Jurymitglieder Johannes Dieckmann (2. v. l.), Sascha Wagener (3. v. r.), Sigmund Graf Adelmann (2. v. r.) und Dieter Kölling (r.) besuchen gemeinsam mit der Präsidentin des Rotary Clubs Bückeburg, Dr. Lu Seegers, den Preisträger Christian Dietrich (l.) in seiner Bootswerft.
Foto: Rotary Club Bückeburg
„Die Seenotretter begeben sich häufig selbst in Lebensgefahr, um Menschen aus Seenot zu retten. Das habe ich selbst schon erfahren“, begründet Christian Dietrich seinen Entschluss. Einmal war der erfahrene Segler gemeinsam mit einem Freund im Seegatt „Accumer Ee“ zwischen Baltrum und Langeoog in Bedrängnis geraten: Nach Maschinenausfall und bei Flaute trieben sie manövrierunfähig in der starken Tideströmung. Die freiwilligen Seenotretter der Station Langeoog schleppten sie in den Hafen der ostfriesischen Insel.
Wesentlich dramatischer war eine Situation in den 1970er-Jahren vor der polnischen Küste: Nachdem sein Segelboot Leck geschlagen war, drohte es zu sinken. Glücklicherweise waren die polnischen Seenotretter rechtzeitig vor Ort und brachten Dietrich in Sicherheit. Allein schon wegen dieser beiden Erlebnisse stand für den langjährigen Förderer der DGzRS schnell fest, die Hälfte seines Preisgeldes an die DGzRS weiterzugeben. „Das ist ganz im Sinne unseres Clubs“, freute sich Rotary-Präsidentin Dr. Lu Seegers.
Mit seinem alle zwei Jahre vergebenen Handwerkspreis möchte der Rotary Club Bückeburg traditionelle Gewerke in der niedersächsischen Region Schaumburg-Lippe stärken. Dieses Mal hatte sich die Jury für Christian Dietrich entschieden: „Wir ehren heute einen Mann, der seit Jahrzehnten Holz ein zweites Leben schenkt. Einen Mann, der aus Brettern Träume formt“, würdigte Emke Hillrichs den Inhaber der Steinhuder Bootswerft Bopp & Dietrich bei der Preisverleihung am 12. Februar. Der Chefredakteur des Segler-Magazins „Sailaway“ verriet zudem, dass Freunde Dietrich liebevoll „Holzwurm“ nennen – ein Spitzname, den dieser sich mit seiner jahrzehntelangen Hingabe in der Werkstatt verdient habe.
Christian Dietrich, geboren in Leipzig und aufgewachsen in Aurich, absolvierte seine Ausbildung zum Bootsbauer bei der Steinhuder Werft Linnekuhl. Nach seiner Gesellenprüfung baute der Handwerker gemeinsam mit Freunden eine hochseetaugliche Yacht. Mit dieser segelte er über den Atlantik, um in der Karibik ein „Segler-Sabbatical“ zu verbringen. Seit der Gründung seiner eigenen Werft im Jahr 1985 hat sich der Preisträger auf den Bau hochwertiger Segel- und Regattaboote spezialisiert.
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