BSH und DGzRS arbeiten für neue technische Entwicklungen zur Suche und Rettung auf See künftig eng zusammen

Zur Forschung und Entwicklung neuer Techniken für die Suche und Rettung auf See arbeiten das Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH) und die Deutsche Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS) künftig eng zusammen. Eine entsprechende Vereinbarung haben BSH-Präsident Helge Heegewaldt und DGzRS-Geschäftsführer Kapt. Michael Ippich am 3. Dezember 2024 in Hamburg unterzeichnet.

„Die Seenotretter auf Nord- und Ostsee sind für uns ein hervorragender Partner. Ich freue mich, dass das BSH und die DGzRS ihr Wissen bündeln, um die Techniken im maritimen Such- und Rettungsdienst weiter zu verbessern“, sagt BSH-Präsident Helge Heegewaldt.

DGzRS-Geschäftsführer Kapt. Michael Ippich ergänzt: „Die Seenotretter fahren raus, wenn andere reinkommen. Modernste Technik unterstützt sie bei ihrer anspruchsvollen Aufgabe. Deshalb ist technische Forschung für uns von großer Bedeutung. Die Prüfungs- und Entwicklungslabore des BSH, die Seenotrettungskreuzer der DGzRS, unsere Seenotretter-Akademie und unsere regelmäßigen großen Übungen in Nord- und Ostsee sind sehr gut geeignet, um neue Entwicklungen zu erproben.“

Ein Ziel ist die Entwicklung eines Kamerasystems, das die See automatisch nach möglichen Anzeichen auf Schiffbrüchige absucht, um die menschlichen Augen der Seenotretter zu unterstützen. Solche Systeme könnten künftig auch auf Handelsschiffen während der Fahrt ständig die Umgebung beobachten und Hindernisse melden, etwa Baumstämme, Container oder Rettungsinseln.

Zudem wollen BSH und DGzRS die Tragweite von Rettungsmittelleuchten, aber auch die Leistung elektrooptischer Systeme wie Nachtsichtgeräte verbessern, um auch ohne Rettungsmittel über Bord gegangene Menschen besser finden zu können.

Die von der DGzRS betriebene deutsche Rettungsleitstelle See, das Maritime Rescue Co-ordination Centre (MRCC) Bremen, koordiniert im Seenotfall auf Nord- und Ostsee alle zur Verfügung stehenden Fahrzeuge und berechnet das für alle beteiligte Einheiten verbindliche Suchgebiet. Dem liegen Drift- und Strömungsmodelle zugrunde. Um diese Modelle zu verfeinern, planen BSH und DGzRS zusätzliche Driftstudien. Dafür sollen im stark tideabhängigen Wattenmeer, in den strömungsintensiven Seegatten zwischen den Inseln, aber auch vor den Steilküsten der Ostsee und in den Bodden Messbojen ausgelegt werden, um die sehr unterschiedlichen Strömungsverhältnisse genau zu beobachten.

Über das BSH

Das BSH ist die zentrale maritime Behörde für Schifffahrt, Meeresschutz, Offshore, Meeresvermessung, Meeresdaten und maritime Ressortforschung. Es erforscht, prüft und überwacht Rettungsmittel und Ausrüstungsgegenstände zur Kollisionsverhütung. Es begleitet und fördert die Entwicklung innovativer Produkte. Es prüft Prototypen technischer Schiffsausrüstungen, zum Beispiel elektronische Assistenzsysteme. Innovationen stellt das BSH in der Internationalen Seeschifffahrtsorganisation (International Maritime Organization, IMO) vor und veranlasst erforderliche Anpassungen des internationalen Regelwerks. Mit Strömungsdaten, Tidevorhersagen und Driftmodellen unterstützt das BSH Meeresnutzungen und schützt Küstenbewohner. Insgesamt engagieren sich 1.000 Beschäftigte in über 100 unterschiedlichen Berufen an den Standorten in Hamburg und Rostock sowie auf fünf Vermessungs-, Wracksuch- und Forschungsschiffen.

AKTUELLE NEUIGKEITEN

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Michael Ippich zum neuen Vorsitzer der DGzRS gewählt, Ingo Kramer nach 16-jähriger Vorstandsarbeit verabschiedet

Einen neuen ehrenamtlichen Vorstand hat das beschlussfassende Gremium der DGzRS am Sonnabend, 30. Mai 2026, in Hamburg gewählt: Neuer Vorsitzer der Seenotretter ist Kapitän Michael Ippich, stellvertretende Vorsitzer sind Lars Carstensen und Andreas Niemeyer.

Qual steigt von einem brennendem Boot auf. Ein rot-weißer Seenotrettungskreuzer löscht es.. Zur Seite: ARD-Serie „Die Seenotretter“ geht in dritte Staffel

Sechs weitere Folgen über die Arbeit der DGzRS werden voraussichtlich Ende 2026 in der ARD-Mediathek zu sehen sein. Die Dreharbeiten laufen bereits.

Ein Seenotretter wirft einem anderen auf einem Schiff von einem Seenotrettungskreuzer aus eine Leine zu. Zur Seite: Großübung der Seenotretter vor Wilhelmshaven erfolgreich abgeschlossen

Mit einer realitätsnahen Großübung hat die Deutsche Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS) vom 23. bis 25. April 2025 die Einsatzbereitschaft ihrer Besatzungen unter Beweis gestellt. Bei der SAREx Wilhelmshaven 2026 (Search and Rescue Exercise) trainierten rund 140 Seenotretter und weitere Einsatzkräfte die Rettung von Menschen aus Seenot unter anspruchsvollen Bedingungen.

Seenotretterin in Uniform schaut durch Fernglas auf hoher See

Das Seenotretter-Logbuch

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