Motorboot nach drei Tagen aus dem Watt befreit

Drei Tage und zwei Nächte verbrachte ein Motorbootfahrer vom 3. bis zum 5. Juni 2022 unfreiwillig im Watt vor Langwardergroden, nordwestlich von Fedderwardersiel, bis Rettungseinheiten der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS) gemeinsam mit einem Boot der DLRG den Mann und sein Motorboot frei- und in den Hafen schleppen konnten.

Das Seenotrettungsboot EMIL ZIMMERMANN liegt bei untergehender Sonne an der Wattkante.

Ein Seenotretter der EMIL ZIMMERMANN machte sich zu Fuß zum Havaristen auf, um sich davon zu überzeugen, dass es dem Mann gut ging. In der untergehenden Sonne fotografierte er das an der Wattenkante liegende Seenotrettungsboot.

Foto: Die Seenotretter – DGzRS

Beim Anlaufen von Fedderwardersiel am Freitag war das Motorboot aus dem Fahrwasser geraten und durch kräftigen Nordwind mit vier bis fünf Beaufort (bis zu 38 km/h) immer weiter auf das Solthörnerwatt geraten. Als es dem Skipper gelang, einen Anker auszulegen, war er bereits so hoch auf das Watt getrieben, dass die Seenotretter der Freiwilligenstation Fedderwardersiel beim Eintreffen durch das ablaufende Wasser sich dem Havaristen nur noch bis auf 300 Meter nähern konnten.

Die nächsten nächtlichen Versuche sowie Freischleppversuche über Tage bei stets kräftigem Wind mit ruppiger Welle aber geringer auflaufendem Hochwasser blieben ergebnislos. Ein freiwilliger Seenotretter aus Fedderwardersiel ging von Bord der EMIL ZIMMERMANN zu Fuß durchs Watt zum Havaristen, um sich persönlich davon zu überzeugen, dass der Mann an Bord in guter Verfassung war.

Am Pfingstsonntag hatte der Wind nachgelassen, und die Seenotretter befreiten den Havaristen aus seiner misslichen Lage. Mit dem Nachmittagshochwasser schleppten sie ihn frei. Beteiligt waren die Fedderwardersieler Seenotretter sowie der Seenotrettungskreuzer HERMANN RUDOLF MEYER und Tochterboot CHRISTIAN der DGzRS-Station Bremerhaven sowie auch die DLRG Ortsgruppe Butjadingen, die mit ihrem Boot „Butenland“ unterstützte.

Ein Motorboot wird vom Seenotrettungsboot EMIL ZIMMERMANN geschleppt, am Heck die „Butenland“ der DLRG, rechts Tochterboot CHRISTIAN des Seenotrettungskreuzers HERMANN RUDOLF MEYER der DGzRS

Der Havarist im Schlepp der EMIL ZIMMERMANN, am Heck die „Butenland“ der DLRG, rechts Tochterboot CHRISTIAN des Seenotrettungskreuzers HERMANN RUDOLF MEYER der DGzRS

Foto: Die Seenotretter – DGzRS

Zwei Besatzungsmitglieder der „Butenland“ brachten die Schleppleine der Seenotretter zu Fuß zum Havaristen und gingen beim Skipper des Motorbootes an Bord, um ihn bei den weiteren Manövern auf seinem Schiff zu unterstützen. Die „Butenland“ half unterdessen beim Freischleppen.

Gemeinsam schleppten EMIL ZIMMERMANN und CHRISTIAN mit zusammen insgesamt 640 PS den Havaristen frei. Das Seenotrettungsboot EMIL ZIMMERMANN schleppte den Havaristen nach Fedderwardersiel, wo das Motorboot auf Schäden untersucht wird.

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