Engagierter Abschied: Unternehmer sammelt für die Seenotretter

Klaus-Peter Schwan ist Kaufmann durch und durch: Mehr als zwei Jahrzehnte hat er einen eigenen Lebensmittelmarkt in Fulda geführt – vor kurzem hat er ihn verkauft. Bei seiner Abschiedsfeier sammelte der leidenschaftliche Wassersportler 1.100 Euro für die DGzRS.

Person mit Brille und grauem Sakko hält ein Mikrofon und spricht in einem Innenraum, während im Vordergrund ein Modell eines Seenotrettungskreuzers mit einer kleinen Deutschlandflagge steht; im Hintergrund sind Tische, weitere Anwesende und warme Beleuchtung zu sehen.

Schon als Kind träumt Klaus-Peter Schwan beim Spielen am Frankfurter Mainufer von einer eigenen Motoryacht. 2013 erfüllt sich dieser Wunsch: Auf der niedersächsischen Siemer-Werft entsteht ein Boot nach seinen Vorstellungen. Bis dahin ist er seit den 1990er-Jahren mit Charteryachten gefahren.

Foto: Privat

„In dem Laden steckt viel Herzblut“, sagt Klaus-Peter Schwan. Ein wenig Wehmut schwingt mit, wenn der 68-Jährige über seinen ehemaligen Supermarkt im Zentrum der osthessischen Barockstadt spricht. Gern hätte er ihn an eines seiner Kinder weitergegeben, doch diese sind beruflich auf anderen Feldern tätig oder wollten die hohe Verantwortung für die rund 40 Beschäftigten nicht übernehmen. Vor 23 Jahren machte sich der gelernte Lebensmitteleinzelhändler mit dem Markt selbstständig. Zuvor arbeitete er lange Zeit als Filialleiter bei verschiedenen Handelsketten. Doch jetzt ist Schluss: „Meine Frau hat mich auf unseren jüngsten Bootstouren überzeugt, schon jetzt zu verkaufen.“ Eigentlich wollte er diesen Schritt erst mit 70 Jahren gehen. 

Still und leise zog sich Klaus-Peter Schwan jedoch nicht zurück: Mit einer großen Feier im Gorch-Fock-Heim der Marinekameradschaft Fulda verabschiedete sich der Unternehmer am 13. Mai aus dem aktiven Berufsleben. Rund 70 Gäste – darunter Familie, Freunde, Beschäftigte und Geschäftspartner – hatte er dazu eingeladen. Ein besonderer Blickfang war eine von ihm gebaute Box aus Pappe in Form eines Seenotrettungskreuzers. Mit dieser machte er auf seinen großen Wunsch aufmerksam: Spenden zugunsten der DGzRS. Am Ende lagen 1.100 Euro im Bauch des Schiffes. 

Neben seiner Arbeit spielte das Wasser stets eine zentrale Rolle in seinem Leben. Deshalb war es dem langjährigen Motorbootfahrer ein großes Bedürfnis, für die Seenotretter zu sammeln: „Ich bin froh, dass es sie gibt.“ Gemeinsam mit seiner Frau Christine ist Klaus-Peter Schwan regelmäßig auf dem Wasser unterwegs, vor allem auf dem niederländischen IJsselmeer. In den Sommermonaten ist Stavoren der Heimathafen seiner 44-Fuß-Stahlyacht, ein ruhiger Ort am Ostufer des einstigen, heute eingedeichten Nordseearms. Auch wenn sich der frühere Fußballspieler des damaligen Viertligisten Borussia Fulda stets sorgfältig auf jeden Törn vorbereitet, ist ihm bewusst: Auf See kann jederzeit etwas Unerwartetes passieren. Umso beruhigender ist für ihn die Gewissheit: Im Ernstfall kann er sich auf die Seenotretter verlassen.

Modell eines weißen Seenotrettungsschiffs mit der Aufschrift „SAR“ und dem Logo „Die Seenotretter - DGzRS“ auf einem runden Holztisch in einem Innenraum; im Hintergrund befinden sich eine deutsche Flagge, maritime Dekorationen wie eine Schiffsglocke und Bilder an der Wand.
Mit einer selbst gebastelten Spendenbox in Form eines Seenotrettungskreuzers sammelt Klaus-Peter Schwan bei seiner Abschiedsfeier 1.100 Euro für die Seenotretter. | Foto: Privat

„Ich bin froh, dass es sie gibt.“

Klaus-Peter Schwan

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