Schiffbrüchiger klammert sich stundenlang an einer Reuse fest

Die freiwilligen Seenotretter der Station Ueckermünde sind am Mittwochnachmittag, 10. August 2022, für einen Einhandsegler im Einsatz gewesen, der rund zwei Seemeilen (gut 3,5 Kilometer) vor Ueckermünde über Bord seines Bootes ins Stettiner Haff gestürzt war. Gemeinsam mit Ersthelfern rettete die Besatzung des Seenotrettungsboots EVA AHRENS-THIES der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS) den Schiffbrüchigen. Nachdem dieser sich mehrere Stunden an einer Schwimmreuse festgehalten hatte, betrug seine Körpertemperatur nur noch 34 Grad Celsius.

Ein Seenotrettungsboot fährt mit hoher Geschwindigkeit über die Ostsee

Die freiwilligen Seenotretter der Station Ueckermünde waren für einen Einhandsegler im Einsatz, der über Bord seines Bootes ins Stettiner Haff gestürzt war und dessen Körpertemperatur nur noch 34 Grad Celsius betrug. Mit dem Seenotrettungsboot EVA AHRENS-THIES brachten sie ihn schnell in Sicherheit. Archivfoto: Stefan Sauer

Informiert wurden die Seenotretter gegen 15.20 Uhr von der aufmerksamen Besatzung einer Segelyacht. Diese meldete sich bei der von der DGzRS betriebenen deutschen Rettungsleitstelle See (Maritime Rescue Co-ordination Centre, MRCC Bremen). Die Segler hatten einen Mann an einer Schwimmreuse im Stettiner Haff entdeckt. MRCC Bremen alarmierte umgehend die Besatzung des Seenotrettungsbootes EVA AHRENS-THIES.

Noch bevor die Seenotretter vor Ort eintrafen, drehte eine zweite Segelyacht bei, um den Schiffbrüchigen zu befreien. Die Bootsbesatzung konnte den gut 70-Jährigen erreichen und ihn an Bord nehmen. Anschließend versorgten die Segler ihn mit Decken. Bei dem Manöver hatte sich jedoch der Propeller der Segelyacht selbst in der Reuse verfangen.

Kurze Zeit später traf die EVA AHRENS-THIES ein. Ein als Notfallsanitäter ausgebildeter Seenotretter übernahm die medizinische Erstversorgung des Schiffbrüchigen und stellte eine Körpertemperatur von nur noch 34 Grad Celsius fest. Nachdem der unterkühlte Mann stabilisiert war, lief das bis zu 38 Knoten (ca. 70 km/h) schnelle Seenotrettungsboot zurück nach Ueckermünde und übergab den Patienten dem bereits zum Stadthafen bestellten Landrettungsdienst. 

Bei der Übergabe übersetzte ein Passant die Worte des polnischen Schiffbrüchigen. Der Verunglückte schilderte, wie er über Bord seines etwa sieben Meter langen Motorsegler gestürzt war. Auf die Reuse habe er sich retten können und dort etwa drei Stunden ausgeharrt.

Ein kleines Segelboot treibt auf der Ostsee, rot gekleidete Seenotretter sind an Bord und bergen das Segel

Nachdem sie den unterkühlten Schiffbrüchigen sicher an Land gebracht hatten, bargen die freiwilligen Seenotretter der Station Ueckermünde dessen treibenden Motorsegler, holten das Segel ein und schleppten das Boot in den Hafen.

Während der Patient ins Krankenhaus transportiert wurde, nahmen die Seenotretter erneut Kurs auf die in der Reuse gefangene Segelyacht. Sie befreiten das Boot und schleppten es in den Hafen. Das ebenfalls in Ueckermünde stationierte Seenotrettungsboot GERHARD TEN DOORNKAAT sowie die EVA AHRENS-THIES suchten gemeinsam das treibende Boot des Schiffbrüchigen. Die Seenotretter fanden es schließlich, holten das Segel ein und schleppten das Boot ebenfalls in den Hafen.

Wind wehte zur Einsatzzeit aus Nord-Nordwest mit Stärke 4. Bei rund einem halben Meter Seegang hatte das Stettiner Haff eine Wassertemperatur von etwa 24 Grad Celsius. Zur Unglücksursache hat die Wasserschutzpolizei Ermittlungen aufgenommen.

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Aktuelle Seenotfälle
Ein Seenotrettungsboot der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger auf bewegter See, von dessen Heck eine Leine zu einem kleinen roten Amphibienfahrzeug im Wasser führt; in dem Fahrzeug sitzen zwei Personen. Im Vordergrund sind Deck, Reling und orangefarbene Aufbauten des Seenotrettungsbootes sichtbar, im Hintergrund eine Küstenlinie mit Bäumen und einzelnen Gebäuden unter blauem Himmel.. Zur Seite: Seenotretter nehmen Auto auf den Haken – Amphibienfahrzeug mit Motorschaden

Ungewöhnlicher Einsatz für die freiwilligen Seenotretter der Station Maasholm: Mit dem Seenotrettungsboot HELLMUT MANTHEY haben sie auf der Schlei ein manövrierunfähiges Amphibienfahrzeug eingeschleppt.

Ein Reh steht halb verborgen im hohen grünen Gras und zwischen trockenen Schilfhalmen. Der Körper des Tieres ist braun und teilweise von dichter Vegetation verdeckt. Im Hintergrund verläuft ein Stacheldrahtzaun, dahinter setzt sich die grüne Landschaft fort. Sonnenlicht fällt auf das Gras und das Fell des Rehs.. Zur Seite: „Rehnotrettung“: Seenotretter fischen vor Büsum jungen Bock aus dem Wasser

Ungewöhnlicher Einsatz für die Seenotretter der Station Büsum: Vor dem schleswig-holsteinischen Hafenort haben sie einen Rehbock aus einer ausweglosen Lage befreiten.

Blick in die Rettungsleitstelle See, ein Einsatzleiter blickt auf viele Bildschirme. Zur Seite: Motorbootfahrer retten über Bord gestürzten Segler

An Bord zurückgebliebene Mädchen alarmieren über Funk

Seenotretterin in Uniform schaut durch Fernglas auf hoher See
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