleppt. Weil es den Fischern gelungen war, den Schaden im Schlepp der Seenotretter zu reparieren, musste der Seenotrettungskreuzer ihn beim Einlaufen in den Fischereihafen lediglich noch begleiten.

Einen Sack Krabben für die Seenotretter

Cuxhaven | Mit Ruderschaden hat sich der Krabbenkutter „Hoffnung“ (Heimathafen Cuxhaven) auf der Rückfahrt von seiner Fangreise am Sonntagvormittag, 1. Juli 2018, bei den Seenotrettern gemeldet. Die Fischer berichteten von Hydraulikproblemen. In der Folge versagte die Rudermaschine.

Der Seenotrettungskreuzer ANNELIESE KRAMER lief sofort aus und nahm die 16 Meter lange „Hoffnung“ nahe Neuwerk Reede auf den Haken. Während der Schleppreise gelang es den Fischern mit Bordmitteln, den Schaden zu beheben. In den Fischereihafen von Cuxhaven konnte die „Hoffnung“ bereits wieder aus eigener Kraft einlaufen. Zum Dank für die schnelle Hilfe der Seenotretter ging ein großer Sack frischer Nordseekrabben über die Reling.

Rote Raketen in der Tromper Wiek

Glowe | Der Aufmerksamkeit eines Passanten verdanken zwei Katamaransegler vor Rügen schnelle Hilfe. Ihr Boot war am Sonntagmittag, 1. Juli 2018, vor dem Campingplatz Drewoldke bei Juliusruh gekentert.

Als die Seenotretter von gesichteten roten Raketen – ein international festgelegtes Zeichen bei Seenot – erfuhren, half dem alarmierten Seenotrettungsboot KURT HOFFMANN der nahen Station Glowe und dem aus Sassnitz herbeieilenden Seenotrettungskreuzer HARRO KOEBKE ein glücklicher Umstand: Vor der Nachbarinsel Greifswalder Oie hatte ein Rettungshubschrauber von Northern Helicopters mit dem Seenotrettungskreuzer BERTHOLD BEITZ geübt. Er war innerhalb weniger Minuten vor Ort und entdeckte den Katamaran.

Den Seglern war es gelungen, ihr Boot wieder aufzurichten, aber nur einer der beiden hatte es zurück an Bord geschafft. Mit seiner Seilwinde nahm der Hubschrauber den Schiffbrüchigen auf und setzte ihn sicher und unverletzt am Strand von Juliusruh ab. Auch das Mehrzweckschiff „Arkona“ der Wasser- und Schifffahrtsverwaltung hatte aufgestoppt und sich für alle Fälle in Bereitschaft gehalten.

Blick vom Tochterboot auf die beiden Havaristen, die neun Meter lange Segelyacht (l.) im Schlepp der JOHANN FIDI und den niederländischen Segelkutter im Schlepp der BERNHARD GRUBEN.

Doppelter Einsatz auf der Außenjade

Hooksiel | Aus eins mach zwei: Dass sich die Seenotrettungskreuzer dank ihrer Tochterboote in jeweils zwei unabhängig agierende Einsatzmittel „teilen“ können, hat sich am Sonntagmorgen, 1. Juli 2018, auf der Außenjade einmal mehr als äußerst hilfreich erwiesen.

Ein niederländischer Segelkutter hatte mit Motorschaden bei den Seenotrettern gemeldet. Er befand sich bei den berüchtigten Nordergründen, konnte aber noch segeln. Der Hooksieler Seenotrettungskreuzer BERNHARD GRUBEN hielt sich an seinem Liegeplatz in Standby, um die Niederländer gegebenenfalls beim Einlaufen in die Jade zu unterstützen. Da erreichte den Beinahe-Havaristen selbst ein weiterer Notruf: Ein nahe beim ihm fahrendes neun Meter langes Segelboot meldete ebenfalls Maschinenschaden.

Weil sich die beiden Boote nicht gegenseitig helfen konnten, legte der Seenotrettungskreuzer unverzüglich ab. Das Tochterboot JOHANN FIDI nahm das Neun-Meter-Segelboot mit vier Menschen an Bord auf den Haken, die BERNHARD GRUBEN kümmerte sich um den zwölf Meter langen und 18 Tonnen verdrängenden Segelkutter mit seiner zweiköpfigen Besatzung. Im Verband erreichten Seenotrettungskreuzer, Tochterboot und die beiden Havaristen sicher Hooksiel.

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