30.06.2021

Seenotretter verhindern Strandung eines Traditionsschiffes auf dem Darß

Neun Besatzungsmitglieder eines zum Traditionsschiff umgebauten ehemaligen Fischkutters verdanken das glückliche Ende ihrer Reise den Seenotrettern der Station im Nothafen Darßer Ort. Der Seenotrettungskreuzer THEO FISCHER der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS) verhinderte am Mittwochnachmittag, 30. Juni 2021, die Strandung des Schiffes auf der Halbinsel Zingst.

Seenotretterkreuzer schleppt einen Haikutter mit einer Leine

Strandung verhindert: Haikutter „Elida“ mit neun Menschen an Bord im Schlepp des Seenotrettungskreuzers THEO FISCHER

Gegen 13.35 Uhr alarmierte die Besatzung der gut 22 Meter langen „Elida“ (Heimathafen Kiel) mit neun Menschen an Bord die Seenotretter. Sie meldete Probleme mit der Brennstoffleitung und bat um Unterstützung. Zu diesem Zeitpunkt befand sich der Haikutter etwa neun Seemeilen (rund 16 Kilometer) östlich von Darßer Ort.

Umgehend nahm der im Nothafen Darßer Ort stationierte Seenotrettungskreuzer THEO FISCHER Kurs auf den Havaristen. Als die Seenotretter bei der „Elida“ eintrafen, hatte es aufgebrist: Nordostwind der Stärke 5 (rund 40 km/h Windgeschwindigkeit) trieb das etwa 40 Tonnen verdrängende Schiff gefährlich nahe vor den Strand östlich des Ortes Zingst. „Ohne unser Eingreifen wäre der Kutter höchstwahrscheinlich gestrandet“, berichtet Vormann Frank Weinhold.

Es gelang den Seenotrettern, eine Schleppleine zu übergeben. Sie nahmen den inzwischen ohne Ruderwirkung hilflos treibenden Havaristen auf den Haken und schleppten ihn rechtzeitig aus der Gefahrenzone. Im Nothafen Darßer Ort wartete dann die nächste Herausforderung: im engen Hafenbecken mit einem Anhang dieser Größe und Verdrängung zu manövrieren, um den antriebslosen Haikutter mit seiner neunköpfigen Besatzung sicher an die Pier zu legen.

Die THEO FISCHER nahm die „Elida“ dazu längsseits und drückte sie bei weiter zunehmendem Wind mit der ganzen Kraft der 2.700 PS ihrer beiden Maschinen sicher an die Spundwand. „Beim Anlegen haben uns einige zufällig vorbeikommende Spaziergänger unterstützt und mit vereinten Kräften an den ausgebrachten Leinen gezogen“, bedankt sich Vormann Weinhold für die spontane Hilfe.

AKTUELLE SEENOTFÄLLE

Zur Seite: Einsatzreiches Wochenende für die Seenotretter auf Nord- und Ostsee

Für die Seenotretter war das Wochenende vom 18. bis 20. September 2026 besonders einsatzreich. Die Seenotrettungskreuzer und -boote der DGzRS waren in ihren Revieren auf Nord- und Ostsee bis Sonntagabend insgesamt 32-mal im Einsatz.

Ein weißes Segelboot und ein rot-weißes Tochterboot der Dgzrs fahren auf rauer See mit hohen Wellen und Schaumkronen. Unter einem grauen, bewölkten Himmel begleitet das Tochterboot das Segelboot durch das stürmische Wasser.. Zur Seite: Seglerin vor Helgoland stark unterkühlt – Seenotretter und Hubschrauber im Einsatz

Für eine stark unterkühlte Seglerin sind die Seenotretter in der Deutschen Bucht im Einsatz gewesen. Der Seenotrettungskreuzer HERMANN MARWEDE brachte die Frau sicher an Land.

Ein Seenotrettungsboot der Dgzrs schleppt ein großes blaues Baggerschiff mit der Aufschrift „Anke“ durch ruhiges Hafenwasser. Ein straff gespanntes Schleppseil verbindet beide Fahrzeuge. Im Vordergrund sind Teile des Rettungsbootes mit weiß-orangefarbener Bordwand zu sehen, während dunkle Wolken den Himmel bedecken. Im Hintergrund markiert ein rotes Molenfeuer die Hafeneinfahrt.. Zur Seite: Zwei Seenotretter-Einsätze bei Wangerooge: Kollisionsgefahr im Schifffahrtsweg und manövrierunfähiges Baggerschiff

Seenotretter schleppen manövrierunfähiges Baggerschiff ein und verhindern Kollision im Schifffahrtsweg.

Seenotretterin in Uniform schaut durch Fernglas auf hoher See
Das Seenotretter-Logbuch

Unsere Informationen kommen per Funk.
Ihre mit einem Newsletter.

Wir informieren Sie monatlich über Neuigkeiten aus unserer Arbeit. Dazu zählen Einsatzberichte, Veranstaltungstermine und Geschichten aus dem Bordalltag.