Seenotretter befreien zwei Menschen auf Segelboot vor Niendorf aus Lebensgefahr

Die Crew eines Segelbootes in der Lübecker Bucht verdankt ihre Rettung aus Lebensgefahr den freiwilligen Seenotrettern der Station Travemünde. Unter erschwerten Bedingungen rettete die Besatzung des Seenotrettungsbootes ERICH KOSCHUBS den Mann und die Frau am Freitagabend, 19. April 2024, aus Seenot. Das Segelboot war vor Niendorf in eine von Seeleuten gefürchtete Situation geraten: auf Legerwall.

Ein Seenotrettungsboot hat ein Segelboot in Schlepp genommen. Das rot-weiße Tochterboot eines Seenotrettungskreuzers im Hintergrund sichert den Schleppanhang ab. Dunkle Wolken haben sich über der Ostsee gebildet.

Das Seenotrettungsboot ERICH KOSCHUBS hat das havarierte Segelboot in Schlepp genommen und die zweiköpfige Besatzung aus der Gefahrenzone befreit. Das Tochterboot SAPHIR des Seenotrettungskreuzers FELIX SAND (r.) sichert den Anhang ab. Links im Bild ist das Schlauchboot der Freiwilligen Feuerwehr Niendorf zu erkennen.

In starken auflandigen Winden bis sieben Beaufort (61 km/h Windgeschwindigkeit) fiel bei der Ansteuerung des Niendorfer Hafens die Maschine aus. Die zweiköpfige Besatzung konnte ihr 9,45 Meter langes manövrierunfähiges Boot nicht mehr von Land fernhalten. Schnell driftete es in Richtung Strand.

Die Seenotretter erhielten gegen 19.25 Uhr Kenntnis von dem Seenotfall. Die von der DGzRS betriebene deutsche Rettungsleitstelle See, das Maritime Rescue Co-ordination Centre (MRCC) Bremen, alarmierte umgehend das Seenotrettungsboot ERICH KOSCHUBS/Station Travemünde.

Die freiwilligen Seenotretter baten die Besatzung, den Anker auszubringen. Zwar verlangsamte dies das Verdriften. Dennoch kam das Segelboot wenige Meter vor der Küste fest, etwa auf halber Strecke zwischen der Hafeneinfahrt Niendorf und der Seeschlösschenbrücke. Dort wurde es zum Spielball der Brandung. Immer wieder setzten die bis zu zwei Meter hohen Wellen den Havaristen hart auf. Das Seglerpaar an Bord musste ständige heftige Grundstöße überstehen.

Die Seenotretter alarmierten zur Unterstützung den Seenotrettungskreuzer FELIX SAND/Station Grömitz mit seinem flachgehenden Tochterboot SAPHIR und die Freiwillige Feuerwehr Niendorf. Die FELIX SAND übernahm die Funktion des Einsatzleiters vor Ort (On-Scene Co-ordinator, OSC). Das Schlauchboot der Feuerwehr wurde zum entscheidenden Hilfsmittel. Es brachte im flachen Wasser unmittelbar vor der Küste die Schleppleine der ERICH KOSCHUBS und einen Seenotretter der Freiwilligen-Besatzung des Seenotrettungsbootes zum Havaristen. Der Seenotretter half dem entkräfteten Seglerpaar dabei, die Schleppleine an Bord sicher zu belegen.

Auf diese Weise gelang es der ERICH KOSCHUBS, die Crew des Segelbootes aus ihrer lebensgefährlichen Lage zu befreien. Das Seenotrettungsboot schleppte den Havaristen aus der Brandungszone. Allerdings lag das Ruder hart Backbord und ließ sich nicht mehr bedienen. Das Tochterboot SAPHIR der FELIX SAND sicherte deshalb den Anhang als Heckschlepper.

Eine weitere Herausforderung wartete noch auf die Seenotretter: „Bei hohem Seegang und seitlich anrollender Brandung in der Niendorfer Hafeneinfahrt war das sichere Einlaufen nur dank der hervorragenden und präzisen Zusammenarbeit möglich“, berichtete Patrick Morgenroth, Vormann der ERICH KOSCHUBS.

Im Niendorfer Hafen kümmerten sich die Besatzung eines Rettungswagens und die Polizei um die Geretteten.

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Nächtliche Szene auf dem Wasser: Im linken Vordergrund ist die Steuerbordseite des Tochterbootes Notarius zu sehen, dessen grünes Positionslicht sowie Hafenbeleuchtung auf dem rot-weißen Lack reflektiert. Die Lichter des Hafens spiegeln sich zudem farbig im dunklen Wasser. In der Bildmitte, etwa 50 Meter vor dem Tochterboot, sieht man das Heck eines nur spärlich durch Notbeleuchtung beleuchteten Schiffes – des Havaristen. Ganz schwach ist darauf der Schriftzug „Kalkgrund“ zu erkennen. Die Wellen kräuseln sich leicht hinter dem Havaristen, der auf den Hafen zusteuert.. Zur Seite: Seenotretter im Einsatz für Wachschiff mit Maschinenproblemen

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