Neues Seenotrettungsboot in Schilksee auf den Namen JÜRGEN HORST getauft

Ein neues Seenotrettungsboot der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS) für Schilksee hat am Samstag, 6. April 2024, in Laboe den Namen JÜRGEN HORST erhalten. Die freiwilligen Seenotretter der Station im Kieler Olympiahafen verfügen damit über eine speziell entwickelte, 38 Knoten (ca. 70 km/h) schnelle neue Rettungseinheit.

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Eine Sektflasche zerplatzt am Bug eines neuen Seenotrettungsbootes zur Taufe. Im Hintergrund liegen andere rot-weiße Seenotrettungskreuzer und -boote im Hafen.

Auf den Namen JÜRGEN HORST hat DGzRS-Mitarbeiterin Nicole Wassersleben das neue Seenotrettungsboot der Freiwilligenstation Schilksee der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS) getauft.

Die JÜRGEN HORST entstand in einem finnischen Spezialbootsbaubetrieb. Konstruiert wurde sie von Arctic Airboats in enger Entwicklungszusammenarbeit mit den Seenotrettern. Sie ist die siebte Einheit der 8,9-Meter-Klasse der DGzRS. Das aus sehr robustem Polyethylen bestehende Vollkunststoffboot ist äußerst wartungsarm und verfügt über zwei 200-PS-Außenbordmotoren. Seit Anfang Oktober ist es in Schilksee stationiert. Unter der internen Bezeichnung SRB 86 fuhr es bereits mehrere Einsätze.

Der Taufname des Neubaus vereint die Vornamen zweier Brüder aus dem westfälischen Dortmund, die den Seenotrettern Zeit ihres Lebens verbunden waren. Das Seenotrettungsboot wurde aus dem Nachlass finanziert, in dem die Seenotretter großzügig bedacht worden waren.

Mit den Worten „Ich taufe Dich auf den Namen JÜRGEN HORST und wünsche Dir und Deiner Besatzung allzeit gute Fahrt und stets eine sichere Heimkehr“, taufte DGzRS-Mitarbeiterin Nicole Wassersleben das neue Seenotrettungsboot. Sie übernahm dies stellvertretend für die Witwen der Namengeber. Die beiden Ehefrauen konnten altersbedingt nicht selbst an der Taufe teilnehmen.

Großzügige Zuwendung aus Nachlass

Die großzügige Zuwendung ermöglichte den Bau des neuen Seenotrettungsbootes. „Dafür sind wir außerordentlich dankbar, denn dies versetzt uns in die Lage, die Freiwilligen unserer Station Schilksee mit einem modernen Neubau auszurüsten und ihnen damit weiterhin bestmögliche Aussicht auf Erfolg ihrer nicht selten auch gefahrvollen Einsätze zu geben“, sagte Ingo Kramer, ehrenamtlicher Vorsitzer der DGzRS, anlässlich der Taufe im benachbarten Laboe.

Zur traditionellen Taufzeremonie der JÜRGEN HORST waren auch Seenotretter der Nachbarstationen nach Laboe gekommen. Auch viele Menschen, die der DGzRS verbunden sind, nutzten die besondere Gelegenheit, die Taufe eines Neubaus mitzuerleben und das dortige Informationszentrum Schleswig-Holstein der Seenotretter zu besuchen.

Stationierung auf der viel befahrenen Kieler Förde

Stationiert ist die JÜRGEN HORST im Olympiahafen Kiel-Schilksee. Kieler Förde und Kieler Bucht sind viel befahrene Reviere. „Einhandsegler sind dort ebenso unterwegs wie Traditionsschiffe und moderne Yachten, aber auch große Fähren und viele Frachtschiffe“, beschreibt Vormann Marek Przybilla das Einsatzgebiet seiner rund 25 freiwilligen Seenotretter.

Es gibt dort mehrere tausend Yachtliegeplätze. Die Kieler Woche ist eines der weltgrößten Segelsportereignisse. Und jährlich finden viele weitere Regattaserien mit großen Feldern in fast allen Bootsklassen statt. Beliebt ist das Revier zudem bei Hochsee- und Sportanglern, Surfern und Kitesurfern. „Wir sind für sie alle da, wenn sie in Not geraten“, sagt Przybilla.

Zusammen verzeichnen die DGzRS-Stationen Laboe und Schilksee bis zu 200 Einsätze Jahr für Jahr. Allein auf die Schilkseer Seenotretter entfallen jährlich bis zu 60. Mit dem neuen Seenotrettungsboot sind die Freiwilligen nun mehr als doppelt so schnell unterwegs wie bisher. Das erweitert die Einsatzmöglichkeiten im Revier erheblich. Die JÜRGEN HORST hat das Seenotrettungsboot GERHARD ELSNER abgelöst, das nach Lauterbach auf Rügen verlegt wurde.
 

Die Eckdaten des neuen Seenotrettungsbootes:

  • Länge über Alles: 8,90 Meter
  • Breite über Alles: 3,10 Meter
  • Tiefgang: 0,88 Meter Tiefgang (0,65 Meter bei geklappten Motoren im Flachwasserbereich)
  • Verdrängung: 3,2 Tonnen
  • Geschwindigkeit: 38 Knoten (ca. 70 km/h)
  • Besatzung: Freiwillige
  • Antrieb: Yamaha FL200G, Yamaha F200G, je 200 PS

Das sogenannte Rigid Buoyant Boat (RBB) erreicht seinen Auftrieb – wie der Name sagt – durch seinen starren leichten Rumpf selbst, ohne Schlauch. Die Manövrierfähigkeit, das Schleppverhalten und die Stabilität des Vollkunststoffbootes sind außerordentlich gut, Sog und Wellenschlag gering. Wie alle Rettungseinheiten der DGzRS ist auch die JÜRGEN HORST als Selbstaufrichter konstruiert.

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