22.06.2021

Segelboot auf der Nordsee gesunken – Seenotretter koordinieren Rettung eines Schiffbrüchigen

Die SEENOTLEITUNG BREMEN der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS) hat am Dienstagabend, 22. Juni 2021, die Rettung eines Seglers aus der Nordsee koordiniert. Das Boot des Mannes war nordöstlich von Wangerooge offenbar gekentert. Im Verlauf einer umfangreichen Suche mit zahlreichen Rettungseinheiten der Seenotretter und mehreren Behördenschiffen machte schließlich ein Rettungshubschrauber den Mann in sprichwörtlich letzter Minute ausfindig.

Seenotretter arbeiten an ihren Schreibtischen in einer Seenotretterniederlassung

Die SEENOTLEITUNG BREMEN der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS) koordinierte den Rettungseinsatz.
Archivfoto: DGzRS / Steven Keller

Gegen 18.15 Uhr informierte der Skipper eines anderen Segelbootes die SEENOTLEITUNG BREMEN (MRCC = Maritime Rescue Co-ordination Centre) der DGzRS über einen Notfall nahe der sogenannten Nordergründe. Er hatte über Funk einen schwachen „Mayday“-Ruf für unmittelbare Lebensgefahr empfangen, konnte jedoch kein Schiff in Not ausfindig machen. Unmittelbar danach bestätigten weitere Schiffe im Seegebiet den Notruf.

Die Wachleiter der SEENOTLEITUNG BREMEN alarmierten umgehend die vier DGzRS-Seenotrettungskreuzer BERNHARD GRUBEN / Station Hooksiel, ANNELIESE KRAMER / Station Cuxhaven, HERMANN RUDOLF MEYER / Station Bremerhaven und HERMANN MARWEDE / Station Helgoland, die sofort mit Höchstgeschwindigkeit ins vermutete Einsatzgebiet ausliefen. Zudem banden die Seenotretter Behördenschiffe und Wassersportler im Seegebiet in die Suche mit ein sowie einen SAR-Hubschrauber der Deutschen Marine und den ADAC-Hubschrauber „Christoph 26“ aus Sanderbusch.

Gegen 19 Uhr meldete der ADAC-Hubschrauber rund neun Seemeilen (etwa 16,5 Kilometer) nordöstlich der Insel Wangerooge Sichtkontakt mit dem Havaristen. Der etwa neun Meter lange Motorsegler war gekentert und trieb auf der Seite liegend an der Wasseroberfläche. Der einzige Mensch an Bord, ein 77-jähriger Mann, hatte sich auf dem Boot halten und auch noch den Notruf absetzen können. Bis zu seiner Rettung sank das Boot langsam immer weiter.

Der Hubschrauber nahm den Schiffbrüchigen mit der Seilwinde an Bord und flog den nur leicht bekleideten, unterkühlten Skipper ins Krankenhaus.

Als der Seenotrettungskreuzer HERMANN MARWEDE wenig später am Unglücksort eintraf, war das havarierte Boot bereits gesunken. Die Seenotretter entdeckten noch einige wenige Wrackteile und informierten die Verkehrszentrale über die genaue Position.

Zum Einsatzzeitpunkt herrschten nördliche Winde mit einer Stärke zwischen vier und fünf Beaufort (bis 40 km/h) Windgeschwindigkeit. Die Wassertemperatur betrug etwa 14 Grad Celsius. Die Wasserschutzpolizei Wilhelmshaven hat die Ermittlungen zur Unglücksursache aufgenommen.

AKTUELLE SEENOTFÄLLE

Drei Seenotrettungsboot liegen als Päckchen in einem Hafen, dahinter, leicht verdeckt, das havarierte Ausflugsschiff. Zur Seite: Brand auf Fahrgastschiff: Seenotretter unterstützen Einsatz auf der Greifswalder Oie

Im Nothafen der kleinen Ostseeinsel Greifswalder Oie ist am frühen Samstagnachmittag, 26. September 2026, auf einem Ausflugsschiff ein Brand ausgebrochen. Ein Besatzungsmitglied bekämpfte das Feuer erfolgreich. Die auf der Insel stationierten Seenotretter stellten den Verschlusszustand des Maschinenraums her, um ein Wiederaufflammen zu verhindern.

Ein Kontrollboot der Bundespolizei und ein Tochterboot der Seenotretter liegen an einem havarierten Katamaran, um dort zu helfen. Seenotretter und Bundespolizisten sind übergestiegen und arbeiten am gebrochenen Mast.. Zur Seite: Seenotretter und Bundespolizei im Einsatz für Katamaran mit Mastbruch

Die Überführungsfahrt eines Seglerpaares von Skandinavien nach Portugal ist am Freitagabend, 25. September 2026, im Schlepp der Seenotretter zu Ende gegangen. Nördlich der Insel Wangerooge brach aus ungeklärter Ursache der Mast des Kajüt-Katamarans. Die Seenotretter der Station Hooksiel sowie Einsatzkräfte der Bundespolizei See kamen den Seglern zu Hilfe.

Seenotretter in Schutzkleidung steigen nachts von einem roten Seenotrettungsboot auf ein Holzsegelboot (Zeesboot) über, Seile verbinden die beiden Schiffe.. Zur Seite: Einsatzreiches Wochenende für die Seenotretter auf Nord- und Ostsee

Für die Seenotretter war das Wochenende vom 18. bis 20. September 2026 besonders einsatzreich. Die Seenotrettungskreuzer und -boote der DGzRS waren in ihren Revieren auf Nord- und Ostsee bis Sonntagabend insgesamt 32-mal im Einsatz.

Seenotretterin in Uniform schaut durch Fernglas auf hoher See
Das Seenotretter-Logbuch

Unsere Informationen kommen per Funk.
Ihre mit einem Newsletter.

Wir informieren Sie monatlich über Neuigkeiten aus unserer Arbeit. Dazu zählen Einsatzberichte, Veranstaltungstermine und Geschichten aus dem Bordalltag.