Mehr als zwei Jahrzehnte stand Matthias Mohr an der Spitze der Marinekameradschaft im hessischen Bebra südlich von Kassel. Als er vor zwei Jahren nicht erneut für den Vorsitz kandidierte, fand sich unter den zuletzt 32 Mitgliedern niemand, der ihm nachfolgen wollte. Auch die übrigen Vorstandsämter konnten nicht neu besetzt werden. Daher beschlossen die Mitglieder im Jubiläumsjahr 2024, die Marinekameradschaft aufzulösen – genau 100 Jahre nach ihrer Gründung. Mohr bezeichnet das Ende als bedauerlich, aber absehbar. Der Vorstand und auch der Verein selbst waren laut dem 67-Jährigen überaltert.
Mit dem Ende der Marinekameradschaft geht auch ein Angebot verloren, das viele Kinder und Jugendliche aus der Region über Jahre begleitet hat. Regelmäßig veranstalteten die Vereinsmitglieder Schlauchbootfahrten, bei denen Teamgeist und Zusammenhalt vermittelt wurden. Eine Schulklasse drückte es im Anschluss einmal so aus: „Wir haben gelernt, dass wir nur gemeinsam stark sind, allein schaffen wir es nicht.“
Ihren letzten offiziellen Termin absolvierten Matthias Mohr und sein Vorstandskollege Ernst Schmiedl am 29. Juli in Maasholm. Auf der dortigen DGzRS-Station übergaben sie 500 Euro an die Besatzung des Seenotrettungskreuzers FRITZ KNACK. Die andere gerundete Hälfte des letzten Kassenbestandes hatte zuvor das Elisabeth-Hospiz in Rotenburg an der Fulda erhalten. „Wir haben uns bewusst für die Seenotretter entschieden, weil wir alle selbst zur See gefahren sind und daher wissen, wie unverzichtbar die DGzRS ist“, sagte Mohr an Bord.
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