11.03.2021

Seenotretter schleppen Motorboot frei – Havarist lag rund zwölf Stunden auf Grund

Es sollte eine kurze Überführungsfahrt von Varel nach Wilhelmshaven werden – am Ende waren drei Männer mehr als 14 Stunden auf See. Denn bereits kurz hinter der Vareler Schleuse saßen sie mit ihrem Motorboot im Watt fest. Zwölf Stunden später, in der Nacht zu Donnerstag, 11. März 2021, baten sie die Seenotretter der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS) um Hilfe.

Seenotrettungsboot im Einsatz auf See

Im Einsatz für ein festgekommenes Motorboot: Das Seenotrettungsboot PETER HABIG wird von einer Freiwilligen-Mannschaft gefahren. (Archivfoto)

Gegen 23 Uhr meldete sich der Skipper des zehn Meter langen Motorbootes bei der SEENOTLEITUNG BREMEN (MRCC= Maritime Rescue Co-ordination Centre) der DGzRS. Das Boot, das er gemeinsam mit zwei weiteren Männern von Varel nach Wilhelmshaven überführen wollte, war gut zwölf Stunden zuvor im Vareler Watt festgekommen. Offenbar war der Besatzung der niedrige Wasserstand des Jadebusens zum Verhängnis geworden, den kräftige Winde aus Süden mit Windstärken zwischen sechs und sieben Beaufort (bis zu 63 km/h) verursacht hatten.

Das Warten auf das nächste Hochwasser hatte keinen Erfolg gebracht, da dieses ebenfalls gut einen Meter niedriger ausfiel als üblich. Die Männer an Bord des Bootes waren inzwischen müde und entkräftet. Zudem bereitete ihnen der immer stärker werdende Wind zunehmend Sorge.

Die Wachleiter der SEENOTLEITUNG BREMEN alarmierten die Freiwilligen-Besatzung der DGzRS-Station Wilhelmshaven, die nach wenigen Minuten mit dem Seenotrettungsboot PETER HABIG auslief. Gegen 0.30 Uhr trafen die Seenotretter beim Havaristen ein, dessen Besatzung mit Leuchtsignalen auf sich aufmerksam machte. Kräftiger Regen erschwerte die Sichtverhältnisse zusätzlich.

Aufgrund des niedrigen Wasserstands war es der PETER HABIG nicht möglich, beim Motorboot längsseits zu gehen. Die Seenotretter stellten deshalb mit dem Leinenwurfgerät eine Leinenverbindung her. Anschließend schleppten sie das Motorboot frei und ins Fahrwasser zurück. Nachdem sich die Seenotretter davon überzeugt hatten, dass es in der Lage war, aus eigener Kraft nach Wilhelmshaven weiterzufahren, lösten sie die Schleppverbindung.

AKTUELLE SEENOTFÄLLE

Ein rot-weißes Seenotrettungsboot fährt mit hoher Geschwindigkeit über eine aufgewühlte See und wirbelt dabei Gischt auf. Im Hintergrund ist ein größerer rot-weißer Seenotrettungskreuzer zu sehen. Dunkle, schwere Gewitterwolken hängen über dem Meer und verleihen der Szene eine dramatische Atmosphäre.. Zur Seite: Medizinischer Notfall östlich der Ostseeinsel Rügen: Seenotretter im Einsatz für stark seekranken Segler

Seenotretter der Station Sassnitz bringen stark seekranken Segler mit dem Tochterboot NOTARIUS des Seenotrettungskreuzers HARRO KOEBKE sicher an Land.

Nachtaufnahme auf See: Zwei Schiffe liegen längsseits nebeneinander. Im Mittelpunkt steht das Arbeitsdeck eines Fischereifahrzeugs mit weißer und roter Aufbauten, hellen Decksstrahlern und mehreren aufgehängten Fischernetzen. Rechts sind metallische Arbeits- und Sortieranlagen zu sehen, die auf ein Fang- oder Verarbeitungsdeck hindeuten. Entlang der Bordwand hängen große orangefarbene Fender, die die beiden Schiffe voneinander abpolstern. Auf dem linken Schiff, einem Seenotrettungskreuzer, steht eine Person in Schutzkleidung, Helm und Rettungsweste auf dem schmalen Gang zwischen den Fahrzeugen. Das Deck ist grün gestrichen, nahe der Kamera liegt ein aufgerolltes Tau. Der Hintergrund besteht fast vollständig aus dunklem Nachthimmel und schwarzer Wasserfläche, wodurch die stark beleuchteten Arbeitsbereiche besonders hervortreten.. Zur Seite: Seenotretter für zwei Fischer im Nachteinsatz

Die Besatzung der THEODOR STORM schleppt vor der Dithmarscher Küste einen manövrierunfähigen Kutter sicher in den Hafen von Büsum.

Blick auf Zwei nebeneinander fahrende Schiffe. Links im Bild befindet sich ein ehemaliger Krabbenkutter mit hohem Mast, rechts ein   Seenotrettungskreuzer, der diesen in den Büsumer Hafen schleppt. Im Hintergrund ist die Schleusenanlage mit grün leuchtenden Signalen, ein Deich und mehrere Masten zu sehen. Das Wasser ist ruhig, der Himmel klar und hell.. Zur Seite: Seenotretter bringen Ausflugskutter mit 50 Menschen an Bord sicher in den Hafen

Der Seenotrettungskreuzer THEODOR STORM kommt am Mittwoch, 29. Juli 2026, vor der schleswig-holsteinischen Westküste einem Ausflugskutter mit gerissenem Fangnetz und 50 Menschen an Bord zu Hilfe.

Seenotretterin in Uniform schaut durch Fernglas auf hoher See
Das Seenotretter-Logbuch

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