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10.05.2018

Einsatzreicher Himmelfahrtstag für die Seenotretter

Das lange Himmelfahrt-Wochenende hat für die Seenotretter an Nord- und Ostsee einsatzreich begonnen. Rettungseinheiten der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS) kamen am Donnerstag, 10. Mai 2018, unter anderem einem Fischkutter mit Rauchentwicklung an Bord in der Lübecker Bucht zu Hilfe und waren nach dem Sturz eines Autos in den Norddeicher Hafen (Ostfriesland) im Einsatz.

Tochterboot EMMI des Seenotrettungskreuzers HANS HACMACK mit Feuerwehrleuten längsseits des Fischkutters „Manuela Hauswald“ in der Lübecker Bucht

Grömitz. Gegen 10.20 Uhr alarmierte die Besatzung des 15 Meter langen Kutters „Manuela Hauswald“ (Heimathafen Niendorf/Ostsee) über den internationalen UKW-Sprechfunk-Notrufkanal 16 die Seenotretter. Die beiden Fischer meldeten Rauch im Maschinenraum. Sie leiteten CO2 ein und stellten den Verschlusszustand her.

Der in Grömitz stationierte Seenotrettungskreuzer HANS HACKMACK der DGzRS nahm mit zusätzlichen freiwilligen Feuerwehrleuten des Ostseebades an Bord Kurs auf den Havaristen. „Feuer an Bord gehört zu den größten Gefahren auf See“, sagt Vormann Stephan Prahl. Die oft trainierte gute Zusammenarbeit mit der Landfeuerwehr zahlte sich nun aus.

Mit abgeschalteter Maschine und ausgebrachtem Fanggeschirr trieb die „Manuela Hauswald“ manövrierunfähig etwa fünf Seemeilen (gut neun Kilometer) südöstlich von Grömitz in der Lübecker Bucht. Mit ihrem Tochterboot EMMI übergab die HANS HACKMACK zwei Feuerwehrleute auf den Havaristen. Ausgerüstet mit schwerem Atemschutz, Gasmessgerät, Belüftungsgerät und Wärmebildkamera stellten sie vor Ort keine Gefahr durch Rauchgase fest. Der Kutter konnte seine Reise glücklicherweise aus eigener Kraft fortsetzen.

Bergung des Autos aus dem Norddeicher Hafenbecken von Bord des Seenotrettungsbootes WILMA SIKORSKI aus gesehen

Norddeich. Nahezu zeitgleich waren die freiwilligen Seenotretter der Station Norddeich im Fährhafen des ostfriesischen Ortes im Einsatz, ebenfalls gemeinsam mit der Feuerwehr und in diesem Fall weiteren Rettungskräften. Dort war ein Auto in den Osthafen gestürzt.

Zeugen hatten die Retter alarmiert. Das Seenotrettungsboot WILMA SIKORSKI suchte gemeinsam mit einem Arbeitsboot der Fähre „Frisia VI“ und zwei kleinen Booten der Freiwilligen Feuerwehr Norden nach dem Fahrzeug. Ebenfalls im Einsatz waren Taucher der DLRG Norden und Aurich sowie der Rettungshubschrauber Christoph 26. „Die Suche gestaltete sich schwierig, da an Land keine Spuren zu sehen waren, die auf den genauen Ort hindeuteten, an dem das Auto in den Hafen gestürzt war“, sagt Richard Kölber, Bootsführer der WILMA SIKORSKI.

Mit Hilfe eines durch den Hafen geschleppten Treibankers gelang es den Seenotrettern, das Auto gegenüber der Fährbrücke 2 zu finden. Feuerwehr und DLRG übernahmen die Bergung des Fahrzeugs. Der Landrettungsdienst konnte den Fahrer des Wagens nur noch tot bergen. Die Polizei Norden hat die Ermittlungen zur Unglücksursache aufgenommen.