Die Dienstflagge der Seenotretter auf Nord- und Ostsee weht am Montag, 15. Juni 2026, halbmast gesetzt. Auf ihren Rettungseinheiten und an ihren Stationsgebäuden bringt die Deutsche Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS) damit ihr Mitgefühl mit den Familien, den Freunden und Kollegen zweier australischer Kollegen zum Ausdruck, die am Dienstag, 5. Mai 2026, ihr Leben im Einsatz verloren hatten.
Vor der australischen Ostküste südlich von Brisbane waren die beiden freiwilligen Seenotretter William (Bill) Ewen und Frank Petsch der DGzRS-Schwestergesellschaft Marine Rescue New South Wales tödlich verunglückt. Ihr Seenotrettungsboot kenterte in schwerer See bei dem Versuch, einem Boot in Seenot vor der Mündung des Richmond Rivers bei South Ballina zu Hilfe zu eilen.
Nach Angaben der australischen Seenotretter hinterlassen die beiden 78 und 62 Jahre alten Seenotretter ihre Frauen Kerry und Janet sowie jeweils Kinder und Enkelkinder. „Das tragische Ereignis, das unsere australischen Kollegen getroffen hat, erinnert uns auf schmerzliche Weise daran, dass die Arbeit der Seenotretter trotz aller technischen Fortschritte nie völlig risikofrei sein kann. Die Kräfte der Natur sind stärker als der menschliche Wille und die modernste Technik“, sagt DGzRS-Geschäftsführer Kapt. Niklas Deeken zum Tag der Trauerfeier für die australischen Kollegen.
Das Unglück löste bei den in der International Maritime Rescue Federation (IMRF) zusammengeschlossenen Seenotrettungsgesellschaften und -organisationen aus aller Welt große Betroffenheit aus. Die internationale Verbundenheit der Seenotretter ist groß. Ihre Bereitschaft zum gefahrvollen Einsatz für Mitmenschen auf See in Not ist grenzenlos.