Sammelschiffchen liegt in Mexiko vor Anker

Santiago de Querétaro liegt rund 9.500 Kilometer von der DGzRS-Zentrale in Bremen entfernt. Dennoch zeigen die Seenotretter auch im mexikanischen Hochland Flagge – dank Thomas Wagner.

Zwei Personen stehen auf einer Aussichtsterrasse vor einer Stadtlandschaft mit historischem Aquädukt und halten gemeinsam einen großen symbolischen Spendenscheck über 1 000 Euro für die Seenotretter. Hinter ihnen erstreckt sich ein weiter Blick über die Stadt und den klaren Himmel.

Im mexikanischen Santiago de Querétaro engagiert sich Thomas Wagner für die Seenotretter. Vor dem Wahrzeichen der Stadt, einem Aquädukt aus dem 18. Jahrhundert, hält der deutsche Honorarkonsul gemeinsam mit seiner Mitarbeiterin Norma Castañeda einen symbolischen Spendenscheck in den Händen.

Foto: Privat

Wer das Konsulat in Santiago de Querétaro nordwestlich von Mexico City betritt, sieht es sofort: das Sammelschiffchen der Seenotretter. Die markante Spendendose hat einen prominenten Liegeplatz auf dem Empfangstresen und wartet auf Fracht – gern auch in Form von Pesos oder Centavos. Aufgestellt hat es vor knapp zwei Jahren Thomas Wagner, seit 2023 Honorarkonsul für die mexikanischen Bundesstaaten Querétaro, Hidalgo und San Luis Potosí. 

Dabei ist der 50-Jährige nicht etwa an der deutschen Küste aufgewachsen, sondern im schwäbischen Unterensingen am Neckar. Von dort zieht ihn die Sehnsucht nach Neuem vor 26 Jahren auf den amerikanischen Kontinent: „Mir war immer klar, dass ich ins Ausland möchte.“ Als ihm sein damaliger Arbeitgeber die Möglichkeit bietet, nach Ungarn, in die Ukraine oder nach Mexiko zu gehen, muss Thomas Wagner nicht lange überlegen: „Ich wollte schon immer Spanisch lernen.“ Der damals 24-Jährige baut sich weit weg von zu Hause schnell eine neue Existenz auf. Von Beginn an ist er in der Fremde glücklich, fühlt sich dort wohl – der Gedanke an eine Rückkehr streift ihn nie. 

Mittlerweile mit einer Mexikanerin verheiratet, liegt in dem Land zwischen Atlantik und Pazifik sein Lebensmittelpunkt. Dort leitet der Auswanderer ein selbst gegründetes Beratungsunternehmen für mittelständische Firmen, die sich in Mexiko niederlassen wollen, sowie ein Sprach- und Kulturzentrum. Dennoch hat Thomas Wagner nach wie vor eine enge Verbindung zu seiner alten Heimat, pflegt Freundschaften trotz der großen räumlichen Distanz und engagiert sich weiterhin im Ort seiner Kindheit. 

„Das Sammelschiffchen steht für mich für die Rettung von Menschen aus Seenot. “

Thomas Wagner, Honorarkonsul in Mexiko

Traum erfüllt 

Diese Verbundenheit spiegelt sich in seiner Arbeit als Honorarkonsul ebenfalls wider. 2001 hat Thomas Wagner zum ersten Mal von dem Amt gehört. Er wusste gleich: „Das möchte ich irgendwann auch machen. Für mich hat sich ein Traum erfüllt.“ In seinen Worten schwingt auch ein wenig Stolz mit, diese Aufgabe übertragen bekommen zu haben. Die Region ist ihm dank seines guten Netzwerkes und langjährigen Einsatzes für wirtschaftliche sowie kulturelle Belange bestens vertraut. Damit erfüllt er die nötigen Voraussetzungen für den Posten. 

In dem Ehrenamt ist der 50-Jährige erste Anlaufstelle für deutsche Bürgerinnen und Bürger sowie Unternehmen in Mexiko. Thomas Wagner stellt Bescheinigungen aus, kümmert sich um Passangelegenheiten und unterstützt in schwierigen Situationen. „Ich bin Vertreter aller Deutschen, gerade wenn sie hier vor Ort in Not geraten sind.“ Aus diesem Selbstverständnis heraus entsteht die Idee, ein Sammelschiffchen im Konsulat aufzustellen. 

Sammelschiffchen mit Symbolkraft 

„Für mich steht es für Norddeutschland, für die Rettung von Menschen aus Seenot und symbolisiert damit einen Teil meines Heimatlandes“, nennt der Familienvater weitere Gründe für sein Engagement. Daran haben gelegentliche Schiffsreisen und Urlaube auf Sylt ebenfalls ihren Anteil. In den Gaststätten auf der Insel fallen ihm immer wieder die Sammelschiffchen auf. Hinzukommt ein persönlicher Bezug: Der Onkel eines Freundes lebt an der Unterweser lediglich wenige Schritte von einer Werft entfernt, auf der mehrere Seenotrettungskreuzer und -boote der DGzRS gebaut wurden. Über ihn kommt es zu einem ersten Kontakt mit den Seenotrettern. 

Das meiste Geld stecken indes nicht die Gäste des Konsulats ins Sammelschiffchen, sondern es kommt bei einem Weihnachtsmarkt zusammen. Diesen veranstaltet Thomas Wagner jährlich im „Centro Alemán Querétaro“. Das von ihm 2010 gegründete Sprach- und Kulturzentrum bietet unter anderem Deutschkurse und verschiedene Veranstaltungen an. Ihm sei wichtig, „die deutsche Kultur vor Ort greifbarer zu machen“. Ein Teil der Erlöse des Weihnachtsmarktes landet regelmäßig im Sammelschiffchen, den Betrag rundet er großzügig auf. Auf diese Weise sind inzwischen rund 2.000 Euro aus Nordamerika nach Deutschland geflossen. Ermöglicht durch den Einsatz eines Menschen, der seine Wurzeln trotz vieler Jahre im Ausland nicht vergessen hat.

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AKTUELLE DANKMELDUNGEN

Sieben Personen stehen auf dem Deck eines weiß-orangefarbenen Seenotrettungskreuzers der Dgzrs im Hafen von Büsum. Im Vordergrund liegen mehrere große orangefarbene Fender. Hinter der Gruppe sind das Steuerhaus des Schiffes, Hafenanlagen und weitere Boote zu sehen. Der Himmel ist bewölkt, die Szene spielt direkt am Wasser.. Zur Seite: Mit dem Motorrad zum Gottesdienst

Motorradfahren ist für viele mehr als nur ein Hobby: Der Glaube fährt ebenfalls mit. Deshalb gehörte 2026 erneut ein Gottesdienst zum Motorradkorso im schleswig-holsteinischen Marne – genauso wie das Engagement für einen guten Zweck. Der Erlös der Veranstaltung ging in diesem Jahr an die Seenotretter.

Bei einer Open-Air-Kinoveranstaltung stehen vier Personen vor einer großen Leinwand. Zwei Personen in roten Rettungsdienstjacken halten einen symbolischen Spendenscheck, während eine weitere Person mit einem Mikrofon spricht. Im Vordergrund sitzen Besucherinnen und Besucher auf Stühlen und verfolgen die Übergabe. Auf der Leinwand ist ein Küstenmotiv mit Leuchtturm sowie der Schriftzug zum Amrumer Inselkino zu sehen.. Zur Seite: Viele kleine Beiträge, große Hilfe für die Seenotretter

Kinobetreiber Ralf Thomsen unterstützt die Seenotretter bereits seit einigen Jahren: Wer eine Eintrittskarte für die Kinofilme „Luv & Lee“ und „Nordlicht“ kauft, spendet gleichzeitig 50 Cent an die DGzRS.

Vier Personen und ein Bärenmaskottchen stehen vor dem Steuerhaus eines rot-weißen Seenotrettungskreuzerso und halten gemeinsam einen symbolischen Spendenscheck über 10.300 Euro. Der Scheck ist an die Deutsche Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (Dgzrs) ausgestellt und auf den 17.08.2026 datiert. Zwei der Personen tragen rote Einsatzkleidung, eine Person ein weißes Polohemd mit Firmenlogo, eine weitere ein weißes T-Shirt und rote Arbeitshose. Rechts neben der Gruppe steht ein Bärenmaskottchen in blau-weiß gestreiftem Matrosenshirt und Kapitänsmütze. Im Hintergrund sind Hafenanlagen und Gebäude zu sehen.. Zur Seite: Seenotrettungskreuzer zum Anbeißen

Der Süßwaren-Filialist „Ideen aus Fruchtgummi“ vertreibt seit 2024 fruchtige Kreuzer zum Naschen. Mit dem Verkauf unterstützt das Unternehmen die Seenotretter.

Eine junge Seenotretterin steuert von einem Außenfahrstand ein Tochterboot. Sie blickt nach hinten und spricht dabei in einen Funkhörer.

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