Seenotretter koordinieren Rettung des Skippers einer festgekommenen Segelyacht

Die Seenotretter haben am Donnerstagabend, 28. August 2025, die Rettung eines Seglers südlich von Norderney koordiniert. Der 75-jährige Mann war mit seinem Boot vor der Insel festgekommen. Zwei Rettungseinheiten der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS), Wasserretter der DLRG von Norderney und ein ADAC-Rettungshubschrauber waren gemeinsam im Einsatz. Die Koordinierung des Einsatzes übernahm die von der DGzRS betriebene deutsche Rettungsleitstelle See in Bremen.

Seenotrettungskreuzer EUGEN (DGzRS-Station Norderney) und Seenotrettungsboot OTTO DIERSCH (Norddeich) leuchten die Unfallstelle in der Nacht aus

Der Seenotrettungskreuzer EUGEN (DGzRS-Station Norderney) und das Seenotrettungsboot OTTO DIERSCH (Norddeich) leuchten die Unglücksstelle aus. Ein Schlauchboot der DLRG Norderney (r.) läuft zur havarierten Segelyacht.

Gegen 17.30 Uhr fingen die Seenotretter der DGzRS-Station Norderney einen Hilferuf auf, der über den internationalen UKW-Not- und Anruf-Kanal 16 gesendet wurde. Auch die Rettungsleitstelle See, das Maritime Rescue Co-Ordination Centre Bremen, der DGzRS hörte den Funkspruch mit und erhielt wenig später zusätzlich eine Alarmierung über SafeTrx, die Sicherheitsapp der Seenotretter.

Auf diese Weise gelang es den Seenotrettern, die Position des Alleinseglers zu bestimmen. Der 75-Jährige war mutmaßlich während eines heftigen Gewitterschauers orientierungslos geworden und dadurch mit seiner acht Meter langen Segelyacht auf der Sandbank Steinplate, rund eine Seemeile (etwa 1,8 Kilometer) südlich der Insel Norderney festgekommen.

Von Norderney lief umgehend der Seenotrettungskreuzer EUGEN zum Havaristen aus. Aus Norddeich kam das mit Freiwilligen besetzte Seenotrettungsboot OTTO DIERSCH dazu. Beide Einheiten erreichten schnell die Unglücksstelle, konnten vor Ort jedoch zunächst nicht eingreifen. Aufgrund des bei Ebbe ablaufenden Wassers lag die havarierte Yacht bereits in kurzer Zeit größtenteils trocken. „Diese Sandbank ist mit die höchste Stelle hier im Wattgebiet“, erläutert der Bootsführer der OTTO DIERSCH, Richard Kölber. Da die Yacht offenbar keinen Schaden genommen hatte, beschlossenen die Seenotretter in Absprache mit dem Skipper, bei Flut zurückzukommen, um das Boot bei höherem Wasserstand freizuschleppen.

Gegen 21.15 Uhr jedoch meldete sich der Mann erneut bei den Seenotrettern: Er war von seinem Boot auf die Sandbank gestürzt, wieder an Bord geklettert und klagte nun über starke Schmerzen. Da der geringe Wasserstand es weiterhin erschwerte, die Yacht zu erreichen, alarmierte die Rettungsleitstelle See der DGzRS zusätzlich die DLRG-Ortsgruppe Norderney, die mit einem sehr flachgehenden Schlauchboot Wasserretter zur Yacht brachte. Der Rettungshubschrauber „Christoph 26“ der ADAC Luftrettung brachte einen Notarzt und einen Notfallsanitäter zur Unglücksstelle, die den Patienten transportfähig machten, sodass er in stabilem Zustand gegen 23.30 Uhr ins Krankenhaus geflogen wurde.

Ein Crewmitglied des Seenotrettungsbootes OTTO DIERSCH war inzwischen auf die Segelyacht übergestiegen und bereitete sie für den Schlepp vor. Gegen 0.30 Uhr reichte der Wasserstand aus, um eine Leinenverbindung zur OTTO DIERSCH herzustellen und den Havaristen freizuschleppen. Um 1.30 Uhr in der Nacht machten die Seenotretter mit dem Schleppanhang sicher im Hafen von Norddeich fest.

Während des Einsatzes herrschten im Seegebiet schwache umlaufende Winde und ruhige See.

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